Verbrauchertipps

So vermeiden Sie Schuldenfallen

So vermeiden Sie Schuldenfallen
geschrieben von Cornelia Lohs

Sie nutzen gern Zahlpausen und Ratenzahlung bei Versandhäusern? Sie kaufen gern auf Kredit und reizen Ihren Dispo und Kreditkartenrahmen bis zum Limit aus? Dann sind Sie auf dem besten Weg in die Schuldenfalle! Lesen Sie hier, wie sich die häufigsten Schuldenfallen vermeiden lassen.

Versandhauskäufe: Kaufe jetzt, zahle später

Weihnachten steht vor der Tür und diverse Versandhäuser werben jetzt mit den Worten "Kaufe jetzt, zahle später!" Kunden dürfen sich teilweise bis zu 120 Tage Zeit lassen, die Rechnung zu begleichen bzw. mit der Ratenzahlung zu beginnen. Dass für die Zahlpause ein Aufschlag und für die Ratenzahlung hohe Sollzinsen veranschlagt werden, nehmen viele Käufer gerade in der Vorweihnachtszeit gern hin, besonders dann, wenn sie knapp bei Kasse sind. 

Warum Sie Angebote mit Zahlpausen meiden sollten

Wenn auch Sie gern Zahlpausen in Anspruch nehmen, sollten Sie sich vorab fragen, ob Sie nach Ablauf der Zahlpause überhaupt in der Lage sind, die Rechnung zu begleichen – auch wenn es sich dabei um eine Ratenzahlung handelt. In der Regel sind Ihre Einkünfte nach Ablauf der Zahlpause doch dieselben, nicht wahr? Und was Sie heute nicht bezahlen können, werden sie in drei bis sechs Monaten auch nicht bezahlen können. Es sei denn, Sie können mit einer gewaltigen Gehaltserhöhung oder einer Steuererstattung rechnen.

Und was passiert, wenn während der Zahlpause unvorhergesehene Ausgaben ins Haus schneien (Autoreparatur, kaputte Waschmaschine, hohe Nebenkostenabrechnung etc.) oder Sie ganz unverhofft Ihren Job verlieren? In Nullkommanix können Sie Ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Überlegen Sie deshalb ganz genau ob es sich lohnt, eine Zahlpause in Anspruch zu nehmen.

Tappen Sie nicht in die Kreditkartenfalle

Wenn Ihre Kreditkarte ständig im Einsatz ist, verlieren Sie schnell den Überblick über Ihre Ausgaben, da die Beträge (je nach Kreditkarte) erst nach einigen Tagen oder Wochen abgebucht werden. Insbesondere dann, wenn Sie über einen Kreditrahmen oder einen flexiblen Rahmenkredit (Revolving Credit Card) verfügen, laufen Sie Gefahr, viel zu viel Geld auszugeben.

Ist der Kreditrahmen erst einmal ausgeschöpft, müssen Sie Ihr Kreditkartenkonto zumindest teilweise ausgleichen, bevor Sie die Karte wieder nutzen können. Sie sollten auch bedenken, dass für die Inanspruchnahme eines Kartenkreditrahmens höhere Gebühren verlangt werden als für einen Dispo. Eine Kreditkarte mit Kreditrahmen und/oder Teilzahlungsfunktion ist zwar praktisch, kann jedoch sehr schnell zu Überschuldung führen. Debit- und Prepaid-Kreditkarten sind in diesem Fall die bessere Alternative.

Finanzieren Sie Ihren Lebensunterhalt nicht mittels Dispokredit

Sie sollten Ihren Dispo generell nur im Notfall nutzen und keinesfalls Ihren Lebensunterhalt damit bestreiten. Angenommen, Sie haben einen monatlichen Gehaltseingang von 2.500 Euro und die Bank hat Ihnen einen Dispo in Höhe von drei Monatsgehältern gewährt. Somit könnten Sie Ihr Konto monatlich um 7.500 Euro überziehen.

Allerdings nur kurz, denn wenn Sie es erst einmal um die volle Höhe überzogen haben und nicht ausgleichen, können Sie monatlich nur den Betrag nutzen, der per Gehaltszahlung eingeht – das wären in diesem Fall 2.500 Euro. Mit den restlichen 5.000 Euro stehen Sie bei der Bank in der Kreide. Da Sie aber Ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, sind Sie auf die restlichen 2.500 Euro des Dispos angewiesen und somit Dauerhaft im Soll. Wenn Sie diesen bis zum Limit ausgeschöpften Dispo jahrelang mit sich "herumschleppen", zahlen Sie über die Jahre verteilt mehrere tausend Euro Sollzinsen. Lohnt sich das? 

Tipp: Damit Sie einen Dispo erst gar nicht in Anspruch nehmen müssen, fangen Sie an, Rücklagen zu bilden. Überweisen Sie dazu regelmäßig den Betrag, den Sie monatlich entbehren können, auf ein Tagesgeldkonto und sparen Sie sich eine Summe in Höhe von ein bis zwei Nettogehältern an. Lesen Sie dazu auch meinen Artikel Geld sparen leicht gemacht.

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Cornelia Lohs

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