IPOs 2015: Wer geht 2015 an die Börse?

IPOs 2015: Wer geht 2015 an die Börse?

Nach einem eher ruhigen Börsenjahr 2014 was die Neuemissionen (IPOs) angeht sieht der Ausblick für das nächste Jahr hoch interessant aus. Unter den IPOs 2015 möchten wir einige Neuemissionen näher beleuchten, die ganz unterschiedlich sind und das Marktgeschehen des nächsten Jahres mitprägen werden.

Darunter befinden sich weltweit tätige Unternehmen, die aus der Zukunft der internetaffinen Gesellschaft und Kunden nicht mehr wegzudenken sind, wie PayPal. In Deutschland verdichten sich erste Hinweise darauf, dass die Parfümerie Douglas wieder an die Börse gebracht wird und sich dem Kampf um die Kunden und die Zukunft des Einzelhandels mit neuer Kraft stellen wird. Darüber hinaus wird es wahrscheinlich wieder zu einer steigenden Zahl an Börsengängen kommen, sodass auch der Mittelstand bei den IPOs 2015 vertreten sein wird.

Bei den IPOs 2015 wird es wahrscheinlich zu einer sehr hohen Volatilität kommen, im Gegensatz zu den von vielen Marktbeobachtern mit Skepsis betrachteten IPOs 2014 von Zalando und Rocket Internet scheinen zuverlässigere Kursprognosen möglich zu sein.

Mit PayPal geht die Zukunft des Zahlungsverkehrs an die Börse

Fast jedes Unternehmen kennt die unlösbaren Probleme, die mit der Hausbank bei Zahlungen entstehen, die nicht aus dem Euro-Raum kommen. Bei diesen Überweisungen ist die Gebührenstruktur inflationsbereinigt seit den 90er-Jahren unverändert, obwohl auch die Großbanken seit diesem Zeitpunkt mehrere Meilensteine neuer Technologien eingeführt haben. So werden für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs wesentlich weniger Ressourcen benötigt, als früher. Dennoch sind die Bankgebühren für diese Überweisungen unglaublich hoch geblieben, in manchen Fällen wurden sie sogar erhöht.

PayPal bietet in den meisten Ländern der Welt schnellste, effektive Zahlungen für Privatleute und Firmen zu einem Bruchteil der Kosten an. Der Vorteil bei der Gründung von PayPal war sozusagen das leere weiße Blatt Papier, auf das eine vollkommen neue Idee des Zahlungsverkehrs gezeichnet und dann umgesetzt wurde. Deshalb verwundert es auch nicht, dass PayPal inzwischen als offiziell registrierter und von den Finanzaufsichtsbehörden überwachter Zahlungsverkehrsdienstleister ein noch höheres Sicherheitsniveau anbieten kann, als normale Banken.

Da die PayPal-Aktie noch nicht von eBay abgespalten worden ist, finden sich die Zahlen im Investor Relations Bereich von eBay. Die aktuellen, am 15. Oktober 2014 veröffentlichten, Zahlen sind beeindruckend: Im dritten Quartal 2014 konnte die Zahl der weltweit registrierten und auch tatsächlich genutzten Kundenkonten auf 156,4 Millionen gesteigert werden, was einem Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal um 14 % entsprach. In einem einzigen Quartal wurden beinahe 900 Millionen sichere Zahlungen abgewickelt – ein beeindruckender Wert.

Je nach Bewertung der Aktie im Hinblick auf Marktstellung, Substanzwert und Kurs-Gewinn-Verhältnis kann die Aktie einer der interessantesten IPOs 2015 werden.

Douglas versucht den Spagat zwischen stationärem Handel und Internetvertrieb

Unter den IPOs 2015 finden sich auch Aktiengesellschaften, die schon einmal notiert gewesen sind, und die den Schritt zurück auf das Börsenparkett wagen wollen. Als Hauptinvestoren werden die Familie Kreke und Advent International genannt, die den IPO organisieren möchten. Derzeit befindet sich die Douglas-Gruppe in einer Phase der Veränderung und Umformung. So wurden die Juweliergeschäfte Christ verkauft und die Kompetenz in Sachen Parfümerie und Schönheit wurde durch den Erwerb der Parfümerie Necibe aus Frankreich gestärkt.

Im vorigen Jahr konnte die Douglas Holding AG einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro erwirtschaften und setzt sowohl auf die Beratung in Fachgeschäften, als auch den Online Vertrieb.

Ein zusätzliches Kundenbindungsprogramm – die Douglas Card – soll für eine höhere Wiederkaufrate und Kundentreue sorgen. Ob die Douglas AG Aktie letztendlich zu den erfolgreichsten IPOs 2015 gehören wird, hängt letztendlich neben der Kursbewertung auch von der wirtschaftlichen Lage in Deutschland und Frankreich ab. Da hier die Mehrzahl der Geschäfte liegen und auch ein Löwenanteil der Umsätze erwirtschaftet wird, gibt es keine Risikostreuung zwischen den verschiedenen Ländern und Kontinenten – wie bei PayPal.

Veröffentlicht am 5. November 2014