Versicherungsschaden: Exaktheit zählt

Wer einen Versicherungsschaden meldet, sollte es mit den Zahlen sehr genau nehmen, sonst ist die ganze Versicherungsleistung gefährdet. Versicherte schummeln bei den Zahlen immer wieder ein bisschen dazu – ein fataler Fehler, wie das Urteil des Oberlandesgerichts Schleswig zeigt.

Das Oberlandesgericht (OLG) Schleswig hatte sich mit einem Fall zu befassen, in dem ein Versicherter bei einem Versicherungsschaden in Höhe von 300.000 Euro einen Betrag von 4.000 Euro dazugeschummelt hatte. Der Versicherer verweigerte die Zahlung für den Wohngebäudeschaden.

Zu Recht, wie das Gericht meinte. Es sei nicht unbillig, wenn sich der Versicherer in Hinsicht auf den gesamten Versicherungsschaden auf arglistige Täuschung beruft, auch wenn die Täuschung nur einen Anteil von weniger als 2% des gesamten Versicherungsschadens beträgt.

Da eine arglistige Täuschung folglich vorlag, musste der Versicherer keinen Cent bezahlen – und der Versicherte blieb auf dem Schaden von 300.000 Euro sitzen – der eigentlich ein Versicherungsschaden gewesen wäre (OLG Schleswig, Az. 16 U 33/05).

Veröffentlicht am 19. August 2009
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