Verbrauchertipps

Schlüsseldienste: So wehren Sie sich gegen Abzocker

Ohne Schlüssel vor verschlossener Wohnungstür zu stehen, ist ein Horror. Wer dann einen Schlüsseldienst rufen will, sollte kühlen Kopf bewahren, um nicht abgezockt zu werden. Rechnungen über 500 Euro und mehr sind keine Seltenheit. Lesen Sie die typischen Tricks der Abzocker – und wie Sie sich dagegen wehren.

Vor allem unter den Schlüssel-Notdiensten für nachts oder an Wochenenden tummeln sich viele schwarze Schafe. Das zeigen Erfahrungen von Verbraucherzentralen. Sie nutzen teils schamlos aus, dass die Kunden nur den sehnlichen Wunsch haben, endlich nach Hause zu kommen. Hier einige Tipps, wie Sie sich schützen können.

Notdienst-Adresse des Schlüsseldienstes

Eine beliebte Masche besteht darin, in gedruckten und elektronischen Branchenbüchern den Geschäftssitz zu verschweigen. Wird ein Auftrag erteilt, kommt der Handwerker von einem weit entfernten Ort und berechnete erhebliche Anfahrtskosten. Deshalb: Nur Handwerker mit bekannter Adresse beauftragen.

Notdienst-Telefonnummer des Schlüsseldienstes

Ebenso tückisch ist es, wenn eine Ortsrufnummer genannt wird, die Firma aber wiederum weit entfernt sitzt und hohe Anfahrtskosten berechnen will. Später wird das dann damit gerechtfertigt, unter der Ortsrufnummer sitze lediglich ein Call-Center. Gut zu wissen: Ohne Angabe einer bestehenden Rufwahlumleitung in ein anderes Ortsnetz ist das wettbewerbswidriges Verhalten, entschied das Landgericht Kleve (Az: 8 O 166/01).

Preisangaben des Schlüsseldienstes prüfen

Vorsicht, wenn die Firma am Telefon unkonkrete Angaben zu den Preisen macht. Sie kann zumindest die Anfahrtskosten sowie den Stundensatz beziffern. In der Branche gelten Stundensätze von 40 bis 75 Euro als üblich, die Aufschläge für Nacht- oder Wochenend-Einsätze betragen durchschnittlich 50 Prozent. Mehr als 30 Minuten braucht ein Profi normalerweise selbst bei gesicherten Türen nicht. Ein telefonischer Kostenvoranschlag ist generell gültig (Amtsgericht Leverkusen, Az: C 366/96).

Am besten wäre ein Festpreis, was eine genaue Beschreibung des Schlosses voraussetzt. Abzocker sagen zunächst einen günstigen Festpreis zu, fühlen sich aber hinterher nicht daran gebunden: "Es war viel schwieriger als beschrieben." Der Kunde sollte einen Zeugen haben, welche Angaben er über die Tür und das Schloss gemacht hat.

Wenn der Schlüsseldienst das Schloss zerstört

Ist die Tür lediglich ins Schloss gefallen, kann ein seriöser Handwerker in der Regel die Tür innerhalb weniger Minuten öffnen. Die unseriösen Handwerker indes wollen generell das Schloss ausbauen oder aufbrechen – um dann ein teureres Ersatzschloss in Rechnung zu stellen. Bei lediglich zugefallener Tür sollte der Kunde darauf beharren, dass ein Schlossaustausch nicht notwendig ist – wird dennoch ausgebaut, sollte er das alte Schloss zu Beweiszwecken aufheben.

Wer auf einen Abzocker reingefallen ist und nun eine heftige Rechnung auf dem Tisch liegen hat, sollte protestieren und mit Verbraucherzentrale oder Wettbewerbszentrale und Anzeige wegen Wucher drohen. Viele Praktiken der Schlüssel-Notdienste sind wettbewerbswidrig, Verbraucherzentralen können das kostenpflichtig abmahnen und Unterlassungserklärungen durchsetzen. Darauf mögen sich manche Firmen lieber nicht einlassen und reduzieren ganz schnell den geforderten Betrag. 

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Andreas Kunze