Börsen- und Finanzlexikon

Hier finden Sie die wichtigsten Börse- und Finanzbegriffe.

  • Ad hoc-Publizität; Unternehmen, die zum Handel an einer inländischen Börse zugelassen sind, müssen neue wichtige Tatsachen der Unternehmensentwicklung unverzüglich veröffentlichen. Dies kann in einem Börsenpflichtblatt oder über elektronische Informationssysteme geschehen. Allerdings sind das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel sowie die Börsenteilnehmer zuerst über die für die Entwicklung der Kurse relevante Nachrichten zu informieren. Auf diese Weise soll insbesondere den so genannten Insidergeschäften der Boden entzogen werden.
  • Aktiengesellschaft; Abkürzung: AG, Kapitalgesellschaft, die für ihre Verbindlichkeiten nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen haftet. Gesellschafter sind die Aktionäre, die in Höhe ihrer Einlagen an dem in Aktien zerlegten Grundkapital beteiligt sind. Organe der Aktiengesellschaft sind neben Vorstand und Aufsichtsrat die Hauptversammlung.
  • Aktienindex; Kennziffer, welche die Veränderungen von Aktienkursen im Verhältnis zu einem gewählten Basiswert im Zeitverlauf widerspiegelt. Je nach Ausgestaltung der Indizes lassen sich Aussagen über Branchen, Märkte und Unternehmen treffen. Zu den wichtigsten Aktienindizes gehören der DAX, der Dow-Jones-Index, der FM-DAX, der FNEMAX 50 oder der FStandard & Poors 500.
  • Aktienumtausch;
    1. Zusammenlegung von Aktien bei einer ordentlichen Kapitalherabsetzung. Hier wird eine bestimmte Anzahl von Altaktien gegen eine geringere Zahl neuer Aktien mit gleichem Nennwert umgetauscht.
    2. Bei Verschmelzungen von Aktiengesellschaften (Fusionen). Hier werden die Aktien des übertragenden Unternehmens gegen jene des aufnehmenden bzw. neu gegründeten umgetauscht.
  • Amtlicher Handel; auch Amtlicher Markt, gilt als der wichtigste Teilmarkt auf Grund der strengeren Zulassungskriterien und staatlichen Aufsicht (Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel) als bei den Segmenten Geregelter Markt und Freiverkehr. Sind die Wertpapiere nicht qua Gesetz zugelassen, wie z. B. Bundesanleihen, müssen sie verschiedene Anforderungen gemäß Börsenzulassungs-Verordnung erfüllen.
  • Ausgabeaufschlag; auf den Rücknahmepreis (Anteilswert) eines Investmentfonds bezogener Prozentsatz, mit dem Investmentgesellschaften primär die mit dem Vertrieb des Produktes entstehenden Kosten decken. Die Höhe des Aufschlages hängt vom Anlageschwerpunkt des Fonds ab, wird aber stets von der Investmentgesellschaft festgelegt.
  • Baisse; durch anhaltend fallende Kurse gekennzeichnete negative Entwicklung an den Börsen. Wenngleich sie sich oftmals auf große Teile des Marktes erstreckt, können auch nur Teilmärkte betroffen sein. Gegenteil: Hausse.
  • Benchmark; Beziehungsgröße, z. B. Aktienindex, die einem Kapitalgeber zur Erfolgsbeurteilung eines Investments dient.
  • Bestens; Verkaufsauftrag von Wertpapieren, der ohne Kursuntergrenze erfolgt (Limit), aber mit der Weisung zum höchstmöglichen Kurs zu verkaufen – also zu den bestmöglichen Bedingungen am Verkaufstag. Gegenteil: Billigst.
  • Bezugsrecht; Recht der Aktienbesitzer (Aktionäre) bei der Kapitalerhöhung einer Aktiengesellschaft entsprechend ihrem Anteil am bisherigen Grundkapital, so genannte junge Aktien zu erhalten. Auf diese Weise kann der bisherige relative Anteil am Grundkapital nach der Emission aufrecht erhalten werden.
  • Bilanz; am Ende eines Geschäftsjahres erstellter Gesamtabschluss eines Unternehmens. Gegenübergestellt werden das Anlage- und Umlaufvermögen (Aktiva) und das Eigen- und Fremdkapital (Passiva). Im Saldo ergibt sich mit dem Bilanzgewinn der Erfolg eines Unternehmens. Unterschieden wird zwischen der Handels- und Steuerbilanz.
  • Billigst; Kaufauftrag von Wertpapieren, der ohne Kursobergrenze erfolgt (Limit), aber mit der Weisung zum möglichst niedrigen Kurs zu kaufen – also zu den bestmöglichen Bedingungen am Kauftag. Gegenteil: Bestens.
  • Blue Chips; Bezeichnung amerikanischen Ursprungs für Aktien großer, umsatz- und ertragsstarker, international tätiger Unternehmen. Gemeint sind insbesondere jene Gesellschaften, deren Kurse in die Berechnung von Aktienindizes einfließen. Deutsche Bezeichnung: Standardwerte.
