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Verbraucherverhalten: Trendwende im Medienkonsum

Verbraucherverhalten: Trendwende im Medienkonsum
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geschrieben von experto.de

20 Prozent weniger Medienkonsum in nur einem Jahr – diese Zahl erschüttert derzeit die amerikanische Werbebranche. Sie stammt aus der aktuellen Statistik des Marktforschungsunternehmens Nielsen. Demnach haben männliche Zuschauer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren allein im letzten Jahr ihren TV-Konsum um ein Fünftel reduziert. Nach Jahrzehnten des Wachstums verliert die Freizeitbeschäftigung Fernsehen damit erstmals an Bedeutung. Experten sprechen schon von einer Fernsehverweigerung der „Missing Men“. Sie prognostizieren, dass sich bald alle Konsumenten wie diese demographische Gruppe verhalten.

Wichtige Entwicklungen: Der Fernseher als medialer Mittelpunkt ist auf dem Rückzug. Andere Plattformen, von DVD bis zu Videokonsolen, gewinnen an Bedeutung, vor allem aber der Computer: Das Internet wird das bestimmende Medium.

75 Prozent aller Männer zwischen 18 und 34 sind heute schon online. Rest der Bevölkerung: 40 bis 50 Prozent. Mit den immer schnelleren Zugängen kommt ein Unterhaltungsuniversum auf die Konsumenten zu, das mit dem TV konkurriert: Videoclips, Chatrooms, Online-Nachrichten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein junger Mann eine Webseite besucht, ist 36 Prozent höher als beim Rest der Bevölkerung.

Außerdem: Computerspiele werden eine Freizeitaktivität der Massen. Zocken am Bildschirm ist schon lange kein Kinderspiel mehr. Das Durchschnittsalter der Videospieler hat in Deutschland unlängst die 30 überschritten. Gleichzeitig werden die Titel immer komplexer. Mit einem Rollen- oder Strategiespiel verbringen die Nutzer bis zu 100 Stunden.

Sony hat herausgefunden, dass die meisten Kunden seiner Online-Spiele zur typischen Fernsehzeit nach 20 Uhr aktiv sind. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Spieler im letzten Jahr mehr als verdoppelt.

Einschätzung des Newsletters "Trendletter": Die Zahlen über die Fernsehverweigerung sind wahrscheinlich noch zu niedrig: Untersuchungen von CBS zeigen, dass der Fernseher beim Internetsurfen zwar läuft – aber niemand zuschaut.

Dennoch ist auch Vorsicht angesagt: Die jungen Männer stellen nur eine kleine demographische Gruppe dar. Rechnet man die Werte auf die Gesamtbevölkerung um, ist der US-Fernsehkonsum im letzten Jahr nur um 2,5 Minuten pro Tag gesunken.

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