Waschmaschinen – Auf diese 4 Kaufkriterien sollten Sie achten

In Deutschland geht der Trend mehr und mehr zur Frontlader-Waschmaschine - es werden aber nach wie vor auch die leichteren Toplader hergestellt, die sich für den Transport in den Keller eignen.

Die Waschmaschine gilt nicht ohne Grund als eines der wichtigsten Haushaltsgeräte – enorme Zeit- und Geldersparnis gegenüber der Handwäsche haben sie zum Traum jeder Hausfrau werden lassen. Und tatsächlich unterscheiden sich moderne Geräte von jenen der vergangenen Jahrzehnte, insbesondere hinsichtlich der Energieeffizienz und der Qualität der Reinigung.

Auch hier gab es eine Reihe technischer Entwicklungssprünge, die eine Palette vom Standard- bis zum High-End-Produkt geschaffen haben. In diesem Beitrag erhalten Kaufinteressenten wichtige Hinweise und Anregungen zum Waschmaschinen-Vergleich der einzelnen Produkteigenschaften und Produktmerkmale.

1. Die Grundentscheidung: Top- oder Frontlader?

Um die Auswahl zunächst auf ein Mindestmaß zu beschränken, müssen sich Verbraucher für einen Typ von Waschmaschine entscheiden. Die Bauweise entscheidet etwa über den benötigten Platz, die Aufnahmekapazität für Wäsche und mögliche Zusatzfunktionen. Im Folgenden werden Top- und Frontlader mit ihren wichtigsten Eigenschaften gegenübergestellt:

FrontladerToplader
„Klassische“ Variante mit Sicht-Bullauge, Beladung über die Vorderseite.„Platzsparende“ Variante mit schlanker Formgebung, Beladung und Bedienung geschieht über die Oberseite.
Bedienelemente und Einlade über Waschmittel befinden sich an der Frontseite, d. h. sie sind unterbaufähig und können bspw. in Küchen integriert werden.Klassische Maße betragen etwa 40 cm x 85 cm x 60 cm (Breite – Höhe – Tiefe).
Platzsparende Integration eines zusätzlichen Wäschetrockners möglich, lediglich ein zusätzlicher Verbindungsrahmen wird benötigt.Weitere Befüllung während des Waschvorgangs möglich, da einfache Unterbrechung einfach realisierbar (sog. „Nachlege-Funktion“).
Standardmodelle haben Maße im Bereich von 85 cm x 60 cm x 60 cm (Höhe – Breite – Tiefe).Prinzipiell für kleinere Haushaltsgrößen geeignet, da die Trommelgröße nicht beliebig erweitert werden kann.
Überdimensionierte Geräte verfügen über eine Zuladung im Bereich zwischen neun und zwölf Kilogramm.

 

Neben diesen zwei klassischen Varianten, gibt es seit einigen Jahren auch leistungsfähige Kombinationsgeräte. Diese „Waschtrockner“ kombinieren Waschen und Trocknen und sind weit übermäßig nur als Frontlader erhältlich. Die Besonderheit bezüglich der Ladekapazität ist die, dass für den anschließenden Trockengang eine insgesamt geringere Befüllung empfehlenswert ist – auch hier eignen sich Single- oder Paarhaushalte aufgrund der überschaubaren Wäschemenge am ehesten.

Hinweis: Eine wichtige Kennziffer ist hierbei die Schleuderdrehzahl, sie sollte mindestens 1.200 U/min betragen. Je höher diese Kennziffer ist, desto weniger Restfeuchtigkeit wird über die Wäsche verteilt – ein Effekt, der zusätzlich Energiekosten einzusparen vermag.

2. Stichwort: Energieeffizienz

Im Verlauf der vergangenen Jahre gab es eine Reihe sogenannter „Energielabels“, die Auskunft über die Energieeffizienz bestimmter Haushaltsgeräte geben sollen. Die ersten verpflichtend umzusetzenden Vorgaben mussten ab dem Jahr 1998 erfüllt werden, im Verlauf der Jahre erfolgten aufgrund technischer Fortschritte weitere Anpassungen. Zum Jahr 2011 fand nun eine Erweiterung statt, die Energieeffizienzklassen A+, A++ und A+++ kamen hinzu. Sie bilden angesichts der Tatsache, dass sie bereits gegenüber Waschmaschinen mit zwei Stufen geringerer Energieeffizienz einen wesentlichen Effekt ausmachen, den aktuellen „Goldstandard“.

Aufgrund der Tatsache, dass vermehrt in niedrigeren Temperaturbereichen gewaschen wird und zudem geringere Waschvolumina vorliegen, gab es eine neue Berechnungsgrundlage für diese Energieeffizienzklassen. Für eine Waschmaschine mit Energieeffizienzklasse A bedarf es eines Energieverbrauchs von weniger als 0,19 Kilowattstunden pro Kilogramm Wäsche. Ein Modell der Energieeffizienzklasse A+++ muss gegenüber A beziehungsweise A+ mindestens einen um 20 Prozent reduzierten Energieverbrauch aufweisen.

