Paketdienste im Test: Überraschende Ergebnisse

Paketdienste wurden von der Stiftung Warentest in einem Test 2010 ausgiebig getestet. Dabei gab es einige Überraschungen. Viele Pakete kamen beim Empfänger beschädigt an.

Für den aktuellen Paketdienste-Test hat die Stiftung Warentest im Dezember 2010 100 Pakete mit 10 Paketdiensten verschickt.

In jedem der Pakete waren sorgfältig verpackt fünf Teller, zwei Gläser und ein Bilderrahmen enthalten. Keine übliche Sendung, die hier im Paketdienste-Test auf die Reise geschickt wurde.

Paketdienste im Test: Viele Pakete kamen beschädigt an
Alle für die Paketdienste bestimmten Pakete waren sorgfältig verpackt. Selbst als sie von einem Tisch geschoben wurden, haben die Pakete den Falltest aus 80 cm bestanden. Dennoch kamen im Paketdienste-Test mehr als 40 Prozent der Pakete beschädigt beim Empfänger an.

Der sorgfältigen Verpackung zum Trotz waren Bilderrahmen zerbrochen und Kartons gequetscht. Die Tester vermuteten daher, dass die Paketdienste die Test-Pakete teilweise wie "Wurfsendungen" behandelt haben.

Paketdienste: Die "Testsieger"
Die meisten heilen Pakete lieferte im Test der Paketdienst UPS. Auch Hermes, eparcel und paket.ag schnitten im Paketdienste-Test in diesem Prüfpunkt gut ab. In der Gesamtwertung schnitt Hermes noch am besten ab, auch wenn dieser Paketdienst im Test nur die Note befriedigend erreichte. Dies lag wohl daran, dass Hermes die Pakete relativ langsam auslieferte.

Soll es schneller gehen, dann empfehlen die Prüfer der Stiftung Warentest DPD, eparcel, GLS oder iloxx. Im Paketdienste-Test wurden die Pakete häufig schon am nächsten Tag zugestellt – allerdings nicht immer. Wie eingangs erwähnt, versendete UPS im Paketdienste-Test die empfindlichen Waren am sorgfältigsten. Allerdings war dieser Anbieter im Test recht teuer.

Paketdienste: Wer haftet bei Schäden?
Die Stiftung Warentest stellt in ihrem Bericht klar, dass der Paketdienst, der vom Kunden mit der Versendung beauftragt wurde, für die von ihm verursachten Schäden auch haftet. Er haftet sogar dann, wenn das Paket im Standardtarif nicht versichert ist. Paketdienste haben auch nicht die Möglichkeit, ihre Haftung auszuschließen.

Allerdings muss derjenige, der einen Schaden ersetzt haben möchte, auch beweisen, dass das Paket sorgfältig gepackt war. Daher empfehlen die Paketdienste-Tester, die Verpackung aufzubewahren. Ein beschädigter Inhalt muss innerhalb von sieben Tagen gemeldet werden.

Paketdienste: Die Lieferzeit im Test
Während Briefe in der Regel innerhalb eines Tages beim Empfänger ankommen (der E-Brief ist natürlich noch schneller), lieferten die meisten Paketdienste im Test die Pakete im Schnitt in ein bis drei Werktagen aus. Die Paketdienste DPD, eparcel, GLS und iloxx konnten im Test die Pakete häufig sogar schon am nächsten Tag zustellen. Demgegenüber kamen die Hermes-Pakete im Test stets nach zwei Werktagen an.

Bei einigen Paketdiensten im Test kam es allerdings zu Problemen bei der Abholung: Jeder vierte Tester wartete am angekündigten Tag vergeblich auf sein Paket.

Paketdienste vs. Packstationen
Beim Paketdienste-Test stand auch die Frage zur Diskussion, ob die Packstationen von DHL eine günstige und bequeme Alternative zu den Paketdiensten sind? Die Tester haben daher auch 18 Pakete von Packstation zu Packstation geschickt. Einfach war dies wohl nicht, denn die Onlinefrankierung war recht kompliziert und die Station konnte überfüllt sein, sodass die Tester ihre Paket wieder mitnehmen mussten.

Im Paketdienste-Test kamen die Tester zum Ergebnis, dass sich die Packstationen vor allem für Vielnutzer und Berufstätige eignen, die wenig zuhause sind.

Paketdienste: Komplette Testergebnisse zum Download
Den Testbericht zu den Paketdiensten finden Sie in der Dezember-Ausgabe 2010 der Zeitschrift test. Ferner können Sie die Ergebnisse des Paketdienste-Tests auf der Internetseite der Stiftung Warentest gegen eine Gebühr als pdf-Datei herunterladen.

Veröffentlicht am 24. Februar 2011
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