Verbrauchertipps

Worauf Sie beim Mietwagen im Ausland achten sollten

Worauf Sie beim Mietwagen im Ausland achten sollten
geschrieben von Burkhard Strack

Rund fünf Millionen Deutsche leihen jedes Jahr einen Mietwagen. Diesen nutzen sie für eine Geschäftsreise, einen Ausflug oder den Urlaub ins In- oder Ausland. Die Mietwagensuche in Deutschland ist unkompliziert. Es gibt zahlreiche Anbieter und günstige Angebote. Die Verleiher unterliegen staatlichen Regulierungen und die Fahrzeuge entsprechen gewissen Sicherheitsstandards.

Im Ausland kann sich der Mietwagen zu einer großen Enttäuschung entwickeln, die mit unnötigen Kosten verbunden ist. Verbraucher sollten deshalb auf einige Dinge achten, bevor sie einen Leihwagen im Urlaubsland ausleihen.

Im Voraus mieten ist günstiger

Branchenkenner raten, den Mietwagen vor Reiseantritt zu mieten. Eine Vorabbuchung ist in der Regel günstiger, als die Miete vor Ort. Urlauber, die drei Monate vor Reiseantritt buchen, erhalten oft gute Sonderkonditionen und Rabatte. Zu lange sollten sie mit der Vorabbuchung nicht warten. Je näher die Reise rückt, desto mehr ziehen die Autovermieter ihre Preise an. Je nach Zielland und Reisezeit können sie bis zu 80 Prozent ansteigen.

Im Internet gibt es seriöse Vergleichsportale, die einen Anbietervergleich der jeweiligen Autovermietungen im Ausland durchführen. Diese Mietwagen verfügen über einen ausreichenden Versicherungsschutz und zusätzliche Möglichkeiten, zur Deckung bei einem Unfall, zum Beispiel eine Traveller-Police. Der Mieter bekommt einen deutschen Mietvertrag. Im Streit- oder Schadensfall ist das ein großer Vorteil.

Kriterien für das Ausleihen vor Ort

Im Ausland kann die spontane Ausleihe zur Kostenfalle werden. Die Reisenden kennen die Preise des Landes nicht. Zudem ist der Versicherungsschutz oft löchrig. Wer nicht aufpasst und einen Unfall baut, kann sich mit dem Mietvertrag ruinieren. Denn die gesetzliche Deckungssumme für Sachschäden gibt es in anderen Ländern, wie in den USA, der Türkei oder Griechenland nicht oder nur in geringer Höhe. Im Bundesstaat Florida sind Sachschäden nur bis rund 10.000 Euro abgesichert, in Kalifornien bis knapp 3.500 Euro.

Sollte sich eine Vermietung vor Ort nicht vermeiden lassen, ist es wichtig, dass Urlauber sich keine Zusatzversicherungen am Schalter aufschwatzen lassen. Die SCDW ist eine Extraversicherung, die in der Regel nicht nötig ist. Sie wird von vielen Autovermietungen im Ausland zu einem teuren Preis angeboten. Der ADAC empfiehlt, bei Zweifeln nachzufragen, anstatt einfach zu unterschreiben.

Auch sollten Mieter die Modalitäten des Vertrags gut durchlesen. Diese sind oft in englischer Sprache verfasst. Das vereinfacht die Sache nicht. Einige große Autovermietungen, wie Europcar, Avis oder Hertz bieten Kunden im Ausland Verträge in deutscher Sprache an.

 

Versteckte Kosten

Viele Autovermietungen im Ausland haben versteckte Kosten. Sie verlangen viel Geld, wenn jemand unter 25 oder 21 Jahren einen Leihwagen mietet. Bei einer Abholung am Flughafen kommt auf die Mieter eine Gebühr zu. Das Gleiche ist der Fall, wenn Urlauber das Fahrzeug an einer Stelle abholen und an einem anderen Ort zurückgeben. Fahren mehrere Personen das Auto, kann es richtig teuer werden. Auch verlangen die Autovermietungen bei Fahrten über die Landesgrenzen hinweg, einen zusätzlichen Tagessatz. Damit bei der Abgabe keine Ärgernisse entstehen, sollten die Urlauber alle Tankbelege aufheben.

Auto vor der Fahrt genau untersuchen

Das A und O bei der Autovermietung im Ausland stellt der Check-up dar. Reisende sollten dem Verleiher nicht blind vertrauen, einsteigen und losfahren. Im Nachhinein lassen sich vorhandene Mängel am Auto nicht mehr nachweisen. Die Vermietungen bitten zur Kasse, obwohl die Urlauber die Schäden nicht verursacht haben.

Deshalb sollten Reisende den Mietwagen vor dem Einsteigen zusammen mit dem Mitarbeiter der Mietstation überprüfen. Der Lack, die Fenster, die Beleuchtung und die Bremsen müssen schadensfrei sein. Entdecken die Urlauber einen Mangel, muss der Vermieter diesen bestätigen und eine unterschriebene Kopie darüber ausstellen.

Bildquelle: pixabay @ flok85 (CCO Public Domain)

INFO

Ein geeignetes Vertragspaket für Mietwagen im Ausland besteht aus:

  • einer Haftpflicht-Deckungssumme von mindestens einer Million Euro
  • einer Vollkaskoversicherung
  • unbegrenzter Kilometerzahl
  • einer Absicherung von Glas- und Reifenschäden
  • keinem Selbstbehalt
  • einem vollen Tank bei Abholung.

Indizien für einen schlechten Mietwagen:

Mietwagen haben in der Regel eine 18-24 monatige Laufzeit. Nach rund 35.000 bis 45.000 Kilometer werden sie verkauft. Zeigt der Leihwagen über 20.000 Kilometer an, sollten Urlauber genauer hinschauen. Auch sollte die nötige Fahrzeugausstattung vorhanden sein, Mietwagen ohne ABS oder Airbags sind nicht sicher.

Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

Leave a Comment