  • Börsencrash; große Vertrauenskrise an den Aktienmärkten, die zu massiven Kursstürzen an den Weltbörsen führt. So geschehen am 19. Oktober 1987, als an der New Yorker Börse der Dow Jones Index um 508 Indexpunkte fiel. Eine ähnliche Situation gab es zuvor am so genannten schwarzen Freitag, den 25. Oktober 1929.
  • Börsennotierung; Festsetzung der amtlichen Kurse von Wertpapieren, die an den entsprechenden Handelsplätzen (Börsen) gehandelt werden. Dies wird durch den Börsenvorstand geleistet, der diese Aufgabe Kursmaklern übertragen kann.
  • Briefkurs; nach Handelsplätzen unterschiedliche Bedeutung: bei Wertpapieren der Kurs, zu welchem ein Angebot, jedoch keine Nachfrage vorliegt; bei Devisen den Verkaufskurs durch Banken und bei Termingeschäften den verbindlich gestellten Verkaufskurs.. Siehe auch  Geldkurs.
  • Bruttoinlandsprodukt; Abkürzung: BIP, drückt den Wert aller jährlich im Inland erzeugten Güter und Dienstleistungen nach Abzug der Vorleistungen und Importe in einer Währungseinheit, z. B. Euro aus.
  • Bruttosozialprodukt; Abkürzung: BSP, auch Bruttonationaleinkommen, ergibt sich aus dem Bruttoinlandsprodukt unter Berücksichtigung der entstandenen Primäreinkommen. Jene, die ins Ausland geflossen sind müssen daher abgezogen und umgekehrt solche Primäreinkommen hinzugefügt werden, die von inländischen Wirtschaftseinheiten aus dem Ausland bezogen wurden.
  • Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel; Abkürzung: BAWe, übt als selbstständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Finanzen die Aufsicht nach dem Wertpapierhandelsgesetz aus. Dabei soll Missständen entgegengewirkt werden, welche die ordnungsgemäße Durchführung des Wertpapierhandels beeinträchtigen können.
  • Call-Option; bezeichnet eine Kaufvereinbarung. Hier erwirbt der Käufer das Recht, einen bestimmten Bezugswert, z. B. eine Aktie, innerhalb eines festgelegten Zeitraums zum vereinbarten Preis, dem so genannten Basispreis zu erwerben. Der Kontrahent dieses Vertrages wird Stillhalter genannt, weil er bis zum Ablauf des Zeitraums für die Ausübung der Option in der Lage sein muss, den Bezugswert jederzeit zu liefern. Er darf diese Wertpapiere also nicht veräußern, wofür er vom Erwerber der Call-Option eine Prämie erhält, die zumeist über dem Ertrag vergleichbarer Anlagen am Kapitalmarkt liegt. Gegenteil: Put-Option
  • Cashflow; angloamerikanische Bezeichnung, gibt im Allgemeinen den Einnahmeüberschuss eines Unternehmens innerhalb einer Periode an. Im Rahmen der Unternehmensanalyse gibt diese Kennzahl Aufschluss über die Ertragskraft und Liquidität. Herangezogen wird der Cashflow insbesondere bei der Beurteilung geplanter Investitionsvorhaben.
  • Charttechnik; Methode zur grafischen Darstellung von Zahlenreihen börsennotierter Werte (Börsennotierung) und Indizes (Aktienindex). In der Anwendung unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen, wie Linien- oder Balkencharts. Aus den sich ergebenden Mustern und Formationen können Trends für Kursentwicklungen abgeleitet werden.
  • DAX; Abkürzung: Deutscher Aktienindex, als Aktienindex bildet er die Wertentwicklung der 30 größten deutschen Aktientitel ab, die in fast allen großen Branchen beheimatet sind. Das Kursbarometer repräsentiert damit einen Großteil des in Deutschland zum Börsenhandel zugelassenen Kapitals inländischer Aktiengesellschaften. Die maßgeblichen Auswahlkriterien sind die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz. Die Gewichtung der Gesellschaften in dem Index orientiert sich an deren börsennotiertem Grundkapital.
  • Deflation; Überschuss des Angebots an Gütern und Dienstleistungen gegenüber der Gesamtnachfrage mit der Folge nachhaltiger allgemeiner Preissenkungen. Infolgedessen entwickelt sich ein Prozess erhöhter Lagerhaltungen, verminderter Investitionstätigkeiten, reduzierter Einkommen und Gewinne und einer zunehmenden Arbeitslosigkeit, der zu wirtschaftlichen Rückschritten führt. Gegenteil: Inflation.
  • Depot; Ort der Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren. Die Depotführung wird von Kreditinstituten oder darauf spezialisierten Gesellschaften gegen die Entrichtung einer Gebühr (Depotgebühr) wahrgenommen. Gewöhnlich werden dabei weitere Leistungen angeboten, wie das Einziehen der Dividenden und Zinsen oder das Ausüben von Bezugsrechten.
  • Devisen; Forderungen und Guthaben, die auf fremden Währungen basieren und im Ausland zahlbar sind. Siehe auch Briefkurs und Geldkurs.
