Was ist Deflation?

Wenn das Angebot an Dienstleistungen und Waren höher ist als die Nachfrage, führt dies zu einer Deflation oder einem Preisverfall. Doch was genau bedeutet das? Welche Konsequenzen hat eine Deflation für den Verbraucher selbst? experto.de klärt auf.

Deflation – niedrige Preise sind doch gut, oder?

Auch wenn eine Inflation, also der Geldentwertung bei einem Anstieg des Preisniveaus für Güter, ein weitaus bekannteres Phänomen ist, ist der gegenläufige Effekt der Deflation genauso problematisch. Kurz gesagt entwickelt sich eine Abwärtsspirale des Preisverfalls: Durch die mangelnde Nachfrage und das Überangebot an Waren (oder Dienstleistungen) werden die Preise gedrückt.

Dies scheint dem Verbraucher noch als angenehmer Nebeneffekt, doch langfristig schrumpft die Produktion und die Löhne für die Arbeiter sinken, was sich wiederum negativ auf dem Arbeitsmarkt widerspiegeln kann.

Deflation problematisch für Schuldner

Im Detail ergibt sich neben einem Anstieg der Kaufkraft und einem Gewinnrückgang auch eine Vorteilsituation für Gläubiger und eine Benachteiligung der Schuldner. Denn durch deflationäre Vorgänge gewinnt das Gläubigerkapital an Wert – die Schuldner jedoch zahlen einen nominalen Geldbetrag zurück, der dem Wert der finanziellen Güter vor der Deflation entspricht. Somit ergibt sich für sie eine Verlustsituation durch den Preisverfall des finanziellen Gutes.

Keine erhöhte Kauffreude der Verbraucher

Und auch wenn die Preise niedriger sind, bedeutet dies noch lange keine erhöhte Kauffreude beim Verbraucher. Im Gegenteil – durch Entlassungen und geringere Einstellungsquoten auf dem Arbeitsmarkt, als Reaktion auf den Produktionsrückgang, sinkt die Kaufkraft der Verbraucher. Investitionen werden kaum mehr getätigt. Dies begünstigt auch weiter den Prozess des Preisverfalls, was wiederum einen Produktionsrückgang impliziert, etc. Es handelt sich hierbei also um einen Prozess, der sich selbst exponentiell beschleunigt.

Eine Deflation ist schwer zu prognostizieren. Was man jedoch als Verbraucher machen sollte, ist an seinem Konsumverhalten zu arbeiten und Ausgaben gründlich abzuwägen. Wer Geld spart und eine flexible Anlagestrategie betreibt, ist vor den Auswirkungen einer Deflation zwar nicht komplett sicher, aber in jedem Fall abgesichert.

Veröffentlicht am 15. Dezember 2011