Börsenpsychologie: Der richtige Umgang mit Kursverlusten

Börsenpsychologie? Was hat Börse denn mit Psychologie zu tun? Sehr viel: Damit bei Ihnen Wunsch und Wirklichkeit nicht auseinander fallen, ist es ratsam, sich mit einigen Grundregeln vertraut zu machen. Nur so können Sie auch nachhaltig erfolgreich am Börsengeschehen teilnehmen.

Gerade im Katastrophen-Jahr 2008 haben viele Anleger hart erarbeitetes Geld an der Börse verloren. Fehler macht jeder Anleger, aber man sollte den gleichen Fehler nicht wiederholen. Lernen Sie auch aus Ihren Verlusten. Überlegen Sie insbesondere, wie Sie mit den Verlusten umgegangen sind.

Anleger, die starke Emotionen in ihre Entscheidungsfindung  einfließen lassen, neigen eher zu Fehlentscheidungen, als Anleger, die auch bei Verlusten sachlich bleiben. Werfen Sie nicht sämtliche Regeln über Bord, weil Sie mit Ihrer Position kurzfristig im Minus liegen.

Börsenpsychologie: Es drohen 2 Fehler in Verlust-Situationen
Unterschieden wird zwischen zwei psychologischen Fehlern im Umgang mit Verlusten. Beide Arten führen zu destruktiven Emotionen. Der erste Fehler ist es, Verluste zu materialisieren. Beispiel: "Ich habe 3.000 Euro verloren, davon hätte ich in den Urlaub fliegen können." Das beeinflusst eine sinnvolle Handelsentscheidung. Wer verliert schon gerne einen Urlaub?

Der zweite Fehler liegt vor, wenn zusätzlich zum materiellen Verlust auch noch die Selbsteinschätzung negativ beeinflusst wird. Kommt es zu negativen Auswirkungen auf die mentale Einstellung, untergräbt das die Disziplin, richtige Entscheidungen zu fällen. Beide Arten lähmen den Aktionär.

Börsenpsycholgie: Verbilligen ist fast immer die falsche Strategie
In guten Börsenzeiten wurde das Selbstbewusstsein durch Gewinne bestärkt. Selbstüberschätzung war die Folge. Kommt es dann zu Verlusten, versucht man oft, "mit der Brechstange" so schnell wie möglich diese Verluste wieder auszugleichen. Die Risikobereitschaft steigt und im schlimmsten Fall wird unbegründet nachgekauft.

Bleiben Sie diszipliniert. Stellen sie sich in solchen Situationen die Frage: "Würde ich diese Aktie heute noch neu kaufen, oder kaufe ich nur, um den Einstiegskurs optisch zu drücken, damit das Minus kleiner erscheint?"  Wenn der Wert Sie nicht mehr zu 100% überzeugt, dann trennen Sie sich von dieser Position. Psychologisch fällt es oft schwer, Wertpapiere mit Verlust zu verkaufen. Die Hoffnung, den Einstiegskurs wieder zu erreichen, ist größer als die Furcht vor weiteren Verlusten – oft ein fataler Fehler.

Veröffentlicht am 8. Juli 2010
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