Verschiebung der Mehrwertsteuererhöhung wirkt sich zunächst postitv aus

Durch die Verschiebung der Mehrwertsteuererhöhung erhofft man sich Vorzieheffekte auf 2006, die sich konjunturell positiv auswirken werden. Hätte man die Erhöhung gleich zu Beginn des Jahres 2006 vorgenommen, wäre ein weiterer Schub der kollektiven Konsumverweigerung die Folge gewesen.

Das zarte Pflänzchen Konjunkturerholung wäre gleichzeitig von der Mehrwertsteuererhöhung zertreten worden. Sowohl Unternehmen als auch private Verbraucher bekommen im Rahmen eines nicht gerade positiven Szenarios jetzt das präsentiert, was in sieben Jahren rot-grüner rückwärtsterminierter Gesetzgebung völlig unter die Räder kam: nämlich Planungssicherheit bei künftigen Änderungen.

Jeder kann nunmehr unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuererhöhung ab 2007 in Ruhe überlegen, welche Käufe und Investitionen er auf 2006 vorziehen will, um die steuerliche Mehrbelastung abzuwenden. Insbesondere bei größeren Anschaffungen, beispielsweise beim Autokauf, ist dies eine Überlegung wert.

Die Frage bleibt, wie stark die konjunkturelle Beeinflussung durch die Mehrwertsteuererhöhung tatsächlich sein wird, denn der deutsche Verbraucher schaut bei Anschaffungen nicht unbedingt auf die Steuer, er will in erster Linie den besten Preis.
Veröffentlicht am 11. Juli 2008