Aktienanlage – Dividendensteigerungen als Qualitätsmerkmal

Setzten Sie auf Unternehmen, die mit Dividendensteigerungen auf sich aufmerksam machen.

Dividenden und Dividendensteigerungen spielen für immer mehr Anleger eine wichtige Rolle, wenn es gilt, Rendite und laufendes Einkommen zu erzielen. Bei der Aktienauswahl sollte dieses Kriterium daher immer berücksichtigt werden. Das Problem gerade für deutsche Anleger ist, dass es hierzulande kaum Firmen gibt, die auf diese Aspekte Wert legen. Anders als in einigen anderen Ländern.

Aktionäre legen zunehmend Wert auf regelmäßige Dividendenzahlungen, um ihre Einkünfte zu steigern bzw. sich ein Zusatzeinkommen zu sichern. Wer bei der Aktienauswahl nicht nur darauf achtet, dass die Gesellschaft kontinuierlich Dividenden ausschüttet, sondern sie über die Jahre regelmäßig steigert, kann so dauerhaft sein Salär aufbessern. Und durch die Steigerungen wird oft die Inflation mehr als ausgeglichen.

Das Problem ist, dass es vor allem in Deutschland auch bei eigentlich guten Unternehmen schnell Dividendenkürzungen oder auch – streichungen gibt, sobald es mal nicht so gut läuft. Beispiele gibt es viele, wie etwa aktuell bei der Deutschen Bank oder bei Versorgern. Auch andere deutsche "Blue Chips" sind in Sachen Dividendenkontinuität nicht gerade Musterknaben.

Für Dividendensteigerungen über die Grenzen hinausschauen

Wer also Wert auf regelmäßiges Einkommen bzw. auch auf Steigerungen Wert legt, muss seinen Blick über die Grenzen schweifen lassen. Besonders gut sind amerikanische und auch kanadische Firmen aufgestellt.

Beispiel McDonalds: Das Unternehmen zahlt nicht nur seit Beginn der Ausschüttungen im Jahr 1976 kontinuierlich eine Dividende. Es hat sie auch Jahr für Jahr angehoben. Und das, obwohl McDonalds immer wieder mal negativ in die Schlagzeilen geraten ist, z. B. mit ungesundem Essen.

Auch die kanadische Scotiabank zahlt seit der Gründung im Jahr 1832 ununterbrochen eine Dividende. Und meist steigert das Unternehmen die Auszahlungen auch; eine Ausnahme hat es in der Finanzkrise 2008 gegeben. Hier wurden die Ausschüttungen "nur" stabil gehalten. Andere Institute, auch in Deutschland, haben die Dividenden gekürzt oder gestrichen.

Wichtig: Alle Unternehmensnennungen dienen nur dazu, das Thema zu verdeutlichen. Sie stellen weder Kauf- oder Verkaufsempfehlungen dar. Diese muss jeder Anleger für sich nach eigenen Recherchen und in eigener Verantwortung treffen.

Vorteile der Dividendensteigerungen

Welche positiven Konsequenzen kontinuierlich steigende Dividenden haben, zeigt das folgende vereinfachte Beispiel. Ein Anleger kauft im Jahr 2000 500 Aktien zum Kurs von 10 Euro. Das Unternehmen zahlt eine Dividende von 0,3 Euro oder 3 %. Der Anleger erhält also 150 Euro Dividende. Die Dividendenausschüttungen werden Jahr für Jahr angehoben und das Unternehmen zahlt 2015 bereits 0,8 Euro Dividende. Damit generiert der Anleger schon 400 Euro. Und die Dividendenrendite, bezogen auf seinen Kaufkurs, ist bereits auf 8 % gestiegen.

Nachteile der Dividendensteigerungen

Natürlich muss man auch die Nachteile bedenken. Denn sehr viele Unternehmen mit stabilen bzw. Dividendenzahlungen notieren nicht in Euro, sondern z. B. in US- oder Kanada-Dollar, ggf. auch in Pfund oder anderen Fremdwährungen. Damit kauft man sich immer auch ein Währungsrisiko ein.

Aktuell ist z. B. das Verhältnis Dollar / Euro für Anleger mit Werten von 1,08-1,12 relativ günstig. Steigt der Wechselkurs aber z. B. auf 1,2 oder gar 1,3 Euro, erhält man in Euro umgerechnet deutlich weniger ausgezahlt. Zwar gleichen die Dividendensteigerungen mögliche Währungsschwankungen teilweise aus, aber wenn sich die Auszahlungen verringern, ist das natürlich immer ärgerlich.

Und natürlich ist es immer möglich, dass auch Firmen, die bisher zu den besten Zahlern gehören, einmal schwächeln und Dividendenzahlungen kürzen oder streichen.

Anleger sollten also bei der Auswahl möglicher Titel entsprechend sorgfältig vorgehen und nie alles auf eine Karte setzen. Einen Überblick über Firmen, die seit Jahren zu den Top-Dividendenzahlern gehören, findet sich u.a. unter http://mydividends.de/sites/default/files/pdf/MyDividends_2015.pdf.

Veröffentlicht am 25. Februar 2016