Börse: Ursache und Wirkung der Globalisierung

Citigroup, die ehemals größte Bank der Welt, ein Musterbeispiel der Globalisierung, ist auf ein Mittelmass gesunken. Alleine die 10 größten Verlierer der Subprime-Krise haben bis jetzt Vermögenswerte in Höhe von 778 Mrd. EUR an der Börse vernichtet, dies entspricht beinahe der Marktkapitalisierung aller DAX-Werte. Für Deutschland als Exportweltmeister ist das kein Pappenstiel.

Ein großes Fragezeichen entsteht, wenn gerade die Unternehmen am meisten Kapital vernichten, welche in der Finanzberatung tätig sind. Zynisch muss man feststellen, dass die Bankhäuser Anlage- & Börsenempfehlungen aussprechen, obwohl sie nicht mal in der Lage sind, deren eigenes Portfolio zu verwalten. Als Gegenleistung bekommen sie Abgangsentschädigungen, welche jeglicher Ethik entbehren.

Obwohl die Globalisierung zweifelsfrei seine Vorteile hat – insbesondere für die Konsumenten –sind wesentliche Gefahrenpotentiale vorhanden, welche selbst von Globalisierungsgegnern nicht gesehen wurden.

Warum steht die Globalisierung auf unsicheren Füssen?
Globale Märkte sind, anders als nationale Märkte – welche durch aufsichtsrechtliche und politische Institutionen im Inland geschützt werden, nur schwach, wenn überhaupt verankert.

  • Es gibt kein globales Kartellamt,
  • keine globalen Kreditgeber der letzten Instanz,
  • keine globale Demokratie,
  • keine globalen Sicherheitsnetze und auch
  • keine globale Aufsichtsbehörde

Fazit: Die Globalisierung leidet daher unter schwacher Governance und somit unter schwacher öffentlicher Legitimität.

Die Subprime-Krise hat gezeigt, wie der Mangel an internationaler Koordination und die „Dino-Mentalität“ vieler Spitzenmanager die Fragilität der Finanzmärkte sich noch weiter verschärfen wird.

Eine mögliche Lösung ist eine – kontrollierbare – Selbstregulierung, nach welchem Banken, Fondsgesellschaften, vor allem jedoch deren Manager („Corporate Governance“) sich unterziehen müssten.

Beruhigend jedoch ist sicherlich die Tatsache, dass die horrenden Abgangsentschädigungen den Gesellschaften billiger kommen, als deren Weiterbeschäftigung. Fraglich ist nur, wo sie wieder an anderer Stelle auftauchen und ein ähnliches Desaster veranstalten.

Seien Sie daher bei Ihrem nächsten „Finanzgespräch“ achtsam und fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Berater, wie er sein Geld angelegt hat. Seine Antwort wird Sie vielleicht verblüffen.

Veröffentlicht am 30. Juli 2008
Diesen Artikel teilen