Aktien & Börse

Finanzplanung: Auf den richtigen Depot-Mix kommt es an

Seit Anfang des Jahres haben wir eine Seitwärtsbewegung an den Börsen. In solchen Marktphasen gibt es aber Aktien, die stärker fallen oder steigen als der Marktdurchschnitt. Um sich gegen Schwankungen einzelner Wertpapiere abzusichern, gibt es eine Strategie: die Depot-Diversifizierung.

Viele Anleger haben ein Problem mit der Schwankungsbreite von Aktien, der so genannten Volatilität. Die einfache Faustformel lautet: Je größer die Schwankungsbreite, desto höher das Risiko. Konzentrieren Sie sich dann mit Ihren Investitionen auf wenige Aktien, ist Ihr Depot sehr anfällig gegen Schwankungen des Marktes.
Neben der richtigen Aktienauswahl spielt somit auch die Depot-Diversifizierung eine zentrale Rolle. Die einfache Marktformel lautet: "Verteilen Sie Ihre Eier (also Anlagen) auf mehrere Körbe." Doch hinter dieser einfachen Aussage stehen wissenschaftliche Erkenntnisse auf Nobelpreis-Niveau. So wurde Harry Markowitz für wichtige Erkenntnisse in der Depot-Diversifizierung mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Erfolgreiche Investoren wie Warren Buffett und Peter Lynch haben sie erfolgreich in die Praxis umgesetzt. 
Markowitz "erfand" die Diversifizierung
Nobelpreisträger Harry Markowitz bewies, dass es für einen Investor besser ist, wenn er verschiedene Wertpapiere von unterschiedlichen Unternehmen und Staaten kauft, als wenn er sein ganzes  Vermögen in eine einzelne Aktie oder Anleihe steckt. Die Auswahl verschiedener Anlageklassen – darunter sind Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe, Gold, Cash und Fonds – erbringt bessere Renditen als wenn Sie alles auf eine Karte setzen. Die Portfolio-Mischung senkt zwar kurzfristig Ihre Rendite, sie reduziert aber zugleich auch das Risiko. Sehr bedeutend ist die Korrelation der Wertpapiere untereinander. Strategische Studien in den USA belegen, dass rund zwei Drittel der Depot-Performance von der Portfolio-Mischung abhängen. Sie erzielen langfristig bessere Renditen, wenn Sie vorsichtig vorgehen und nicht alles auf eine Karte setzen. Das ist wie im Casino: Nur wenn Sie mit System arbeiten und Geduld mitbringen, können Sie langfristig die Bank schlagen. Die Bedeutung der Diversifizierung für die praktische Vermögensanlage haben Investoren wie Buffett und Lynch deutlich bewiesen.

Peter Lynch war der beste Fondsmanager der 1980er-Jahre
Lynch schaffte in den 1980er-Jahren eine durchschnittliche Rendite von rund 30% p.a. Das ist sehr viel, wenn Sie den Zinseszinseffekt berücksichtigen. Er hielt in seinem Fonds zeitweise mehr als 1.400 Aktien, zumal er ein Milliardenvermögen verwaltete. Peter Lynch hat einen beachtlichen Erfolg erzielt – und das über viele Jahre hinweg. Das ist möglich, gerade wenn Sie nicht Ihr gesamtes Kapital in eine Aktie anlegen.

Warren Buffett ist der beste Investor aller Zeiten
Buffett ist der beste Investor aller Zeiten und der zweitreichste Mensch der Welt. Er investiert in Aktien, Anleihen und hält auch Cash, um bei fallenden Kursen billig nachkaufen zu können. Buffett hält nur einige wenige Kern-Investments in Markenunternehmen, um nicht die Übersicht zu verlieren. Er informiert sich zunächst und investiert dann anhand exakt definierter Value-Kriterien. Daneben hat er auch erfolgreich mit Optionen und Edelmetallen (z.B. Silber) spekuliert.

