Infrastrukturinvestments als Geldanlage: Neue Chance für Privatanleger?

Infrastrukturinvestments: Lohnen sich Straßen als Geldanlage?

Bislang investierte nur die Finanzindustrie in den Straßenbau. Doch diese Entwicklung soll sich durch einen Vorschlag der Fratzscher-Kommission ändern. Zukünftig soll dieses Infrastrukturinvestment Verbrauchern bessere Renditen ermöglichen und durch Unterstützungen wie die Arbeitnehmersparzulage gefördert werden.

Eine verlockende Investition?

Auf den ersten Blick klingen Angebote für Straßen als Geldanlage verlockend. Bei einem vermeintlich überschaubaren Risiko tragen Sie mit diesen greifbaren Sachanlagen effektiv zum Bestandserhalt bei. Doch so einfach, wie das Konzept bei ungenauem Betrachten klingt, ist es nicht. Ähnliche Fondsmodelle erzielten in vergangener Zeit nicht die erhofften Erfolge. Ein Beispiel hierfür waren empfohlene Investments in Stromstraßen, die floppten.

Diese Erfahrung ist vermutlich einer der Gründe, weshalb Politiker diesem Vorschlag für einen Bürgerfonds gegenüber ihre Skepsis betonen. Der VZBV betont in diesem Zusammenhang, dass Geldgeber unbedingt als Fremdkapitalgeber beteiligt werden sollten. Vielmehr empfehlen Ihnen Verbraucherschützer, sich über eine Form der Bürgeranleihe am Infrastrukturinvestment zu beteiligen. Getreu nach dem Vorbild des Bundesschatzbriefes könnten sich Kostensteigerungen effektiv vermeiden lassen.

Finanzielle Risiken sind schwer abschätzbar

Als problematisch wird es bei dem Infrastrukturinvestment der Straßen als Geldanlage erachtet, dass Erträge sowie finanzielle Gefahren für Sie als Privatanleger nur schwer abschätzbar sind. Des Weiteren könnte sich die verhältnismäßig lange Anlagedauer der Straßen als Geldanlage als problematisch erweisen. Schenkt man einer Studie der norwegischen Pensionsfonds über das Potenzial derartiger Investments Glauben, bestehen beim Infrastrukturinvestment durchaus Schwachpunkte.

Als besonders kritisch wird die Tatsache erachtet, dass derartige Investments wie Straßen als Geldanlage nur sehr schwer miteinander vergleichbar sind. Es sei schwierig, von einstigen Renditen anderer Projekte nunmehr auf zukünftige Erträge zu schließen. Zudem könnte es sich als nachteilig erachten, dass sich zahlreiche Anlagen als äußerst illiquide erwiesen haben. Nutzen Interessierte den Straßen- oder Netzausbau als Infrastrukturinvestment, sind diese Geldanlagen zumeist sehr langfristig.

Der Grund für diese Langwierigkeit ist der Hintergrund, dass diese Anlageprodukte im Regelfall nicht börsengehandelt sind. Dies hat zur Folge, dass sich Straßen als Geldanlage und ähnliche Infrastrukturinvestments nicht so einfach liquidieren lassen. Eine vollkommen andere Situation liegt bei Aktien von Konzernen vor, welche die Infrastruktur zur Verfügung stellen. In diesen Fällen ist das Infrastrukturinvestment jederzeit handelbar.

Banken verkaufen zunehmend mehr Fonds für Infrastrukturindizes

Die Popularität von Anlageformen wie dem Infrastrukturinvestment bzw. Straßen als Geldanlage ist auch an Kreditinstituten nicht unbemerkt vorüber gegangen. Aus dem Grund offerieren Banken immer mehr Fonds für einzelne Projekte oder Infrastrukturindizes. Für Privatanleger gestaltet sich eine Beteiligung in Form von Indexfonds als besonders unkompliziert. Diese Fonds agieren als Nachbildung von Indizes, in denen Infrastrukturunternehmen aus der ganzen Welt aufgeführt sind.

Allerdings verweisen aktuelle Tendenzen dieser Anlageformen darauf, dass Gebäude oder Straßen als Geldanlage nicht grundsätzlich zu hohen Renditen führen. Der Blick auf die Entwicklung der letzten zwölf Monate verrät, dass in diesem Zeitraum die Infrastruktur-ETF von iShares eine Rendite von nicht mehr als 1,6 Prozent aufweisen konnte. Der Vergleich zum Vorjahr ist eklatant. In diesem Zeitraum wurden Renditen von über zwölf Prozent vermerkt. Dementsprechend kann das Infrastrukturinvestment vermutlich ebenso volatil sein wie eine Investition in andere Segmente.

Teil eines Zehn-Punkte-Plans

Die Idee der Straßen als Geldanlage ist Teil eines Zehn-Punkte-Plans, den eine Expertenkommission im Auftrag des Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel erarbeitet hat. Dieser Plan soll eine Antwort auf die Frage geben, wie der Investitionsstau von bis zu 100 Milliarden Euro schnell beseitigt werden kann. Im Fokus des Zehn-Punkte-Plans steht eine Lockerung von Regeln, um große Pensionsfonds sowie Versicherungskonzerne für den Bau von Brücken, Straßen oder Verwaltungsgebäuden zu begeistern.

Veröffentlicht am 14. August 2015
Diesen Artikel teilen