So leicht bekommen Datendiebe Ihre Identität übers Web

So einfach ist der Identitätsdiebstahl für Datendiebe im Netz.

Für einen Identitätsdiebstahl braucht es wenig: Bereits Name und Geburtsdatum genügen, um im Internet für Ärger zu sorgen. Die Betroffenen haben mit Mahnungen, Inkasso-Vorgängen oder Schufa-Einträgen zu kämpfen.

Doch wie gelangen die Datendiebe an Ihre persönlichen Daten?

Identitätsklau im Internet

Laut einer amerikanischen Studie werden jährlich über 9 Millionen Nutzerdaten von Amerikanern geklaut. Auch in Deutschland ist diese Zahl am steigen, was mit viel Ärger verbunden ist. Erst wenn das Inkassobüro vor der Tür steht, fliegt der Identitätsklau auf, aber dann ist es zu spät. Der Schaden ist bereits entstanden und Sie müssen das zerstörte Image wiederherstellen. Um sich Ihre Daten zu beschaffen, wenden die Betrüger folgende Tricks an:

  1. Diebstahl: Die Datendiebe stehlen Geldbeutel oder Handtaschen, denn mit der EC-Karte und dem Personalausweis lässt sich viel Schaden anrichten. So können die Trickbetrüger über Umwege einen Mobilfunkvertrag einrichten.
  2. Dumpster Diving: Man glaubt es kaum, aber sogar der Müll genügt für einen Identitätsklau. Die Täter wühlen darin, um an die notwendigen Daten zu gelangen.
  3. Adressänderung: Kostenlos shoppen ist für die Datendiebe kein Problem: Dafür verschaffen sie sich Zugriff auf Ihren Benutzeraccount, ändern die Versandadresse und tätigen eine große Bestellung.
  4. Phishing: Diese Methode ist weit verbreitet und dennoch erfolgreich. Dafür erstellen die Datendiebe eine falsche Webseite, die dem echten Unternehmen täuschend ähnlich sieht. So gewinnen die Betrüger Ihr Vertrauen und kommen an geheime Passwörter. Derselbe Trick wird auch in E-Mails angewandt.
  5. Telefonate: Die Betrüger rufen an und geben sich als finanzielle Einrichtung aus. Um einen Sachverhalt zu klären, brauchen sie dringend ein paar persönliche Daten.

Finanzieller Schaden

Bei einigen Onlineshops können Datendiebe mit Name und Geburtsdatum shoppen gehen – die sozialen Netzwerke machen es möglich. Häufig bitten Betrüger die Verwandten um Geld oder verschicken grundlose Beleidigungen. Noch mehr Schaden entsteht durch gestohlene Konto- oder Kreditkartendaten. Die Trickbetrüger können ein Bankkonto eröffnen oder einen teuren Internet-Kredit aufnehmen.

Natürlich werden die Rechnungen nicht bezahlt und Sie bekommen nichts davon mit: Bereits im Vorfeld wurde Ihre Adresse verändert und die Mahnungen flattern ins Leere. Erst nach Monaten erfahren Sie vom Identitätsklau. Theoretisch können die Datendiebe einen Job annehmen oder eine Straftat begehen – und sogar für Sie ins Gefängnis wandern. In der Regel bleibt es bei Maschen wie falschen Rechnungen und nicht gedeckten Schecks.

Risikofaktor Passwort

Der gängigste Identitätsklau erfolgt über Passwörter im Internet. Dabei führen die Datendiebe entweder einen Massendiebstahl durch oder spezialisieren sich auf den einzelnen Verbraucher. Gegen die erste Methode können Sie nichts unternehmen, da die Betrüger eine komplette Datenbank hacken. Hier sollten Sie schnellstmöglich das Passwort ändern, sobald Sie von solch einem Diebstahl erfahren.

Mittels Phishing erbeuten die Betrüger wertvolle Passwörter: Häufig wird die gleiche Kombination für Social Media oder weitere Internet-Dienste verwendet, was sich die Kriminellen zunutze machen. Sie finden das Passwort eines Chatdienstes heraus und wenden es auf andere Webseiten an, bis sie einen Treffer landen. Daher sollten Sie für alle Zahldienste ein individuelles Passwort erstellen, damit die Betrüger keinen Schaden anrichten können.

Fazit

Mit einem Identitätsklau ist nicht zu spaßen, denn er kann äußerst teuer ausfallen. Erstatten Sie bei finanziellen Schäden sofort Anzeige, denn nur so können Sie den Sachverhalt klären. Die falschen Abrechnungen werden zurückgebucht und Sie können gegen die Internet-Einkäufe sofort Einspruch einlegen.

Löschen Sie verdächtige Mails und rufen Sie zur Sicherheit bei Ihrer Bank an. Kein Institut wird im Internet per E-Mail nach Ihrem Passwort fragen – das machen nur die Datendiebe.

Veröffentlicht am 29. April 2016
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