Heute stelle ich Ihnen die Anleger-Regeln des Peter Lynch genauer vor. In einer der kommenden Ausgaben werde ich Ihnen dann die Anleger-Regeln von Warren Buffett näher vorstellen.

Die 13 Regeln des Peter Lynch
1. Verfolgen Sie jede Aktie Ihres Depots in einer Art Logbuch.

(meine Anmerkung dazu: Als Peter Lynch diese Regeln formulierte, gab es noch kein Internet. Heute ist es mit Hilfe von Watch-Listen sehr einfach, den genauen Verlauf Ihres Depots zu verfolgen.)

2. Kümmern Sie sich um Ihre Anlage und achten Sie vor allem auf die Bekanntgabe der Ergebnisse.

Auch hierzu eine Anmerkung von mir: In der vergangenen Woche warnte ich Sie vor dem Einsteig bei Nokia. Am Donnerstag kamen dann die Zahlen. Die Bilanz des 2. Quartals war gar nicht so schlecht. Aber der schwache Ausblick enttäuschte den Markt sehr. Nokia rauschte nach unten und verlor in der Spitze mehr als 17%.

Klar ist: Aktien steigen aus bestimmten Gründen und Aktien fallen aus bestimmten Gründen. Seien Sie nur sicher, dass Sie die Gründe kennen.

3. Achten Sie auf Fakten und nicht auf Vorhersagen.

4. Fragen Sie sich: Was will ich verdienen, wenn ich Recht behalte und was bin ich bereit zu verlieren, wenn ich falsch liege.

5. Schauen Sie sich vor einem Investment die Bilanz des Unternehmens an, um daraus den Zustand des Unternehmens ablesen zu können.

6. Kaufen Sie keine Optionen oder Optionsscheine. Denn dabei arbeitet die Zeit immer gegen Sie.

7. Beachten Sie Insiderkäufe. Kaufen viele Insider eine Aktie, ist das ein gutes Signal.

8. Seien Sie geduldig. Die besten Aktien, in die Peter Lynch investiert hat, brachten die größte Rendite erst nach ein paar Jahren.

9. Steigen Sie bei Wachstumsaktien früh ein – aber nicht zu früh. Das Unternehmen muss erst einmal beweisen, dass es auch profitabel arbeiten kann.

10. Kaufen Sie keine billigen Aktien, nur weil sie optisch billig sind. Kaufen Sie diese Aktien, weil die Fundamentaldaten Sie überzeugen.

11. Wenn Sie eine Aktie wegen der Dividende kaufen, seien Sie sicher, dass das Unternehmen die Dividende auch aus den Gewinnen bezahlen kann. Das sollte auch für ökonomisch schwache Zeiten gelten.

12. Ermitteln Sie 10 Unternehmen und Sie werden einen Wert mit guten Aussichten finden. Ermitteln Sie 50 Unternehmen und Sie werden 5 finden.

13. Als durchschnittlicher Investor sind Sie in der Lage zwischen 5 und 10 Unternehmen so genau zu untersuchen, aber keiner zwingt Sie, das auch wirklich zu tun. Mögen Sie nur 7, ist das Okay, mögen Sie nur ein Unternehmen, reicht das auch. Mögen Sie in bestimmten Marktphasen überhaupt kein Unternehmen, kann das auch in Ordnung sein. Bewahren Sie die Ruhe und lassen Sie sich nicht von allgemeinen Marktstimmungen anstecken.

Nehmen Sie die Regeln von Peter Lynch als Anhaltspunkt für Ihre Investitionen. Beachten Sie vor allen Dingen eins: Lynch hat diese Regeln vornehmlich für Wachstumswerte aufgestellt. Bei Value-Werten, wie sie Warren Buffett bevorzugt, sieht das ganz anders aus.

Heiko Böhmer, Chefredakteur "Privatfinanz-Letter"

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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