  • Direktbanken; Kreditinstitute, die auf eine Präsenz vor Ort verzichten und ihre Dienstleistungen Privat- wie Geschäftskunden ausschließlich über Telefon, Internet und auf postalischem Weg anbieten – dies freilich nahezu rund um die Uhr. Siehe auch FHome-Banking.
  • Disagio; deutsche Bezeichnung: Abgeld; Preisabschlag auf den Nennwert einer Schuldverschreibung oder eines Darlehensbetrages. Bei Schuldverschreibungen stellt es die Differenz zum niedrigeren Emissionskurs dar. (Emission). Bei Darlehen führt ein solches Abgeld zu einer verminderten Darlehensauszahlung und folglich zu einer Erhöhung des Effektivzinses.
  • Diskontsatz; jährlicher Zinssatz, welchen die Deutsche Bundesbank beim Ankauf von Wechseln, also schuldrechtlichen Wertpapieren, den Kreditinstituten berechnet. Die Gestaltung dieses Zinssatzes gilt als klassisches währungspolitisches Instrument der Notenbank.
  • Dividende; ausgeschütteter (ausgezahlter) Anteil am Gewinn einer Aktiengesellschaft. Die Höhe der Dividende wird im Rahmen der Hauptversammlung festgelegt. Die Dividendenverteilung kann in bar (Bardividende) oder Aktien erfolgen (Stockdividende).
  • Dow-Jones-Index; umgangssprachliche Bezeichnung für den wichtigsten amerikanischen Aktienindex Dow Jones Industrial Average. Das Kursbarometer bildet die Wertentwicklung der 30 wichtigsten amerikanischen Aktientitel ab. Deren Gewichtung im Index bestimmt sich alleinig durch deren relativen Kurs und wird vom Verlagshaus Dow-Jones & Co. börsentäglich berechnet und publiziert.
  • Einlagensicherungsfonds; Pflichtinstitution der staatlichen Bankenaufsicht zum Schutz von Einlegern. Danach erhalten bei Zahlungsunfähigkeit (Insolvenz) eines Kreditinstitutes deren Gläubiger ihr eingezahltes Kapital innerhalb bestimmter Größenordnungen durch diese Schutzeinrichtung zurück.
  • Emerging Markets; auch Schwellenmärkte, Aktienmärkte von Ländern, denen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Entwicklung zugetraut wird, dass sie zu den Industriestaaten aufschließen, also die Schwelle vom unter- zum hoch entwickelten Land überwinden können. Gerechnet werden hierzu im Allgemeinen Griechenland, Argentinien, Chile, Brasilien, Thailand, Taiwan und Indien.
  • Emission; Ausgabe neuer Wertpapiere. Dies beinhaltet deren Ausstellung, Unterbringung im Publikum sowie Einführung in den amtlichen Verkehr mit dem Ziel der Kapitalbeschaffung. Die ausgebenden Gesellschaften oder öffentlichen Körperschaften werden als Emittenten bezeichnet. Siehe auch Going public.
    Ertragswertverfahren; gängige Berechnungsmethode zur Ermittlung des Ertragswertes einer Immobilie. Als Ertragswert wird der kapitalisierte Jahresmietwert verstanden, vermindert um den in der betrachteten Periode angefallenen Erhaltungsaufwand. Die Höhe des Ertragswertes hängt dabei maßgeblich vom Alter und Zustand des Objekts ab. Angewandt wird dieses Verfahren ebenso zur Ermittlung des Gesamtwertes eines Unternehmens im Hinblick auf die zu erwartenden Reinerträge.
  • Euro STOXX 50; Kurzbezeichnung eines Indexes der Stoxx-Familie von Dow Jones. Der Dow Jones Euro STOXX 50 gibt die Wertentwicklung von 50 europäischen Blue Chips wieder. Maßgeblich für die Gewichtung der Aktiengesellschaften ist deren Grundkapital, losgelöst vom börsennotierten Anteil. Der Indexanbieter will jedoch künftig bei der Zusammensetzung der Kursbarometer, wie andere große Anbieter auch, auf die Marktkapitalisierung umstellen.
  • Floating Rate Notes; kurz Floater genannt, Schuldverschreibung mit variabler Verzinsung. Dabei zahlt der Herausgeber (Emittent) nach jeder Zinsperiode, gewöhnlich nach Ablauf von 3, 6 oder 12 Monaten die vereinbarten Zinsen; gleichzeitig wird der Zinssatz für die neue Periode bekannt gegeben, der sich zumeist an Geldmarktsätzen wie den Libor oder Fibor orientiert. Im Regelfall sind Floater mit einem vorzeitigen Kündigungsrecht durch den Emittenten ausgestattet (Call-Option).
  • Freiverkehr; Teilmarkt für den Handel mit Wertpapieren, die nicht am Amtlichen Markt (Amtlicher Handel) oder am FGeregelten Markt gehandelt werden. Hier gilt ein vereinfachtes Zulassungsverfahren ohne Prospekthaftung. Allerdings unterliegt der Freiverkehr der Missbrauchsaufsicht.
