Garantiezins gesunken: Jetzt private Rentenversicherungen prüfen

blickpixel/CC0 Public Domain @ pixabay.com

Seit Anfang des Jahres ist der Garantiezins von ursprünglich 1,75 Prozent auf 1,25 Prozent gesunken. Das hat zur Folge, dass bei neu abgeschlossenen privaten Rentenversicherungen die garantierte Rente sinkt. Daher ist es an der Zeit, seine private Altersvorsorge neu zu überdenken – und eine private Rentenversicherung vor dem Abschluss möglichst genau anzuschauen.

Ergibt die Altersvorsorge noch Sinn?

Wer in diesen Zeiten fürs Alter anspart, geht oftmals zum Lachen in den Keller – die Chancen stehen gut, dass er dort auf seine Zinsen trifft: Die andauernde Niedrigzinsphase sowie die Folgen des demografischen Wandels machen die Altersvorsorge für viele nicht gerade zu einem lukrativen Vergnügen. Doch wenn man seinen Lebensstandard im Alter annähernd halten möchte, kommt man um sie nicht herum, denn auch als Rentner muss man in der Regel für die Miete sowie seinen täglichen Bedarf aufkommen.

Für viele ist schon jetzt absehbar, dass das allein mit der gesetzlichen Rente oder dem berufsständischen Versorgungswerk mehr als schwierig wird. Man kommt also um eine private Vorsorge nicht herum: Zur Auswahl stehen eine private Rentenversicherung, staatlich geförderte private Vorsorgemaßnahmen, die betriebliche Altersvorsorge (bAV) oder eine Kombination aus diesen Formen der Vorsorge.

Auf die Mindestrente achten

Gleichgültig, ob privat oder staatlich gefördert: Der größte Vorteil einer lebenslangen Rentenversicherung ist die garantierte Mindesthöhe bei Vertragsabschluss. Mit ihr kann der Rentenversicherte im Wortsinne rechnen. Allerdings: Dies kann er nur, wenn er die Zahlung der Beiträge bis zum Renteneintrittsalter durchhält. Sollte er dies nicht schaffen, weil er den Vertrag aus finanzieller Not vorzeitig kündigt oder beitragsfrei stellen muss, rechnet sich die ganze Sache nicht.

Außerdem sollte man wissen, dass die garantierte Mindestrente ein wichtiger Indikator bei der Wahl eines privaten Rentenangebots ist. Aktuelle Finanztests privater Rentenversicherungsangebote zeigen, dass es bei der garantierten monatlichen Rentenzahlung gravierende Unterschiede gibt: Zwischen der höchsten und niedrigsten garantierten Zahlung gibt es einen Unterschied von 25 Euro – bei gleichen Rahmenbedingungen. Wenn die Rente nun zwanzig Jahre läuft, macht das einen Unterschied von 6.000 Euro.

Auch die Fülle des Angebots kann irritieren: Ein Finanzdienstleister wie tecis, andere Finanzberatungsunternehmen oder der Berater der Bank können hier helfen, wenn man sich im Dickicht der privaten Rentenversicherungsangebote zu verheddern droht. Die Angebote vergleichen und durchrechen sollte man aber auf jeden Fall selbst, bevor man sich entscheidet.

Langfristige Investition in den Lebensabend  

Wie bereits erwähnt, braucht man finanzielle Ausdauer, um durch regelmäßige monatliche Beitragszahlungen bei Rentenantritt in den Genuss einer privaten Zusatzrente zu kommen. Nur dann ist das nötige Guthaben angespart, und der volle Bezug gesichert.

Wichtig ist deshalb auch Transparenz: Im Vertrag sollte bei Abschluss stehen, wie viel des Guthabens der Sparer zu bestimmten Zeitpunkten in der Ansparphase erreicht hat. So ist für ihn ersichtlich, was ihm bleibt, wenn er die Beiträge nicht mehr zahlen kann, den Rentenvertrag beitragsfrei stellt – oder wider Erwarten Frührentner wird.

Veröffentlicht am 4. Februar 2015
Diesen Artikel teilen
Autor
Oliver Schulz