Börse: Die Schweizer Lösung – eine andere Form der Verstaatlichung?

Die Schweizer Regierung investiert 6 Mrd. Schweizer Franken, die Nationalbank „gibt ein Darlehen“ über 54 Mrd. US-Dollar. Mit dieser Staatsbeteiligung gibt die UBS ihren Spielraum als privat finanzierte Bank auf. Damit „übernimmt“ der Staat indirekt rund 9% des Globalplayers. Dies berichtet die „yellow press“.

Entgegen anderslautenden Berichten, finanziert sich die UBS jedoch mit Hilfe einer Wandelanleihe und nicht mit einer Kreditspritze. Damit schützt sich die UBS vor unwillkommener Einmischung.

Mit diesen 60 Mrd. Schweizer Franken wird die UBS ihr "Schrottportfolio" aus ihren Büchern outsourcen und in eine separate Beteiligungsgesellschaft übertragen. Damit reinigt sie ihre Bücher.

Währenddessen die UBS bereits wieder "Aufbaupläne" in Asien hat und weit über 100 Anlageberater im Bereich der Vermögensverwaltung anstellen möchte, sichert sich sein Konkurrent, die Credit-Suisse – über einen Staatsfonds (Qatar Investment Authoroty) eine Kapitalerhöhung in Höhe von 10 Mrd. Schweizer Franken aus eigener Kraft.

Es ist schlimm genug, dass ausländische Staatsfonds aus China und diversen arabischen Staaten sich in europäische und amerikanischen Großunternehmen im großen Stil beteiligen und den Börsencrash zum billigen Einkaufen nutzen. Später werden sie nicht nur die Geschicke der Unternehmen maßgeblich mitbestimmen, sondern sich auch für das fast geschenkte Know-how bedanken. Emerging Markets war gestern. Was wird morgen?

Dies sollte uns viel mehr beschäftigen! 

Veröffentlicht am 16. Oktober 2008