Vorsicht vor gefälschten Briefen und Täuschung

In den Medien hört man immer öfter davon, dass Verbraucher mit vermeintlich amtlichen Briefen getäuscht werden. Die Täter bedienen sich hierbei Briefmustern, die häufig von Behörden verwendet werden oder klauen sogar Logos von Behörden und Firmen. Lesen Sie hier, wie Sie sich dagegen schützen können.

Im letzten Jahr häuften sich die Versuche von Datendieben, an Ihre Kontoinformationen und Unterschriften zu kommen. So bekamen einige Landwirte gefälschte Zahlungsaufforderungen, in denen sie dazu angehalten wurden, in einen Klimawandel-Entschädigungsfond einzuzahlen. Die Höhe des Betrages sollte sich an der Höhe der EU-Förderung des Landwirtes bemessen – oftmals keine kleine Summe!

In einem weiteren Fall warnte die Staatsanwaltschaft Köln vor gefälschten Briefen. Betrüger hatten sich des NRW-Wappens bedient und auch sonst den gesamten Stil der echten Briefe der Staatsanwaltschaft kopiert und damit für große Verwirrung bei den Empfängern gesorgt. Das einzige, was darauf hinwies, dass es sich um eine Fälschung handelt, war die schlechte Rechtschreibung der Betrüger. Im Brief wurde der Empfänger zu einer Geldzahlung aufgefordert.

Ein täuschend echt gefälschter Brief von der GEZ ermahnte die Empfänger, die GEZ-Gebühr zu zahlen. Es handelte sich um eine Hauswurfsendung, die "An alle privaten Haushalte im Beitragsgebiet Deutschland" adressiert war. Im Brief stand, dass die GEZ durch die Umstellung auf den Rundfunkbeitrag dazu gezwungen sei, die Konto-Daten zu ändern, auf das die Empfänger nun zahlen müssten. Anbei liegt sogar ein vorausgefüllter Überweisungsträger, der den Brief sehr glaubwürdig erscheinen lässt.

Wie können Sie sich vor gefälschten Briefen schützen?

Erhalten Sie einen Brief, bei dem Sie sich nur kurz darüber wundern, dass Sie ihn erhalten, seien Sie misstrauisch. Auch wenn der Brief noch so professionell aussieht, muss dies nicht bedeuten, dass er wirklich echt ist. Lassen Sie sich also nicht durch das Äußere des Briefs blenden.

Bedenken Sie, dass Behörden und auch die GEZ Ihre Adresse immer kennen. Diese erhalten Auskunft über die Ämter und müssen deshalb keine pauschalen Hauswurfsendungen verschicken.

Fallen Sie nicht auf merkwürdige Anschuldigungen herein, sondern stellen Sie selbstbewusst fest, wenn Sie sich Nichts haben zu Schulden kommen lassen. Wenn Sie einen Brief, der vermeintlich behördlich aussieht, erhalten und sich nicht sicher sind, ob er echt ist, rufen Sie die Behörde einfach an.

Da Sie in der Regel nicht der einzige Haushalt sind, dem ein solcher gefälschter Brief zugestellt wird, lohnt es sich auch jederzeit, nach diesem Brief im Internet zu suchen. Unter Umständen sind schon einige weitere Personen auf diese Masche hereingefallen.

Neben den gefälschten Briefen finden sich aber auch Täuschungen im Briefkasten. Beispielsweise versucht eine Firma, eine angebliche "Gewerbe-Auskunft" bei den Empfängern einzuholen. Der Brief sah dabei aus, wie ein amtliches Schreiben der Stadt und so füllten viele Empfänger diesen gedankenverloren aus und schickten ihn ab.

Allerdings haben dabei viele übersehen, dass dieser angeblich amtliche Brief von einer Firma stammte, die auf der Internetseite Gewerbeauskunft-Zentrale.de Anzeigenplätze verkaufte. Im Kleingedruckten konnte man die Kosten für diesen Service finden: saftige 570 Euro pro Jahr.

Sind Sie bereits auf eine solche Täuschung hereingefallen, versuchen Sie im Falle einer Überweisung diese über die Bank zurückzuholen. Haben Sie eine Einzugsermächtigung unterschrieben, wenden Sie sich, wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, an Ihren Anwalt.

Widersprechen Sie einem solchen Vertrag so schnell wie möglich. Eine Widerrufsfrist von 14 Tagen besteht in jedem Fall. Haben Sie keine Rechtsschutzversicherung, können Sie sich an die Verbraucherzentrale wenden, die in großen Städten meist eine eigene Filiale hat.

Aktuelle Verbraucherhinweise und -warnungen bekommen Sie auf dieser Internetseite: Verbraucherschutz.de

Veröffentlicht am 1. August 2013