    Fundamentalanalyse; Methode zur Prognose der Entwicklung von Aktienkursen, basierend auf dem Inneren Wert eines Unternehmens, d. h. auf betriebswirtschaftliche Größen, welche die aktuelle und künftige Ertragslage eines Unternehmens wieder geben. Fundamentalanalytiker gehen davon aus, dass mittel- bis langfristig der Innere Wert und der Aktienkurs in einer positiven Wechselbeziehung (Korrelation) zueinander stehen. Siehe auch Technische Analyse.
  • Fusion; rechtliche und wirtschaftliche Verschmelzung von zwei oder mehreren ehemals selbstständigen Unternehmen. Zu unterscheiden sind Verschmelzungen durch Aufnahme einer oder mehrerer Gesellschaften sowie durch Neubildung.
    Futures; standardisiertes Termingeschäft, bei dem sich der Verkäufer zur Lieferung einer bestimmten Ware oder Finanzinstrumentes zu einer festgelegten Menge, Preis und Termin verpflichtet. Der Käufer garantiert die Abnahme des Vertragsgegenstandes zu den vereinbarten Konditionen. Entsprechend des Gegenstandes des Kontraktes unterscheidet man zwischen financial futures beim Handel mit Finanztiteln und commodity futures bei Waren und Rohstoffen. Siehe auch Hedging.
  • Geldkurs; nach Handelsplätzen unterschiedliche Bedeutung: bei Wertpapieren der Kurs, zu welchem Nachfrage, jedoch kein Angebot vorliegt; bei Devisen den Ankaufskurs durch Banken und bei Termingeschäften den verbindlich gestellten Ankaufskurs. Siehe auch  Briefkurs.
  • Geregelter Markt; zweitwichtigster Teilmarkt für den Handel mit Wertpapieren, die nicht am Amtlichen Markt (Amtlicher Handel) oder im Freiverkehr gehandelt werden. Diese Nebenbörse bietet gegenüber dem Amtlichen Markt erleichterte Zulassungskriterien. Die Feststellung des Börsenpreises ist zwar nicht-amtlich, jedoch amtlich beaufsichtigt.
  • Geschäftsbericht; jährliche gesetzlich vorgeschriebene Veröffentlichung einer Aktiengesellschaft, die neben dem Jahresabschluss die Berichte des Vorstandes und des Aufsichtsrates sowie einen Vorschlag zur Gewinnverwendung enthält. Alternativ kann auch ein Jahresabschluss mit einem entsprechenden Anhang sowie eines Lageberichts veröffentlicht werden.
  • Geschlossene Fonds; Investmentfonds mit bei Emission fest gelegtem Gesellschaftskapital. Die Zeichnung von Anteilen ist nur innerhalb einer bestimmten Frist möglich. Anschließend können die erworbenen Anteile nicht jederzeit zurückgegeben werden. Dies ist grundsätzlich erst nach Erreichen vorgegebener Anlagezeiträume möglich. Dieser Fondstyp unterliegt nicht den gesetzlichen Bestimmungen des KAGG.
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung; Abkürzung: GmbH, handelsrechtliche Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit. Das Stammkapital wird von den Gesellschaftern in Form von Stammeinlagen aufgebracht, auf deren Höhe sich ihre Haftung beschränkt. Gesetzlich vertreten wird die GmbH durch einen oder mehrere Geschäftsführer.
  • Gewinn je Aktie; auch Earnings per Share, kurz EPS, wesentliches Kriterium zur Bewertung der Ertragskraft eines Unternehmens im Rahmen der Fundamentalanalyse. Hierbei soll einerseits der Gewinnbegriff einheitlich definiert sein, um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen. Andererseits sollen Bewertungseinflüsse ausgeklammert sein, damit der Gewinn dem tatsächlich erwirtschafteten Ergebnis entspricht. Da der veröffentlichte Jahresüberschuss nur beschränkt aussagefähig ist, hat sich in Deutschland die Verwendung der DVFA-Formel durchgesetzt. Hierbei wird die Ermittlung des Jahresüberschusses um alle Sondereinflüsse, wie außerordentliche oder aperiodische Aufwendungen und Erträge bereinigt.
  • Gewinnspanne; Gewinn in Prozent des Umsatzes. Als umsatzbezogene Bewertungsgröße zur Rentabilität gibt die Gewinnspanne Hinweise auf die Ertragslage des Unternehmens in Verbindung mit der Kapitalumschlagshäufigkeit, also dem Grad der Nutzung des investierten Kapitals.
  • Gewinnthesaurierung; Form der Selbstfinanzierung durch die Einbehaltung des in der Periode erzielten Gewinns. Dies kann über die Bildung von Rücklagen (offene Selbstfinanzierung) oder stillen Reserven (verdeckte Selbstfinanzierung) geschehen.
  • Going public; Umwandlung einer Personengesellschaft in eine Aktiengesellschaft bei gleichzeitiger Einführung der Aktien an einer Börse. Ebenso versteht man unter einem going public die Zulassung von bisher nicht börsennotierten Aktien an der Börse. Der Gang von Unternehmen an die "Öffentlichkeit" erfolgt zumeist vorrangig mit dem Ziel, den Kapitalmarkt als Finanzierungsquelle zu erschließen.
