Aktienanlage – Was tun, wenn man in die Verlustzone rutscht?

Aktien sind und bleiben eine Anlageform mit Chancen und Risiken. Wenn es gut läuft, können Sie stattliche Gewinne erzielen. Wenn es weniger gut läuft, können Sie – trotz sorgfältiger Information und Auswahl – mit einem oder sogar mehreren Papieren in die Verlustzone geraten. Dann stellt sich die Frage, was Sie tun können oder sollen, um die Verluste zu begrenzen oder wieder auszugleichen.

Verkaufen – Verluste realisieren

Wenn Sie von einer Aktie nicht mehr überzeugt sind, oder sich die Perspektiven deutlich verschlechtert haben, sollten Sie sich vom Papier trennen, auch wenn Sie damit Verluste realisieren. Das ist zwar vor allem aus psychologischer Sicht schwierig. Denn wer gesteht sich schon gerne ein, dass man eine falsche Entscheidung getroffen hat? Mit dem Verkauf begrenzen Sie aber immerhin Ihre Verluste und können das restliche Kapital in aussichtsreichere Aktien stecken, in der Hoffnung, dass sich diese Papiere dann besser entwickeln werden.

Zukaufen – Verluste reduzieren, Gewinnchancen wahren

Wenn Sie meine bisherigen Artikel aufmerksam gelesen haben und den Empfehlungen zur Aktienauswahl gefolgt sind, haben Sie hoffentlich in Qualitätspapiere investiert. Zwar können auch diese Aktien jederzeit unter Ihren Kaufkurs sinken, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Kurse erholen und sogar weiter steigen, ist groß.

Wenn Sie von der Qualität einer Aktie überzeugt sind, sollten Sie in Phasen, in denen der Kurs sinkt, den Mut haben, noch einmal zu kaufen, und so den Einstiegskurs zu reduzieren und sich die Chancen auf künftige Gewinne erhalten. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass der Kurs noch weiter sinkt, als zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie nachkaufen. Dann müssen Sie diese Phase aussitzen oder noch weiter nachkaufen, um den mittleren Einstiegskurs weiter zu senken.

Ein Beispiel: Wenn Sie 2008 200 Aktien von Coca-Cola zum Kurs von 22 Euro gekauft hätten, hätten Sie hierfür (ohne Nebenkosten) 4.400 Euro bezahlt. 2009 ist der Kurs deutlich gesunken. Hätten Sie die Aktien dann z.B. für 18 Euro verkauft, wäre Ihnen ein Verlust von 800 Euro entstanden. Hätten Sie stattdessen noch einmal 200 Aktien zu 18 Euro gekauft, hätten Sie Ihren gemittelten Kaufpreis auf 20 Euro reduziert. Heute steht Coca-Cola bei rund 28 Euro (2013 sogar bei über 32 Euro). Bei 400 Aktien hätten Sie also einen Gewinn von 3.200 Euro erzielt, wobei Dividenden, die Coca-Cola gezahlt hat, nicht einbezogen sind.

Bevor Sie sich entscheiden, prüfen Sie stets mindestens noch einmal folgende Punkte:

  • Steigt der Kurs der Aktie über 10, 15 und mehr Jahre, wenn auch mit Schwankungen?
  • Gehört das Papier einem großen Index an, z. B. Dow-Jones, DAX, Stoxx?
  • Erzielt das Unternehmen seit 20, 30 und mehr Jahren ununterbrochen Gewinne?
  • Zahlt die Firma seitdem ununterbrochen Dividenden; erhöht es sie sogar?
  • Verstehen Sie das Geschäftsmodell (womit / wie verdient die Firma ihr Geld)? Ist das Geschäftsmodell zukunftssicher?
  • Ist das Unternehmen von Konjunkturschwankungen halbwegs sicher (gilt z. B. für viele Firmen aus dem Gesundheits-, Energie-, Konsumgüterbereich)?
  • Das Geld, das Sie investieren, sollten Sie in den nächsten Jahren nicht brauchen.

Eine Gewähr, dass diese Strategie immer klappt, gibt es zwar nicht, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Sie so langfristig Gewinne erzielen, ist hoch.

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Veröffentlicht am 18. Januar 2013
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