Seit Neuestem gibt es zudem Angaben wie „A+++ -20 Prozent“ oder „A+++ -40 Prozent“, die weitere Einsparungen gegenüber dem eigentlichen „Goldstandard“ A+++ versprechen. Insbesondere bei mittleren Waschvolumina ergibt sich über die gesamte Betriebsdauer eine Einsparung im dreistelligen Bereich, sodass sich ein geringfügig höherer Kaufpreis definitiv rechnet.

3. Für die Versicherung von Belang: Der Auslaufschutz

Hinsichtlich des Versicherungsschutzes ist es von Belang, dass Waschmaschinen als „wartungspflichtige Hausgeräte“ angesehen werden. Es wird dabei die Aufsicht über die Geräte vorausgesetzt, allerdings hat sich in der Rechtsprechung eine kurze Abwesenheit von zwei bis drei Stunden als „vertretbar“ herauskristallisiert (vgl. OLG Koblenz, Az. 10 U 1124/99). Weitere Einzelheiten sind den jeweiligen Versicherungsbedingungen zu entnehmen. Grundsätzlich ist die Hausratversicherung aber bei einem fehlerhaften Auslaufen von Frischwasser und Schäden am Hausrat zuständig, während die Haftpflichtversicherung bei der Regulierung von Schäden an fremdem Eigentum heranzuziehen ist.

Allgemein sollten Geräte mit Auslaufschutz gewählt werden, die bei einem unbemerkten Defekt weitere Schäden vermeiden. Jeder entsprechende Bereich, also der Wasserzulauf selbst, der Ablauf sowie die Ventile und Schalter, sollte geschützt sein. Standard ist eine integrierte Bodenwanne, die zumindest einen Teil auffangen kann. Wichtige Kontrollfunktionen sind Warnmelder sowie Sensoren zur Unterbrechung des Wasserzuflusses, die auch AquaStop genannt werden.

4. Weitere Zusatzfunktionen

Je nach Lage und Größe der Waschmaschine ist es wichtig, bestimmte Zusatzfunktionen auszuwählen. In manchen Fällen lassen sich ältere Geräte auch nachrüsten, wobei hier Kosten der Nachrüstung mit dem Anschaffungspreis einer wesentlich energieeffizienteren Maschine verglichen werden müssen:

Schleuderstabilisator

Beim Schleudervorgang kann es eine Unwucht geben, die aufgrund einer nicht ganz ebenerdigen Aufstellung bedingt ist. Hierfür gibt es spezielle Sensoren, die eine solche Unwucht feststellen und ausgleichen können.

Vibrationsdämpfer

Gerade bei Frontladern in der Küche oder in anderen sensiblen Bereichen können vibrationsdämpfende Gummipads eine zusätzliche Standsicherheit mit sich bringen. Das schützt darunterliegende Fliesen und dämpft eine starke Geräuschentwicklung.

Extraspülprogramme

Je nach Grad der Verschmutzung der Wäsche kann es sinnvoll sein, die Zusatzspülfunktionen der Maschine abzuwählen oder zu erweitern. Wichtig wäre hier eine Kombination mit höherem oder geringerem Wasserzulauf.

Kaltwaschprogramm

Aus Sicht der Energieeffizienz erfüllt ein Kaltwaschprogramm wichtige Funktionen. Mittlerweile gibt es geeignete Waschmittel, die einen hohen Reinheitsgrad versprechen und mit deutlich geringeren Energiekosten in Verbindung stehen.

Die Programme einer Waschmaschine – heute werden viele Modelle sogar bereits mit Programm-Manager und Display angeboten – die technischen Entwicklungen sorgen somit für einen besonderen Komfort.

Fazit

Die technischen Neuerungen bei Waschmaschinen führen heutzutage zu einer schier unermesslichen Auswahl an Geräten verschiedener Bauart, Größe und Funktionalität. Je nach Bedarf, Platz und benötigten Funktionen empfehlen sich eine fundierte Auswahl und der Vergleich verschiedener Geräte. Wichtig ist dabei auch die durchschnittliche Betriebsdauer, um eingesparte Energiekosten mit dem ggfs. höheren Anschaffungspreis zu vergleichen. Auf diese Weise lässt sich letztlich genau die Maschine finden, die den eigenen Wünschen und Bedürfnissen entgegenkommt.

Bildquellen:
Abbildung 1: © DasWortgewand (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Abbildung 2: © geralt (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

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Veröffentlicht am 29. Juli 2016
Autor
Moritz Richartz