Smartphone-Nutzung: Wann ist es zu viel?

Tag und Nacht in Betrieb: Die Smartphone-Nutzung nimmt immer mehr zu.

Die Anzahl der Smartphone-Nutzer steigt Tag für Tag. Das Gleiche gilt auch für die Nutzungszeit der mobilen Endgeräte. Mehrere Statistiken beweisen: Menschen nutzen ihre Smartphones pro Tag im Durchschnitt 3 Stunden lang.

Am intensivsten ist die Smartphone-Nutzung bei Jugendlichen. Diese legen ihr Smartphone kaum noch aus der Hand und nutzen es den ganzen Tag über.

Jugendliche schenken ihrem Smartphone sehr viel Lebenszeit

Für viele Menschen und vor allem Jugendliche ist das Smartphone ein täglicher Begleiter geworden. Über das mobile Endgerät können die Nutzer mit Freunden chatten, Musik hören, Spiele spielen und im Internet surfen. Das Smartphone ist Teil des Alltags geworden. An fast jedem Ort sieht man Menschen, die in ihr Smartphone schauen.

Eine britische Marketingagentur hat eine Studie zur Smartphone-Nutzung durchgeführt. In dieser wurden 2.000 Nutzer befragt. Das Ergebnis: Im Durchschnitt greifen die Nutzer 1.500 Mal pro Woche zu ihrem Smartphone. 4 von 10 der Befragten gaben auch an, dass sie sich ohne ihr Smartphone definitiv unwohl fühlen. Viele Eltern machen sich Sorgen um ihre Kinder und haben Angst, dass diese süchtig geworden sind.

Ist die intensive Smartphone-Nutzung eine Sucht?

Bislang gibt es in Deutschland weder anerkannte Diagnosen zur Internet-Sucht, noch zur Smartphone-Sucht. Dennoch machen sich viele Experten und der Fachverband Medienabhängigkeit dafür stark, dass die Abhängigkeit von diesen Medien als Sucht anerkannt wird. Auch die Bundesdrogenbeauftragte sieht in der intensiven Smartphone-Nutzung ein Risiko für die Jugendlichen. Durch das Smartphone besteht grundsätzlich die Gefahr, dass sich die Nutzer zu lange und zu oft im Internet aufhalten. In Deutschland gibt es rund 560.000 Internetabhängige.

Rund 70 Prozent aller 12- bis 19-Jährigen besitzen laut den Angaben der Bundesdrogenbeauftragten ein eigenes Smartphone.

Die meisten Nutzer chatten via WhatsApp oder Facebook. Wer Tag und Nacht zum Smartphone greift und fast nur noch virtuell kommuniziert, bei dem ändert sich das Verhalten im Hinblick auf die klassische Kommunikation in der realen Welt. Eine zu intensive Smartphone-Nutzung kann sich mit der Zeit auf viele Lebensbereiche negativ auswirken. Durch die Ablenkung leiden auch die schulischen oder beruflichen Leistungen.

Gefährliche Situationen für Smartphone-Nutzer

Wer sein Smartphone ständig in der Hand hat, der reagiert auf seine Umwelt anders. Während eine zu intensive Smartphone-Nutzung im Hinblick auf andere Menschen hauptsächlich als unhöflich gedeutet wird, kann diese unter Umständen auch zu gefährlichen Situationen führen.

Im Auto ist die Smartphone-Nutzung an sich verboten und wird mit einem Bußgeld bestraft. Auch auf dem Fahrrad oder zu Fuß können Unfälle aufgrund der Ablenkung passieren. Nutzen Sie Ihr Smartphone unterwegs als Fußgänger, dann sind Sie stark abgelenkt. Die Gefahr ist relativ hoch, dass Sie mit jemandem zusammenstoßen, bei Rot über die Ampel gehen oder sogar von einem Auto angefahren werden.

Wie Sie den Smartphone-Konsum verringern können

Smartphones sind viele nützliche Geräte in einem und haben viele Funktionen. Um die Nutzung zu verringern, können Sie das Smartphone durch äquivalente Geräte ersetzen. Kaufen Sie sich zum Beispiel einen klassischen Wecker, dann nehmen Sie Ihr Smartphone nicht mehr gleich nach dem Aufstehen in die Hand. Auch das Tragen einer Armbanduhr ist sinnvoll. Dadurch müssen Sie Ihr Smartphone seltener aus der Tasche holen, um die Uhrzeit abzulesen.

Es gibt auch einige Situationen, bei denen Sie auf die Smartphone-Nutzung aus Höflichkeit oder der Etikette halber verzichten sollten. Sehen Sie zum Beispiel gemeinsam mit Ihrer Familie einen Film an, dann sollten Sie Ihr Smartphone am besten in einen anderen Raum legen. Sonst schauen Sie vielleicht ab und an auf das Display. Auch bei einem gemeinsamen Abendessen ist es mehr als unhöflich, ständig das Smartphone in die Hand zu nehmen. Lassen Sie das Smartphone auf keinen Fall auf dem Tisch liegen und legen Sie es weg.

Veröffentlicht am 5. Januar 2016