Depot: Keine Risikoversicherung gegen Rückgänge abschließen

Eine große Bank in der Schweiz spielt den Vorreiter und rät zum Abschluss von "Depot-Versicherungen". Die Kosten betragen zwischen 6 und 12 Prozent des abgesicherten, aus Standardwerten bestehenden Depots. Damit das Risiko für die Bank noch kalkulierbarer ist, wird die Laufzeit auf drei bis zwölf Monate begrenzt. Das ist extrem kurz. Es gibt jedoch noch weitere Pferdefüße:

Die Absicherung läuft über Put-Optionen, die man in Zeiten einer Bodenbildung eigentlich nicht braucht. Bleibt der Depotgesamtwert gleich oder steigen die Kurse, geht "diese Versicherungsprämie" verloren. Ich vermute, dass solche Versicherungen deshalb auch erst jetzt aus der Schublade geholt werden. Denn: Die Chance, dass sich Aktien in nächster Zeit erholen, ist höher einzuschätzen als eine Crash-Gefahr. Bei vorübergehenden leichteren Kursrückschlägen bringt die "Versicherungsleistung" dem Anleger nichts. Die Absicherungskosten sind so hoch kalkuliert, dass die Bank immer noch verdient.

Das bedeutet: Sinnvoller ist es für Sie, längerfristig zu disponieren. Wenn Aktien künftig wieder stärker steigen sollten, können Sie selbst geeignete Absicherungen vornehmen. Weitaus besser als kurzlaufende Put-Optionsscheine sind in diesem Fall preisgünstige Put-Zertifikate. Die einfachste Methode ist und bleibt, dass Sie sich selbst individuelle Stop-Loss-Marken setzen: Unterschreitet der Kurs dieses Niveau, verkaufen Sie die Aktien ohne jedes Zögern sofort.

Veröffentlicht am 13. Juli 2008
Autor
experto.de