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Copy Trading: 4 wichtige Fragen und ihre Antworten

Copy Trading: 4 wichtige Fragen und ihre Antworten
geschrieben von Burkhard Strack

Früher ging man zur Bankfiliale, um über Investments zu sprechen. Es wurden Fonds von bekannten Managern empfohlen. Nun hat sich dieses Bild gewandelt: Auch Otto Normalanleger kann mit Aktien handeln! Plattformen wie ayondo, eToro oder wikifolio erlauben es dem Privatanleger, einem Hobby-Trader zu folgen. Lesen Sie hier mehr über den Trend Copy Trading.

Social Trading liegt im Trend. Lesen Sie hier 4 wichtige Fragen und ihre Antworten.

1. Was ist Copy Trading?

Beim Social Trading steht das Vertrauen an erster Stelle. Der Anleger folgt den Signalen einer fremden Person. Das geschieht automatisch über ein Zertifikat oder direkt über die Webseite. Als Follower investiert man eine frei wählbare Summe in den Trader, wie etwa 2.000 Euro. Macht der Trader 10 Prozent Gewinn, haben Sie 200 Euro abzüglich der Gebühren gewonnen. Ob Sie 500 Euro oder 10.000 Euro anlegen möchten, bleibt Ihre persönliche Entscheidung.

In diesem Beispiel liegt der Ertrag beim Copy Trading immer bei 10 Prozent. Leider gilt diese Rechnung auch in die andere Richtung. Die Verluste hören erst dann auf, wenn Sie dem Trader nicht mehr folgen. Daher sollten Sie Ihre Signalgeber ständig im Blick behalten und bei Zertifikaten ein Stop-Loss-Limit setzen. Weitere Informationen und eine Auswahl der beliebtesten Broker finden Sie auf verschiedenen Webseiten im Internet.

2. Welche Vorteile und Nachteile gibt es beim Copy Trading?

Die Finanzbranche versucht sich gerne mit Auszeichnungen zu schmücken. In manchen Fällen klappt das und der Anleger zeigt sich beeindruckt. Doch es braucht keine Ausbildung, um an der Börse zu spekulieren. Der Indexanbieter S&P Dow Jones hat in einer Studie bewiesen, dass sogar Affen besser als Fondsmanager abschneiden. In einem Zeitraum von fünf Jahren scheiterten 96 Prozent aller Manager am S&P 500 – ein vernichtendes Urteil! Kaum einer konnte den Index schlagen, ganz anders beim Copy Trading.

Einige Händler erwirtschaften Traumrenditen von 5 bis 10 Prozent im Monat. Manche Trader können diese Gewinne über mehrere Monate halten und sogar eine Verdopplung erscheint möglich.

Bitte buchen Sie keinen teuren Urlaub, bevor Sie das Geld nicht auf Ihrem Konto haben! Genau hier liegt das größte Problem beim Copy Trading: Viele Anleger werden gierig und schalten ihren gesunden Verstand aus. Wäre der Börsenhandel wirklich so simpel, würde jeder aus 10.000 Euro locker eine Million machen. In der Realität kommt das nur sehr selten vor.

Leider folgt auf einen rasanten Anstieg meist ein schneller Kursverfall. Der Trader verzockt sich und Ihre Investition hat sich über Nacht halbiert. Die Gier ist ein schlechter Börsenratgeber. Orientieren Sie sich beim Copy Trading an diesen Zahlen: Seriöse Aktienhändler machen eine jährliche Rendite von 3 bis 15 Prozent. Spekuliert der Trader mit Hebelprodukten, sind 10 oder 20 Prozent möglich. Alles andere ist wildes Gezocke, bei dem ein Totalverlust droht.

3. Wie erkennen Sie einen guten Händler?

Fonds sind komplexe Finanzprodukte. Es braucht eine intensive Einarbeitungsphase, um diese Instrumente tatsächlich zu verstehen. Bei ayondo und Co. können Sie jeden Trade live einsehen und analysieren. Weicht der Händler von seiner Strategie ab, dürfen Sie Ihr Geld einfach abziehen. Zudem können Sie alle vergangenen Trades einsehen und daraus wertvolle Rückschlüsse ziehen.

Je mehr Transaktionen, desto geringer der Glücksfaktor. Der Hobby-Händler sollte mindestens 30 Trades gemacht haben. Sonst könnte es sich bei ihm um einen Blender handeln.

Tipp: Manche Trader landen einen Glückstreffer, der ihren Chart in die Höhe schraubt. Die Performance sollte ohne gigantische Kurssprünge konstant nach oben zeigen. Ein seriöser Händler kauft eher kleine Positionen und lässt sie höchstens 20 Prozent ins Minus rutschen.

4. Für wen ist Copy Trading geeignet?

Als Anleger müssen Sie einen guten Trader finden. Bei der Auswahl sollten Sie den Drawdown (höchster Verlust) und die jährliche Performance berücksichtigen.

Wer den Niedrigzinsen entfliehen möchte, ist mit einem Aktienhändler gut beraten. Halten Sie Abstand von Hebelprodukten, da sogar ein Totalverlust möglich ist. Die Plattformen bieten eine schlaue Suchfunktion an, mit denen Sie gezielt nach Kennzahlen suchen können. So finden Sie den Händler, der Ihren Vorstellungen am besten entspricht.

Copy Trading ist für jeden Anleger interessant. Die Bank zahlt kaum Zinsen und es müssen Alternativen her. Wünschen Sie sich eine höhere Performance, können Sie bis zu 20 Prozent Ihres Kapitals in risikofreudige Händler investieren. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, legt die restlichen 80 Prozent in solide Bankprodukte an.

Info: Immer mehr Experten entdecken das Copy Trading für sich. So bietet wikifolio sparplanfähige Produkte und es sind sogar Vermögensverwalter aktiv.

Fazit

Eine Studie der Uni Bochum hat ergeben, dass Copy Trading mit einem Hedge-Fonds vergleichbar ist. Der Anleger profitiert von einer hohen Rendite und kann auch kleine Summen wie 100 Euro investieren. In gewisser Weise sind Sie auf das Können des Traders angewiesen. Dieser Kritikpunkt wird häufig angeführt und die Plattformen haben darauf reagiert.

So dürfen Sie auf eToro lediglich 20 Prozent Ihres Kapitals einem Händler anvertrauen. Bei wikifolio können Sie einen erfolgreichen Trader anhand seiner Auszeichnungen erkennen. Ayondo hat ein komplexes Karriere-System eingeführt. Um die höchste Stufe zu erreichen, muss der Händler seiner Strategie über 365 Tage treu bleiben.

In gewisser Weise entwickelt sich der Hobby-Trader zum Profi-Händler. Wer langfristig konstante Gewinne einfährt, kann kaum noch als Börsenlaie bezeichnet werden. Investieren Sie viel Zeit in die Auswahl der richtigen Trader! Das ist die Erfolgsformel für das Copy Trading.

Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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