Telefon-Spoofing: Was Sie über diese Betrugsmasche wissen müssen

Vorsicht vor Telefon-Spoofing

Vielleicht haben Sie es auch schon erlebt: Ein bekanntes Unternehmen ruft Sie an und gratuliert zum Gewinn beim Preisausschreiben. Es seien nur noch Ihre Kontodaten nötig, um den Gewinn auszuzahlen. Spätestens jetzt sollten Sie misstrauisch werden. Denn sonst werden Sie ganz schnell Opfer des populären Call-ID-Spoofings.

Call-ID-Spoofing – was ist das?

Call-ID-Spoofing ist Spoofing mit Telefonnummer. Spoofing heißt zu Deutsch so viel wie "Manipulation", "Verschleierung" oder "Vortäuschung". Dabei können unseriöse Anrufer in die Rolle von seriösen Firmen oder Ämtern oder auch einfachen Mitbürgern schlüpfen.

Dabei erscheint bei einem Anruf die gekaperte Nummer des Teilnehmers, in dessen Rolle die Betrüger schlüpfen, im Display der Zielpersonen. Diese können dann nur sehr schwer erkennen, dass es sich um einen Betrug handelt.

Ziel der Anrufer sind immer die Kontodaten der Angerufenen. Mit den Kontodaten wird dann Missbrauch betrieben, wie etwa Lastschrifteinzüge, die die Bankkunden oft gar nicht bemerken. Beim Einsammeln der Kontodaten werden gerne Köder ausgelegt, etwa angebliche Gewinnspielen oder Drohungen mit Rechnungen für angeblich in Anspruch genommene
Internetdienstleistungen.

Da die Telefonnummer im Display bekannt ist,
erscheint der Anruf seriös und die Betrüger haben leichtes Spiel.
Ärger bekommen dafür die wirklichen Inhaber der Telefonnummer, die
mitunter mit Anzeigen oder zumindest mit wütenden "Rückrufen" rechnen
müssen.

Ist der Anrufer legitimiert? – So überprüfen Sie’s

Dabei gibt es auch ein legales Spoofing. Das ist dann der Fall, wenn sich ein Teilnehmer etwa eines Sekretariatsservice oder eines professionellen Call-Centers bedient. Hier liegt jeweils das Nutzungsrecht der Telefonnummer des Auftraggebers vor. Andernfalls liegt ein Verstoß gegen Paragraf 66j des Telekommunikationsgesetzes vor, der ein Bußgeld nach sich ziehen kann.

Erhalten Sie also einen Anruf, den Sie sich nicht erklären können, sollte die erste Frage an den Anrufer sein, woher er Ihre Telefonnummer hat. Seien Sie grundsätzlich misstrauisch, wenn Sie jemand anruft, ohne dass er vorher von Ihnen kontaktiert worden ist und ohne, dass eine Geschäftsbeziehung besteht.

Nur die wenigsten können sich schlüssig legitimieren – so werden Sie von öffentlichen Einrichtungen in aller Regel nicht angerufen, wenn Sie nicht vorher Kontakt gesucht haben. Machen Sie es sich zur Regel, rechtsgeschäftliche Erklärungen (also Vertragsänderungen, Einzugsermächtigungen etc.), auch bei bestehenden Geschäftsbeziehungen, nur schriftlich und nach erfolgter schriftlicher Aufforderung, die Sie überprüfen können, abzugeben.

Veröffentlicht am 17. August 2012