Aktien & Börse

3 Gründe für einen Squeeze-out

3 Gründe für einen Squeeze-out
geschrieben von Jörgen Erichsen

Der Begriff Squeeze-out kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt „ausquetschen“. Unter einem Squeeze-out versteht man im Zusammenhang mit Aktien einen Ausschluss sogenannter Minderheitsaktionäre. Welche Motive und Folgen hat ein Squeeze-out für betroffene Aktionäre?

Von einem Squeeze-out spricht man im Wirtschaftsleben, wenn eine Gesellschaft Kleinaktionäre aus dem Unternehmen drängen möchte. Böse Zungen behaupten, dass damit quasi eine Enteignung von Kleinaktionären realisiert werden kann. Ein Squeeze-out ist in Deutschland seit 2002 möglich und im Aktienrecht geregelt.

Kleinaktionäre erhalten finanzielle Entschädigung

Kleinaktionäre erhalten für das aus ihrer Sicht meist nicht beabsichtigte Herausdrängen in der Regel eine kleine Barabfindung, sprich einen Aufschlag auf den aktuellen Aktienkurs. Besitzt ein Aktionär mehr als 95 Prozent der Unternehmensanteile, hat er das Recht, von den verbliebenen Kleinanlegern deren Aktien einzufordern. Er kann dies beispielsweise im Rahmen der Hauptversammlung tun und muss den Kleinaktionären im Gegenzug die Barabfindung zahlen. Deren Höhe richtet sich nach der Entwicklung des Börsenkurses in einem bestimmten Zeitraum.

Da der Großaktionär die Abfindung selbst berechnen darf, empfinden ihn die Kleinaktionäre meist als zu niedrig und klagen dagegen. Damit haben sie in der Vergangenheit häufig auch Erfolg gehabt. Aktionäre, die Papiere von potenziellen Squeeze-out Kandidaten besitzen, sollten daher das erste Angebot nicht unbedingt annehmen. Denn die Praxis zeigt, dass es häufig deutliche "Nachschläge" gibt. Allerdings sollte man sich nicht bewusst Aktien potenzieller Squeeze-out Unternehmen kaufen. Meist ist es langfristig erfolgreicher, wenn man auf gute Unternehmen setzt, deren Papiere sich im Streubesitz befinden. Und oft dauert es ein bis zwei Jahre, bis man sich geeinigt hat. Und so lange muss man dann auch Minderheitsaktionär bleiben.

3 Gründe für einen Squeeze-out

Eigentlich könnte es den Großaktionären egal sein, ob sie ein paar Kleinaktionäre "mitschleppen". Denn mit ihrer Aktienmehrheit müssen sie nicht befürchten, dass wichtige Beschlüsse und Entscheidungen nennenswert blockiert oder behindert werden können. Dennoch gibt es aus Sicht der Hauptaktionäre wichtige Gründe für einen Squeeze-out:

  1. Sparen von Kosten: Fast immer geben Unternehmen bzw. dessen Eigentümer an, dass sie Verwaltungsaufwand und Kosten sparen möchten und auch der Aufwand für eine Hauptversammlung wird meist als zu groß empfunden.
  2. Kleinaktionäre können Beschlüsse behindern: Der weitaus wichtigste Beweggrund ist aber wohl, dass Großaktionäre dem möglichen Ärger mit Kleinanlegern aus dem Weg gehen möchten. Denn als Kleinaktionär hat man durchaus die Möglichkeit, einen Großen zu ärgern. Man kann gegen Beschlüsse klagen und die Klärung von Sachverhalten dauert vor Gericht oft Monate oder sogar Jahre.
  3. Aktien müssen nach Squeeze-out nicht an der Börse sein: Nach dem Squeeze-out können die Aktien von der Börse genommen werden, womit die Pflicht zur Veröffentlichung von Geschäftsberichten entfällt. Damit sinken die Kosten für das Unternehmen noch einmal.

Beispiele von Unternehmen, die in den letzten Jahren einen Squeeze-out durchgeführt haben sind Altane, Buderus, Zanders oder die Postbank.

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Jörgen Erichsen

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