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Das bedeutet der Brexit für Aktionäre

Das bedeutet der Brexit für Aktionäre
geschrieben von Jörgen Erichsen

Im Juni 2016 stimmen die Briten darüber ab, ob sie in der EU verbleiben oder austreten möchten. Die Folgen eines Austritts Großbritanniens aus der EU lassen sich nur schwer prognostizieren. Was sollten Aktionäre beachten, um sich vor möglichen Verlusten bei einem Brexit zu schützen?

Nur noch wenige Wochen bis zur Stunde der Wahrheit: wenn Großbritannien tatsächlich aus der EU austritt (Brexit = Kunstwort aus Britannien und Exit als Wort für den Austritt Großbritanniens aus der EU), betritt die Gemeinschaft in jeder Hinsicht Neuland. Bisher ist es schließlich noch nicht vorgekommen, dass ein Land aus der EU ausgetreten ist. Immer mehr Experten und Studien weisen auf Risiken und mögliche negative Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung hin.

Brexit würde negative wirtschaftliche Folgen haben

Die Wirtschaftsprüfergesellschaft PwC beispielsweise prognostiziert alleine für Großbritannien bis 2020 Kosten von rund 128 Mrd. Euro sowie den Verlust von fast einer Million Jobs. Großbritannien verlöre bei einem Austritt aus der EU den freien Zugang zu einem Markt, der inzwischen rund eine halbe Milliarde Menschen umfasst; ein Haupttreiber für zusätzliche Kosten, aber auch ein Faktor, der es Unternehmen zumindest auf mittlere Sicht schwerer macht, gute Gewinne zu erzielen.

Hinzu kommt, dass es wahrscheinlich erhebliche Währungsschwankungen gibt und das Pfund weiter schwächen würde. Bereits bis heute hat das Pfund gegenüber dem Euro schon um mehr als zehn Prozent nachgegeben. Um die Nachteile zumindest weitgehend ausgleichen zu können, sind umfangreiche Verhandlungen mit der EU notwendig, beispielsweise müssten alle Regelungen für den weiteren Handel neu ausgehandelt werden.

Folgen eines Brexits für Unternehmen und Aktionäre

Britische Firmen würden zumindest kurzfristig mit hoher Wahrscheinlichkeit Gewinnrückgänge verzeichnen, da es dann bisher nicht vorhandene Handelsbarrieren gibt. Experten gehen davon aus, dass vor allem Bankaktien von Kursrückgängen getroffen werden.

Für Aktionäre bedeutet das Szenario Brexit, dass sie Kurs- und Dividendenrückgänge alleine auf Grund von Währungsverlusten hinnehmen müssten. Erholt sich die britische Wirtschaft nicht innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums, muss auch mit absoluten Gewinn- und Dividendenrückgängen gerechnet werden.

Langfristig mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter erfolgreich

Wer bereits Aktien von guten englischen Unternehmen erworben hat, sollte angesichts dieses Szenarios nicht in Panik verfallen und verkaufen. Denn die gleichen Experten, die kurzfristig Probleme sehen, gehen davon aus, dass sich Qualität langfristig durchsetzen wird. Was bedeutet, dass sich aktuell gute Unternehmen in wenigen Jahren wieder auf der Erfolgsspur bewegen sollten.

Buchmacher wetten auf Verbleib in der EU

Auch wenn aktuell etwa 40 Prozent der Briten gegen und die gleiche Anzahl für einen Verbleib in der EU sind, gehen die Buchmacher auf der wettverliebten Insel momentan davon aus, dass die Chancen auf einen Sieg der EU-Gegner lediglich bei rund 25 % liegen. Ist das der Fall, haben Aktionäre ohnehin wenig zu befürchten.

Zudem sind die Risiken, dass es bei einem Brexit tatsächlich zu nachhaltigen Verlusten kommt, noch aus einem anderen Grund relativ klein: laut Vertrag erfolgt ein Austritt erst zwei Jahre nach der Abstimmung. Genug Zeit also für Börsianer, sich auf die neue Lage einzustellen und sie nüchtern zu bewerten.

Fazit: Kurzfristig kann es zu erheblichen Schwankungen und Kursrückgängen kommen. Langfristig sollte sich für Anleger mit Top-Aktien wenig ändern.

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