  • Grundpfandrecht; ein vorrangig der Kreditsicherung dienendes Pfandrecht an Grundstücken. Dieses wird mit Geldleistungen abgegolten. Bleiben diese aus, kann der Inhaber des Pfandrechts das Grundstück zur Zwangsvollstreckung vorsehen. Die gebräuchlichsten Formen sind Hypotheken und Grundschulden, die in der Abteilung III des Grundbuchs eingetragen werden.
  • Hauptversammlung; Abkürzung: HV, Beschluss fassendes Organ der Aktiengesellschaft und Kommanditgesellschaft auf Aktien. In der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung können die Aktionäre ihre Rechte ausüben, z. B. die Bestellung der Mitglieder des Aufsichtsrates oder die Verwendung des Bilanzgewinns.
  • Hausse; durch anhaltend steigende Kurse gekennzeichnete positive Entwicklung an den Börsen. Wenngleich sie sich oftmals auf große Teile des Marktes erstreckt, können auch nur Teilmärkte betroffen sein. Gegenteil: Baisse.
  • Hedging; Technik zur Absicherung gegen Verluste beim Engagement an der Börse. Diese Absicherung eines Portfolios gegen Risiken bei der Entwicklung des Zinses oder Kurses kann bspw. durch Futures oder Optionen erfolgen.
    Home-Banking; auch Online-Banking, Kontoführung sowie Abwicklung des Zahlungsverkehrs und anderer Finanzdienstleistungen per Internet vom Personal Computer aus. Im weiteren Sinn zählt auch das Online-Brokerage hierzu, also der Wertpapierhandel auf virtueller Basis. Home-Banking fördert die Akzeptanz und Präsenz von Direktbanken.
  • Inflation; anhaltende Steigerungen des Preisniveaus bzw. Kaufkraftschwund des Geldes. Allgemein liegt ihre Entstehung in einer gesamtwirtschaftlichen Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen begründet, sofern diese zum selben Zeitpunkt das gesamtwirtschaftliche Angebot übertrifft und den daraus resultierenden Preissteigerungen mit einer Ausweitung des Geldvolumens begegnet wird. Den prozentualen Anstieg des durchschnittlichen Preisniveaus einer Volkswirtschaft drückt die Inflationsrate aus. (Preissteigerungsrate) Gegenteil: Deflation.
  • Insolvenz; Zahlungsunfähigkeit in dem Sinne, dass die finanziellen Forderungen dauerhaft nicht erfüllt werden können. Für Unternehmen kann eine Insolvenz eine Sanierung, einen Vergleich oder Konkurs zur Folge haben.
  • Jahresabschluss; setzt sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung, der Handelsbilanz sowie ggf. dem Lagebericht zusammen. Dabei soll der Jahresabschluss die tatsächlichen Verhältnisse der Gesellschaft im Hinblick auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für das abgelaufene Geschäftsjahr wieder geben.
  • KAGG; Abkürzung für Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften, beinhaltet Bestimmungen über die Organisation deutscher Investmentgesellschaften, Vorschriften für die Zusammensetzung von Portfolios sowie steuerliche Regelungen.
  • Kommanditgesellschaft; Abkürzung: KG, Personengesellschaft mit mindestens zwei Gesellschaftern, von denen einer mit seinem gesamten Vermögen (Komplementär) und zumindest ein weiterer bis zur Höhe seiner Kapitalanlage (Kommanditist) für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet. Besondere Form: Kommanditgesellschaft auf Aktien. Siehe auch Personengesellschaften.
  • Kommanditgesellschaft auf Aktien; Abkürzung: KGaA, eine Kapitalgesellschaft, deren juristische Person mit einer eigenen Rechtspersönlichkeit ausgestattet ist. Bei dieser besonderen Form der Kommanditgesellschaft gibt es mindestens einen persönlich haftenden Gesellschafter (Komplementär), der mit seinem gesamten Vermögen in vollem Umfang haftet. Die (Kommandit)aktionäre haften hingegen lediglich mit ihren in Aktien verbrieften Einlagen.
  • Konkurs; gerichtliches Verfahren, in dem alle Gläubiger anteilig durch Zwangsvollstreckung, einem öffentlich-rechtlichen Verfahren zur Einholung von Geld- und Sachforderungen, aus dem Gesamtvermögen des Schuldners, der so genannten Konkursmasse, befriedigt werden. Gründe für die Einleitung eines Konkurses sind die Zahlungseinstellung auf Grund bestehender FInsolvenz oder bei Kapitalgesellschaften und sonstigen juristischen Personen die Überschuldung. Der Konkurs kann durch einen FVergleich abgewendet werden.
  • Konzern; Zusammenfassung von mindestens zwei rechtlich selbstständigen Unternehmen unter eine einheitliche Leitung. Die am Konzern beteiligten Unternehmen sind zumeist über Kapitalbeteiligungen, aber auch über vertragliche Bedingungen miteinander verbunden. Im Gegensatz zu den einzelnen Teilunternehmen verfügt der Konzern über keine eigene Rechtspersönlichkeit.
