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Vermeidung der teuersten Finanzierung: Die richtige Analyse des betriebswirtschaftlichen Umfeldes

Vermeidung der teuersten Finanzierung: Die richtige Analyse des betriebswirtschaftlichen Umfeldes
geschrieben von Dr. Edgar Mosser

Der Artikel beschäftigt sich mit der Frage, wie man systematisch die betriebswirtschaftliche Analyse vornimmt. Er zeigt Alternativen zur teuersten Finanzierung.

Um das Jahr 2000 und in den Jahren 2007 und 2008 konnte ich sehr gut beobachten, wie sich viele Unternehmer und Manager von der allgemeinen Euphorie anstecken ließen und kräftig investierten und damit die teuerste Finanzierung wählten. Dabei war um 2000 die Überhitzung der Börsen und spätestens seit 2003 die drohenden Folgen der Immobilienkrise bekannt.

Schließt das Erkennen solcher Blasen eine Investition grundsätzlich aus? Nein. Um aber die teuerste Finanzierung zu vermeiden, muss die betriebswirtschaftliche Analyse besonders gründlich vorgenommen werden.

Wo liegen die Schwerpunkte bei der Analyse?
Wir alle handeln sehr emotional. Bei unternehmerischen Entscheidungen ist das aber oft sehr nachteilig. Am Beginn steht die gute geschäftliche Entwicklung und die Möglichkeit, mehr Belastungen tragen zu können. Daher sollen Sie sich zuerst frage, wird mein Wunsch nach Investitionen wirklich von betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten oder Wünschen nach neuen Gebäuden, Maschinen, Fahrzeugen, Auftreten gegenüber der Umgebung oder dem Mitbewerb, schlicht, dem eigenen Geltungsbedürfnis getragen und damit zur teuersten Finanzierung führen?

Wie kann ich meine Emotionen bestmöglich umgehen?
Durch den Blick auf die eigenen betriebswirtschaftlichen Zahlen. Zuerst auf die Zahlen der Vergangenheit, weil sie zeigen, welche Produkte und Sparten zur guten Situation geführt haben, welche Bereiche des Betriebs für die Gewinne verantwortlich waren.

Kann ein Fortschreiben dieser guten Zahlen zur teuersten Finanzierung führen?
Bevor diese Frage beantwortet wird, muss die volkswirtschaftliche Analyse einbezogen werden. Ist sie negativ, müssen Sie prüfen, ob eine allgemeine Verschlechterung auch zu einer Verschlechterung in Ihrer Branche führt. Gerade die gegenwärtig sehr schwere Krise zeigt, dass nicht alle Branchen darunter leiden .

Leidet Ihre Branche nicht, führt dann ein solches Ergebnis bei einer Finanzierung zur Vermeidung der teuersten Finanzierung?
Nein. Denn wir haben es bei dieser Krise teilweise mit einem atypischen Verhalten der Konsumenten zu tun. Trotz drohender Krise verhalten sich viele Menschen, als ginge alles normal weiter. Daher ist zu prüfen, ob es sich hier um vorübergehendes Verhalten handelt oder nicht. Sind Sie in einer Branche tätig, die auch in der Vergangenheit in Krisen besser läuft als andere, so ergibt das ein ganz anderes Bild.

Könne sie nun davon ausgehen, dass Sie der teuersten Finanzierung entgehen?
Nein. Denn in diesem Fall muss zuerst geprüft werden, ob Engpässe nicht durch andere Maßnahmen überbrückt werden können, bis wieder Klarheit über die weitere Entwicklung besteht.

Welche Alternativen können die teuerste Finanzierung vermeiden?
Interne Umorganisationen, Auslagerungen, gebrauchte Maschinen oder Fahrzeuge, die aus dem Cashflow bezahlt werden können, Überstunden, Leiharbeiter, Leihmaschinen, Leihfahrzeuge- nicht zu verwechseln mit Leasing, Verzicht auf Aufträge, Tausch von schlechten Kunden gegen bessere, das kann sich auf die Spannen aber auch auf die Zahlungsmoral beziehen,

Überprüfung von einzelnen Produkten oder Sparten auf Ihren Deckungsbeitrag, wodurch Kapazitäten umgeschichtet werden können.

Was ist nun die teuerste Finanzierung?
Die Finanzierung von Investitionen, die bei genauer Analyse des volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Umfeldes vermieden werden muss oder kann. Sie ist nicht nur so teuer, weil sie nicht notwendig wäre, sondern weil zu einem Zeitpunkt investiert wird, bei dem alle Anschaffungsgüter besonders teuer sind, wie Gründe, Baukosten Maschinen, Fahrzeuge und vieles mehr. Aber auch Personal und Zinsen sind in diesen Phasen auf einem Preishöhepunkt.

Warum hat die teuerste Finanzierung so besonders negative Folgen?
Weil sie nicht nur die hohen Finanzierungskosten mit sich schleppen müssen, sondern weil Sie in eine Phase sinkender Erträge kommen, in der diese Last doppelt und dreifach wirkt.

Zudem sind viele Wirtschaftsgüte unverkäuflich oder nur mit Verlusten wieder zu verkaufen. Auch zusätzliches Personal kann nicht einfach wieder abgebaut werden. Die Folgen sind schlichtweg fatal.

Wie können Sie erkennen, unter welchen wirtschaftlichen Voraussetzungen Investitionen und Finanzierungen wieder kaufmännisch sinnvoll sind?
Auch dafür gibt es volkswirtschaftliche Hinweise und eindeutige Indikatoren. Mehr darüber erfahren Sie im nächsten Artikel.

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Dr. Edgar Mosser

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