„Deutschland-Madoff“ Helmut Kiener vor Gericht

Bernard Madoff hat Anleger um rund 65 Milliarden Dollar geprellt. In einem etwas kleineren Umfang – aber für Sparer dennoch katastrophal – wird derzeit vor Gericht ein ähnlicher Fall von Anlagebetrug untersucht. Es handelt sich um den Aschaffenburger Psychologen Helmut Kiener, der unter Verwendung des „Ponzi-Spiels“ (Schneeballsystem) Anleger um Millionen geprellt haben soll.

Helmut Kiener: Den letzten beißen die Hunde
Ein "todsicheres" Hedgefonds-System mit einer Traumrendite von 17% pro Jahr – damit wurde von Helmut Kiener geworben. Doch "todsicher" scheint nur eines zu sein: Anleger werden ihr Geld wohl nicht wieder sehen. Wie schon die anderen beiden in dieser Serie vorgestellten Betrüger Ponzi und Madoff, soll auch Helmut Kiener mit einem Schneeballsystem die Anleger getäuscht haben. Solange neue Gelder angelegt werden, mit denen Alt-Forderungen beglichen werden können, merkt keiner den Betrug. Doch wer sein Geld nicht rechtzeitig abzieht, geht am Ende leer aus.

Die Anklage wirft Helmut Kiener vor, 4.900 Anleger und 3 Banken um 340 Millionen Euro betrogen zu haben. Über den Fonds K1 soll Helmut Kiener das Geld eingesammelt haben, aber investiert wurde nicht. Kiener nutzte Teile des Geldes, um seine Vertriebsmitarbeiter mit hohen Provisionen dazu zu bringen, Anlegern den K1-Fonds zu empfehlen.

Helumt Kieners Betrugssystem täuscht sogar Banken
Erstaunlich ist, dass der unbekannte Helmut Kiener auch die drei Banken Barclays, BNP Pairbas und Bear Stearns täuschen konnte. Mittels Strohmänner, die angebliche Hedgefunds mit exotischen Namen wie Nauticus und Silverback "managten", hat Kiener über ein ganzes Betrugssystem verfügt. Investiert wurde in die Fonds jedoch nicht, Kiener hat das Geld anscheinend verprasst.

Hubschrauber, Schiffe, Flugzeuge und Villen – das waren die Investitionen des Lebemanns. Wen kümmert es schon, dass gutgläubige Privatanleger ihr Geld zur Altersvorsorge verloren haben? Helumt Kiener jedenfalls nicht. Im Gefängnis wird Helmut Kiener aber vermutlich ausreichend Zeit haben, über sein todsicheres Anlagemodell nachzudenken. Doch auch das ist nur ein schwacher Trost, wenn man als Privatanleger sein gesamtes Erspartes verloren hat.

Veröffentlicht am 12. März 2011
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