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis; Abkürzung: KGV, auch Price-Earning-Ratio (PER) genannt, Kennzahl zur Beurteilung der Ertragskraft eines Unternehmens. Zur Berechnung wird der aktuelle Kurs einer Aktie geteilt durch den FGewinn je Aktie. Im Ergebnis zeigt sich, mit dem Wievielfachen des Jahresgewinns eine Aktie bewertet ist. Folglich ist ein Unternehmen umso günstiger bewertet, desto kleiner das KGV ist.
  • Limit; generell Begrenzung des Kurses, also des Preises, zu dem im Auftrag des Kunden Wertpapiere, gekauft oder verkauft werden sollen. Siehe auch Bestens und Billigst.
  • Liquidität; Fähigkeit eines Unternehmens oder Kreditinstitutes, den Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen zu können. Mit Hilfe verschiedener Liquiditätskennzahlen lassen sich Aussagen über das finanzielle Gleichgewicht einer Gesellschaft treffen. Außerdem wird mit dem Begriff der Liquidität die Nähe eines Gutes zum Geldstadium beschrieben. Gemeint ist damit die Eigenschaft von Gütern, in flüssige Mittel verwandelt werden zu können.
  • Marktkapitalisierung; auch Börsenwert oder -kapitalisierung, Marktpreis einer FAktiengesellschaft. Die Kennzahl errechnet sich aus der Summe aller börsennotierten Aktien multipliziert mit deren Kurs und spielt eine wichtige Rolle bei der Zusammensetzung von Aktienindizes.
  • MDAX; Abkürzung für Midcap-Index, bildet die 31 bis 100 umsatzstärksten deutschen Aktien ab, die im Amtlichen Handel oder Geregelten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Damit repräsentiert der MDAX jene so genannten MidCaps, die im DAX-100, aber nicht im FDAX enthalten sind. Der Index wird minütlich neu berechnet und publiziert.
  • Neuer Markt; seit März 1997 bestehendes Handelssegment der Frankfurter Wertpapierbörse, das kleinen und mittleren wachstumsstarken Unternehmen aus Branchen mit innovativen Produkten oder Dienstleistungen den Gang zur Börse ermöglicht (Going public). Auf Grund einer ausgeprägten Ad-hoc-Publizität ist von den Unternehmen eine höhere Bereitschaft zur so genannten Investor-Relations-Politik (Öffentlichkeitsarbeit) gefordert.
  • NEMAX 50; Aktienindex, der die Entwicklung der Aktienkurse der 50 umsatzstärksten Unternehmen am Neuen Markt widerspiegelt.
  • Obligation; auch Anleihe oder Schuldverschreibung, Wertpapier mit grundsätzlich fester Verzinsung während der gesamten Laufzeit. Mit der Ausgabe von Obligationen beschaffen sich die Emittenten, d. h. die öffentliche Hand, Banken oder Industrieunternehmen Fremdkapital.
  • Optionsscheine; auch Warrants, Wertpapiere, die innerhalb eines bestimmten Zeitraumes oder zum Laufzeitende das Recht verbriefen, bspw. Aktien, Devisen oder Anleihen zu einem vorher festgelegten Preis zu beziehen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Eine Sonderform, so genannte Naked Warrents, sind nicht an ein Finanzierungsinstrument gekoppelt und werden ausschließlich von Kreditinstituten herausgegeben.
  • Performance; drückt die Wertentwicklung bzw. den Wertzuwachs von Kapitalanlagen aus. Damit dient sie auch zur Beurteilung der Leistungen des Managements von Investmentfonds.
  • Personengesellschaften; Unternehmensform, bei der die Gesellschafter für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft persönlich haften. Neben der Einzelunternehmung zählen hierzu die Offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft.
  • Pfandbrief; fest verzinsliches Wertpapier (Schuldverschreibung), das von Hypothekenbanken oder öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten herausgegeben wird. Pfandbriefe dienen zur Finanzierung von Hypothekarkrediten, also durch Grundpfandrechte gesicherte langfristige Darlehen. Bei der Emission und Deckung müssen bestimmte gesetzliche Vorschriften beachtet werden.
    Portfolio; auch Portefeuille, je nach Betrachtungsweise Gesamtbestand an Geldanlagen oder Wertpapieren von Banken, Versicherungs- oder Kapitalanlagegesellschaften, Investmentfonds oder Privatpersonen.
  • Put-Option; bezeichnet eine Verkaufsvereinbarung. Der Käufer erwirbt das Recht, einen bestimmten Bezugswert, z. B. eine Aktie, innerhalb eines festgelegten Zeitraums zum vereinbarten Preis, dem so genannten Basispreis zu verkaufen. Der Kontrahent dieses Vertrages wird Stillhalter genannt, weil er bis zum Ablauf des Zeitraums für die Ausübung der Option in der Lage sein muss, die vereinbarte Kaufsumme bereit zu stellen. Dafür erhält er vom Erwerber eine Prämie, die zumeist über dem Ertrag vergleichbarer Anlagen am Kapitalmarkt liegt. Gegenteil: Call-Option
  • Reingewinn; auch Bilanzgewinn, Überschuss der Erträge über die Aufwendungen nach vorheriger Berücksichtigung von Abschreibungen, Rückstellungen und Rücklagen. Der Reingewinn kann ausgeschüttet oder einbehalten werden. Über diese Gewinnverwendung beschließt bei Aktiengesellschaften die Hauptversammlung.
