Aktien & Börse

Gewinne sichern und Rendite optimieren mit einer Stop-Loss-Order

Gewinne sichern und Rendite optimieren mit einer Stop-Loss-Order
geschrieben von Rolf Morrien

Bei Börsengeschäften gilt der Spruch: Nur realisierte Gewinne sind echte Gewinne. Damit soll ausgedrückt werden, dass sich zwischenzeitlich erzielte Kursgewinne oft wieder in Rauch auflösen. Wer als Aktionär ein Problem damit hat, aktiv eine Verkaufsentscheidung zu treffen, oder wer schlicht und einfach nicht die Zeit hat, jeden Tag die Kurse im eigenen Depot zu kontrollieren, kann ein gutes Hilfsmittel nutzen: eine Stop-Loss-Order.

Viele Anleger warten zu lange mit dem Verkauf einer Aktie, da sie noch höhere Gewinne erwarten oder aber eine emotionale Bindung zur "Gewinner-Position" aufgebaut haben. Wird der passende Ausstiegszeitpunkt verpasst, kann sich ein ehemals hoher Gewinn sogar in einen Verlust verwandeln. Eine Depot-Optimierung kann mit sogenannten Stop-Loss-Marken erreicht werden. Eine Stop-Loss-Order ist eine ganz spezielle Verkaufs-Order, die Sie Ihrer Bank oder Ihrem Online-Broker mitteilen können.

Die Besonderheit: Die Aktien-Position in Ihrem Depot wird nicht sofort zum Verkauf gestellt, sondern erst dann, wenn der Aktienkurs eine von Ihnen festgelegte Schwelle erreicht (das Stop-Loss-Limit).

Gewinne laufen lassen mit Absicherung

Ein Beispiel: Sie haben die Aktie der Müller AG bei 50 Euro gekauft. Aufgrund einer positiven Umsatz- und Gewinnentwicklung ist der Aktienkurs auf 100 Euro gestiegen.

Es stellt sich die schwierige Frage: Sollen Sie die Aktie jetzt verkaufen und den hohen Gewinn, der bisher nur auf dem Papier (Depot-Auszug) steht, realisieren? Oder setzen Sie auf weitere Kursgewinne, da sich Umsatz und Gewinn voraussichtlich auch weiterhin prächtig entwickeln?

Eine einfache und gute Antwort ist der Einsatz einer Stop-Loss-Order. Der Vorteil ist, dass Sie einen großen Teil des Gewinns absichern, aber gleichzeitig nicht auf weitere Kurs-Chancen verzichten müssen, solange der Kurs steigt.

Im dem oben genannten Musterbeispiel können Sie bei der Aktie der Müller AG eine Stop-Order bei 80 Euro setzen. So sichern Sie, grob vereinfacht (dazu später mehr), einen Gewinn von 60% ab. Die Müller-Aktien werden nämlich erst dann verkauft, wenn das Stop-Loss-Limit von 80 Euro erreicht wird.

Ihre Bank verkauft automatisch

Stellt das Computersystem Ihrer Bank fest, dass der Aktienkurs der Müller AG auf 80 Euro gefallen ist, wird die Position automatisch zum Verkauf gestellt. Liegt der nächste Aktienkurs bei 79 Euro, erhalten Sie 79 Euro je Aktie. Klettert der Kurs nach Erreichen des Limits direkt wieder auf 81 Euro, erlösen Sie einen Verkaufspreis von 81 Euro je Aktie. Nach Erreichen des Stop-Loss-Limits kann Ihr Verkaufserlös also über oder unter der Absicherungsmarke liegen.

Vorteil: Sie verzichten nicht auf weitere Gewinne

Noch besser ist es für Sie, wenn der Aktienkurs der Müller AG erst gar nicht fällt. Steigt der Aktienkurs von 100 auf 150 Euro, liegt Ihr Gewinn sogar bei 200%. Dann werden Sie sich freuen, dass Sie den Gewinn nicht zu früh mitgenommen haben.

Hier wiederholen Sie dann die Stop-Loss-Strategie: Sie erhöhen einfach das Stop-Loss-Limit von 80 Euro auf 130 Euro. Je höher der Kurs steigt, desto mehr Gewinn können Sie absichern.

Mit der Stop-Loss-Order nutzen Sie optimal die Chancen einer aussichtsreichen Aktie, ohne dass Sie einen Rückfall in die Verlustzone befürchten müssen. Sie müssen als Anleger nur entscheiden, wo das Stop-Loss-Limit liegen soll und wie lange diese Absicherung gelten soll.

So überbrücken Sie eine längere Abwesenheit

Praxistipp: Selbst für sehr aktive Anleger, die in normalen Zeiten täglich die Kurse kontrollieren und aktiv eingreifen, falls Handlungsbedarf besteht, ist die Stop-Loss-Order eine enorme Hilfe. Mit dieser speziellen Order-Variante können Zeiten überbrückt werden, in denen man keinen direkten Zugriff auf das eigene Wertpapierdepot hat.

Denken Sie an längere Dienstreisen, eine Urlaubsreise oder einen Krankenhausaufenthalt. Wer in solchen Phasen sein Depot mit Stop-Loss-Limits absichert, hat einen automatischen Crash-Schutz eingebaut.

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Rolf Morrien

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