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Aktien-Analyse leicht gemacht: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Aktien-Analyse leicht gemacht: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
geschrieben von Rolf Morrien

Die Aktien-Analyse befasst sich mit einer Reihe von Kennziffern, die zwar häufig zu hören oder zu lesen, aber nicht selbsterklärend sind. Wie zum Beispiel das Kurs-Buchwert-Verhältnis. In der Themenreihe „Aktien-Analyse leicht gemacht“ wird deswegen ein genauerer Blick auf die wichtigsten Kennzahlen geworfen, um Ihnen diese näher zu bringen. In Teil 3 dieser Serie stelle ich Ihnen das Kurs-Buchwert-Verhältnis vor.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis gibt das Eigenkapital des Unternehmens an
Das Kurs-Buchwertverhältnis (KBV) zeigt Ihnen an, wie das Eigenkapital eines Unternehmens an der Börse bewertet wird. (Buchwert und Eigenkapital sind in etwa deckungsgleich). Bei der Berechnung der Kennzahl wird der aktuelle Aktienkurs ins Verhältnis zum Buchwert je Aktie gesetzt. Besonders interessant sind dabei Unternehmen, die ein KBV von unter 1 aufweisen und auch noch Gewinne erwirtschaften.

Denn: Wenn das Kurs-Buchwertverhältnis (KBV) unter 1 liegt, ist der Substanzwert des Unternehmens (= die Summe des Vermögens abzüglich der Schulden) höher als der Börsenwert (Anzahl der Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs). Rein theoretisch wäre dann bei einer Auflösung des Unternehmens mehr Bargeld in der Kasse, als der Wert des Unternehmens an der Börse widerspiegelt.

KBV darf in der Aktienanalyse nicht isoliert betrachtet werden
Wie bei allen Bewertungs-Kennzahlen darf auch das Kurs-Buchwertverhältnis nicht isoliert betrachtet werden. Denn auch bei einem KBV unter 1 muss die Aktie nicht zwangsläufig ein Schnäppchen sein. Schreibt ein Unternehmen Verluste und vernichtet dadurch Eigenkapital, ist auch ein Abschlag auf den Buchwert gerechtfertigt. Erzielt das Unternehmen hingegen Gewinne und hat auch ansonsten positive Aussichten, deutet ein KBV von unter 1 auf eine Unterbewertung hin.

Insbesondere Finanzinvestoren schauen bei der Aktien-Analyse genau auf diese Kennzahl, wenn sie neue Übernahme-Kandidaten suchen. Ein greifbares Beispiel ist der Chemie-Wert Celanese, der durch sein niedriges KBV von 0,6 aufgefallen war und zu einem Übernahmeziel eines amerikanischen Finanzinvestors wurde.

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Rolf Morrien

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