  • Rendite; Kennziffer für den Gesamterfolg einer Kapitalanlage. Sie beziffert im Allgemeinen den auf das eingesetzte Kapital erzielten Ertrag einer Kapitalanlage innerhalb eines bestimmten Zeitraumes,. Üblicherweise wird die Rendite in Prozent angegeben und bezieht sich zumeist auf ein Jahr. Auf diese Weise können verschiedene Anlagealternativen miteinander verglichen werden. Beeinflussende Faktoren sind im Wesentlichen die mit einer Geldanlage verbundenen Kosten, Erträge und Kursveränderungen.
  • Rentabilität; drückt den Gewinn pro Einheit des investierten Kapitals aus und dient der Beurteilung der erwirtschafteten Kapitalverzinsung in einer Periode. Damit gilt sie als wichtiger Maßstab zur Erfolgsmessung, Analyse und Planung. Durch die Anwendung bestimmter Kapitalgrößen, wie das Eigen- oder Grundkapital lassen sich differenzierte, zielgerichtete Ergebnisse ermitteln, z. B. Eigenkapitalrentabilität.
  • Rücklagen; Kapitalreserven, im Sinne von Eigenkapitalteilen, die über das nominelle Haftungskapital hinausgehen. Unterschieden wird dabei zwischen Kapitalrücklagen, bei denen dem Unternehmen das Kapital von außen zufließt, z. B. durch die Gesellschafter sowie Gewinnrücklagen. Ihre Bildung wird grundsätzlich nur aus den versteuerten Gewinnen geleistet und ist in einem bestimmten Umfang gesetzlich vorgeschrieben. Im Gegensatz zu den stillen Reserven sind Rücklagen in der Bilanz offen ausgewiesen.
  • Sanierung; Wiederherstellung eines finanziell Not leidenden Unternehmens. (Insolvenz) Neben reinen Finanzierungs-maßnahmen werden häufig gleichzeitig Umstrukturierungen, personelle Veränderungen, Rationalisierungsmaßnahmen, u.a. eingeleitet. Eine fehlgeschlagene Sanierung kann zu einem Vergleich oder Konkurs führen.
  • Schufa; Abkürzung: Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung; Organisation, deren Mitglieder Kreditinstitute und Unternehmen sind, die an Privatpersonen Kredite herausgeben. Während sich die Mitglieder verpflichten, der Schufa im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften Kreditherausgaben und -ablehnungen mitzuteilen, erhalten diese von der Schufa Informationen über Kreditgewährungen, -ablehnungen und -abwicklungen, einschließlich möglicher damit verbundener gerichtlicher Verfahren.
  • Schuldverschreibungen; in- und ausländische Wertpapiere mit fester Verzinsung, die von öffentlichen oder privaten Schuldnern primär als Obligationen, Pfandbriefe oder Anleihen herausgegeben werden.
    Shareholder Value; langfristiger strategischer Ansatz, der alle Aspekte einer Unternehmensführung beinhaltet, die sich an dem Nutzen der Aktionäre ausrichten. Deren Erwartungen richten sich nach den so genannten Opportunitätskosten, die ihnen als Anteilseigner (Shareholder) und Kapitalgeber durch den Verzicht auf eine Anlagealternative entstehen.
  • SMAX; neueres Handelssegment der Deutsche Börse AG, das sich an so genannte Small Caps richtet. Gemeint sind damit kleine bis mittlere Unternehmen, die zum FAmtlichen Handel oder Geregelten Markt zugelassen sein und eine Reihe von Qualitätsstandards erfüllen müssen.
  • Standard & Poors 500; anerkannter US-amerikanischer Aktienindex der gleichnamigen Rating-Agentur, der die Wertentwicklung von 500 an der New Yorker Börse gelisteten Unternehmen abbildet. Das Kursbarometer setzt sich aus rund 400 Industrieaktien sowie Versorgungs-, Verkehrs- und Finanztiteln zusammen.
  • Stille Reserven; Differenz zwischen den Buchwerten und den tatsächlichen höheren Werten des Anlage- und Umlaufvermögens (Aktiva) sowie zwischen den Buchwerten und den tatsächlichen niedrigeren Werten beim Eigen- und Fremdkapital (Passiva) der Bilanz eines Unternehmens. Sie entstehen durch Preisänderungen, welche Differenzen zwischen Markt- und Buchwerten hervorrufen sowie durch das Ausnutzen von Wahlrechten bei der Bilanzierung und Bewertung durch den Bilanzaufsteller. Im Gegensatz zu den Rücklagen sind sie in der Bilanz nicht unmittelbar zu erkennen, infolgedessen mit ihrer gezielten Auflösung bzw. Bildung der Jahreserfolg eines Unternehmens manipuliert werden kann.
