Aktien & Börse

Börsenwissen kompakt: Dreifacher Hexensabbat

Börsenwissen kompakt: Dreifacher Hexensabbat
geschrieben von Rolf Morrien

Börsianer nutzen oft ihre eigene Fachsprache. Was sich in einigen Fällen für den Laien nach Weltuntergang und Panik anhört, nimmt der erfahrene Börsianer nur zur Kenntnis. Ein gutes Beispiel für die eigene Sprache der Börsianer ist die Bezeichnung „Dreifacher Hexensabbat“.

Dieser auf Englisch als "Triple Witching Day“ bezeichnete Tag ist jeweils der dritte Freitag im dritten Monat des Quartals (März, Juni, September und Dezember). Am "Hexensabbat" verfallen an den Börsen gleich drei Arten von Termingeschäften: die Optionen auf Einzelaktien, die Optionen auf Indizes (z. B. DAX) und die Terminkontrakte auf Indizes. Daher spricht man von einem "Großen Verfall".

Ein Terminkontrakt bezeichnet einen Börsenvertrag zwischen Verkäufer und Käufer, bei dem der Vertragsgegenstand zu einem fixen Zeitpunkt in der Zukunft den Besitzer wechselt. Eine Option ist im Gegensatz dazu das Recht (und nicht die Verpflichtung) auf den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

Hexensabbat weltweit und in Deutschland
Weltweit fällt der Hexensabbat an allen wichtigen Börsen auf denselben Tag. Es verfallen also auch Kontrakte auf andere Indizes, internationale Aktien und Rohstoffe. In Deutschland verfallen gegen 12 Uhr Optionen und Terminkontrakte auf die Stoxx-Indizes (z. B. den EuroStoxx 50). Um 13 Uhr geht es dann für den Dax und MDax zur Sache. Am Ende des Handelstages – um 17:30 Uhr – verfallen an der deutschen Börse die Kontrakte auf Einzelaktien.

Die Eigentümer der Optionen werden versuchen, die Märkte in die jeweils von ihnen gewünschte Richtung zu lenken. Das löst unter Umständen heftige Ausschläge der Aktienkurse aus, die sich fundamental oder charttechnisch nicht erklären lassen.

Die Umsätze sind an Verfallstagen relativ hoch. So waren beim Verfallstag im Dezember 2009 rund 222 Millionen Aktien für 6,6 Milliarden Euro gehandelt worden. Das durchschnittliche Volumen an einem normalen Handelstag liegt deutlich darunter. Börsianer, die an hohen Umsätzen verdienen und über dünne Geschäfte klagen, freuen sich also auf den Hexensabbat.

Kleiner Hexensabatt
Neben dem großen Hexensabbat gibt es auch noch den kleinen Hexensabbat. Dieser findet jeweils am dritten Freitag eines Monats statt. Anders als die Terminkontrakte auf Börsenindizes – also der Dax-Future oder der MDax-Future – die nur alle drei Monate verfallen, werden die Optionen auf Einzelaktien und Indizes alle vier Wochen fällig. Das nennen Börsianer dann den "Kleinen Verfall".

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