Trickdiebstahl ist nicht versichert

Wem durch Trickdiebstahl etwas abhanden kommt, wird der Schaden nicht ersetzt. Die Opfer bekommen normalerweise nichts von ihrer Hausratversicherung erstattet. Trickdiebstahl ist in der Hausratversicherung nicht mit abgedeckt, Raub hingegen schon.

Beim Unterschied zwischen Raub und Trickdiebstahl wird vor allem auf die Gewaltanwendung geachtet: Ein versicherter Raub liegt vor, wenn das Opfer mit Gewalt daran gehindert wird, gegen die Wegnahme des Eigentums Widerstand zu leisten. Ob diese Gewalt vorlag oder nicht, kann schnell zum Streitfall werden.

Ein Beispiel: Einem Opfer wurde die Uhr vom Handgelenk gerissen, er trug leichte Verletzungen am Unterarm davon.

Ein Raub oder Trickdiebstahl?
Trickdiebstahl, so das Landgericht Konstanz. Das Abreißen der Uhr ist an sich zwar ein Gewaltakt – aber er dient nicht dem Zweck, das Opfer am Widerstand gegen den Diebstahl zu hindern. Der Versicherte hatte in dem Gedränge, in dem der Diebstahl passierte, einfach keine Chance, Widerstand zu leisten.

Damit ist dieser Fall kein Raub, sondern ein Trickdiebstahl – und das Opfer sah keinen Cent von seiner Versicherung (Landgericht Konstanz, Az. 2 O 437/07 D).

Hier hilft nur eines: Aufpassen, aufpassen, aufpassen, und teure Uhren etc. zu Hause oder, während des Urlaubs, im Hotelsafe lassen.

Veröffentlicht am 20. August 2008