  • Stock-Picking; gezielte Einzelauswahl von Aktien im Zuge der Zusammensetzung eines Portfolios. Bezeichnet auch einen Anlagestil beim Management von Investmentfonds (aktives Fondsmanagement).
  • Stopp-buy-Order; Kaufauftrag mit der Maßgabe, diesen billigst auszuführen, sobald der Kurs ein gesetztes Limit überschreitet. Diese Auftragsform ist für solche Anleger interessant, die sich bei steigenden Kursen engagieren wollen.
  • Stopp-loss-Order; Verkaufsauftrag mit der Maßgabe, diesen Fbestens auszuführen, sobald der Kurs ein gesetztes Limit unterschreitet. Diese Auftragsform ist für solche Anleger interessant, die sich einen bereits erzielten Gewinn weitgehend sichern bzw. einen möglichen Verlust eingrenzen wollen.
  • Technische Analyse; Methode zur Prognose der Kursentwicklung von Wertpapieren durch die Auswertung börsenbezogener Daten, insbesondere der festgestellten Kurse und Umsätze – im Gegensatz zur Fundamentalanalyse, die sich auf gesamtwirtschaftliche und unternehmensbezogene Daten stützt. Werkzeuge der technischen Analyse sind Indikatoren und die Charttechnik.
    Turn-around; Kursaufschwung oder Erholungsphase eines Aktientitels nach einem zuvor länger dauerndem Kursverfall.
  • Überzeichnung; dabei übersteigt die Nachfrage bzw. die Zahl gezeichneter Wertpapiere die Menge neu emittierter (ausgegebener). Infolgedessen kann die Zuteilung beschränkt oder der Emissionspreis erhöht werden. Siehe auch Zeichnung.
  • Vergleich; Verfahren, das dem zahlungsunfähigen Schuldner (Insolvenz) einen Teil seiner Verbindlichkeiten erlässt und dazu dient, einen Konkurs abzuwenden. Hierbei bietet der Schuldner den Gläubigern einen höheren Prozentsatz an, als diese in einem Konkursverfahren erhalten würden. Zu unterscheiden ist dabei zwischen einem gerichtlichen und außergerichtlichen Vergleich. Während ersterer Mindestquoten bei der Begleichung der ausstehenden Forderungen vorsieht, erfolgt letzterer auf freiwilliger Basis zumeist durch einen Schulderlass oder Zahlungsaufschub seitens der Gläubiger.
  • Volatilität; Kennziffer, welche die Schwankungsbreite von Wertpapierkursen, Zinssätzen und Devisen charakterisiert. Dabei wird zwischen der vergangenen und erwarteten Schwankungsbreite unterschieden. Gemessen wird die Volatilität durch die Berechnung der Standardabweichungen relativer Kursdifferenzen. So verlaufen Aktienkurse bei einer hohen Volatilität stark auf und ab und erhöhen für den Anleger die Chance auf schnelle und hohe Kursgewinne – allerdings bergen sie auch die Gefahr ebensolcher Verluste.
  • Währungsrisiko; liegt in der möglichen Auf- und Abwertung von Währungen, also der in einem Land gesetzlich anerkannten Zahlungsmittel. Anleger, die auf eine fremde Währung lautende Wertpapiere halten, laufen in Gefahr eines sinkenden Wechselkurses. Denn durch die Abwertung der Auslandswährung verlieren in inländischer Währung bewertete ausländische Vermögenspositionen an Wert.
  • Wechselkurs; unterschieden werden zwei Formen der Notierung: Als Preis einer Einheit der ausländischen Währung, ausgedrückt in inländischen Währungseinheiten. Beispiel: 1,80 DM/1 US-Dollar. Oder als Menge ausländischer Währungseinheiten, die für eine Einheit der inländischen Währung erhältlich sind. Beispiel: 0,7524 US-Dollar/1 DM. Aus den Schwankungen von Wechselkursen ergeben sich im Zeitverlauf FWährungsrisiken.
  • Xetra; computergesteuertes Handelssystem, das den Amtlichen Handel ganztägig per Bildschirm ermöglicht. Mitglieder der deutschen Börse, also Kreditinstitute oder Kursmakler sind als Teilnehmer am Xetra-Handel zugelassen. Das Xetra-System wurde 1997 in Deutschland eingeführt und hat das elektronische Ibis-System abgelöst.
  • Zeichnung; schriftliche Verpflichtung gegenüber einer Bank, neu emittierende (ausgegebene) Wertpapiere gegen einen bestimmten Geldbetrag zu übernehmen. Diese Wertpapiere wurden zuvor von einem Konsortium zur Zeichnung angeboten. Hierbei werden alle wichtigen Bedingungen, wie z. B. Zeichnungsfrist und Preis bekannt gegeben.

Teile diesen Artikel, wenn er Dir gefällt!

Veröffentlicht am 25. November 2005
Autor
experto.de