Börse: America, The Beautiful?

Elvis besang in seinem Gospel-Song „America, The Beautiful“ die Einmaligkeit dieser großen Nation. Gordon Gekko zelebrierte in oskarprämierten Streifen „Wallstreet“, dass Gier die USA zu dem gemacht hat, was sie ist!

Die Ansage von Henry Paulson, jetziger US-Finanzminister und ehemaliger Chef der Investmentbank Goldman Sachs, gemeinsam mit FED-Vorstand Ben Bernanke mit 700 Mrd. US-Dollar (700.000.000.000.000) den US-Finanzmarkt zu stützen, ist einmalig in der Geschichte der USA.

Heute verkündet die Presse, dass der Kongress diesen Vorschlag in der Form nicht akzeptieren kann. Hier muss man sich jedoch einerseits fragen, wer im Kongress sitzt und andererseits auch bewusst sein, dass Wahlkampf ist. John McCain selber hat vor Monaten verkündet, dass er von Wirtschaft nichts verstehe. Bush hat bewiesen, dass er von Politik nichts versteht. Ist das die Zukunft Amerikas?

In den 70er Jahren hatte Lee Iacocca – welcher die Nr. 2 bei Ford war – wegen Indifferenzen seinen Job geschmissen und hatte weniger später den Auftrag erhalten, Chrysler zu sanieren. Der damalige US-Präsident Jimmy Carter hat Chrysler – für die damalige Zeit eine horrende Darlehenssumme in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar gewährt. Damals wurde per Handschlag vereinbart, dass die Summe innerhalb von 5 Jahren mit Zins zurückbezahlt werden soll.

Iacocca hat danach das Management mit einem Jahresgehalt von 1 US-Dollar ausgestattet (und den Differenzbetrag mit Chrysler-Aktien). Innerhalb eines Jahres hat Chrysler nicht nur wieder Gewinn gemacht, sondern seine ganzen Schulden zurückbezahlt.

Die Geschichte wiederholt sich – nur in anderen Dimensionen – und (leider) auch mit anderen Akteuren. Dies ist jedoch ein bereits erprobter und erfolgreicher Weg, den sie wieder gehen könn(t)en. 

Charakter und Ethik kann man nicht staatlich regulieren. Auch, wenn vor allem die europäischen Regierungen (im Speziellen die Finanzminister) dies gerne so hätten.

Andererseits hat sich Amerika immer und jedes Mal – wie Münchhausen – selbst aus dem Morast gezogen. Wenn Fachleute wie Paulson und Bernanke das Flaggshiff USA wieder flott machen möchten, dann wird das Paket geschnürt werden, unabhängig davon, zu welcher Partei sie gehören oder ob Wahlen vor der Tür steht. Amerika ist zu chauvinistisch, als dass es eine Niederlage in dieser Dimension hinnehmen würden,  zumal die ganze (Börsen-)Welt teilnahmslos zuschaut.

In 1-2 Jahren wird dann wieder der Elvis-Song erklingen: "America The Beautiful"! 

Andre Kosztolany sagte mal: "Mein Herz ist links, mein Verstand ist rechts und mein Geld ist in Amerika!" Wenn jedoch die Druckerpresse wieder einmal eingeschaltet wird, wird der "Greenback" (US-Dollar) darunter leiden.

Investieren Sie daher in US-Titel, die in Europa gelistet sind oder sichern Sie die Währung ab! Damit vermeiden Sie das Währungsrisiko.

Veröffentlicht am 24. September 2008