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Ökostrom – was ist das eigentlich genau?

Ökostrom – was ist das eigentlich genau?
geschrieben von Burkhard Strack

Vor 150 Jahren war elektrisches Licht für viele Haushalte purer Luxus. Inzwischen ist die moderne Gesellschaft von Strom abhängig. Dieser Grundsatz gilt nicht nur für private Haushalte. Auch die Industrie ist auf elektrische Energie angewiesen. Dessen Erzeugung beschränkte sich lange auf die Nutzung fossiler Energieträger und der Kernkraft. Heutzutage ist Ökostrom auf dem Vormarsch.

Das Ergebnis traditioneller Stromerzeugung war eine zunehmende Auswirkung auf Umwelt und Klima. Ökostrom soll da eine umweltfreundliche Alternative bieten.

Ökostrom – also elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen – ist erst in den letzten Jahren zu einem Trend geworden. Inzwischen von vielen Versorgern angeboten, beruhigen Verbraucher damit nicht nur ihr Gewissen. Wer sich für grünen Strom entscheidet, will etwas für die Umwelt tun. Verbirgt sich dahinter aber tatsächlich immer Ökostrom? In der Praxis erkennen aufmerksame Beobachter meist recht schnell, dass nicht jeder Stromtarif das Label auch wirklich verdient. Worauf kommt es beim Ökostrom aber tatsächlich an? In diesem Artikel wird näher darauf eingegangen und Tipps aufgezeigt, worauf es bei einem Stromtarif ankommt.

Ökostrom muss nicht zwingend Ökostrom sein

Ökostrom gilt als schick und trendy. Wer der Umwelt und dem Klima einen Gefallen tun will, greift zu dieser Stromvariante. Schließlich stammt der Strom aus erneuerbaren Quellen, wie:

  • Sonnenkraft,
  • Windkraft,
  • Wasser oder
  • Erdwärme.

Das Problem: Einer Kilowattstunde, die aus der Steckdose kommt, sieht man deren Quelle nicht mehr an. Strom ist Strom – egal, ob er aus der Verstromung von Kohle oder Kernkraft gewonnen wird. An diesem Punkt muss sich jeder Haushalt klar werden, was der Begriff Ökostrom für den persönlichen Alltag bedeutet.

Wer sich heute als Stromkunde für einen Ökostromtarif entscheidet, bezieht am Ende einen Mix, der sich aus allen möglichen Stromquellen speist. Der Grund: In Deutschland existiert nur ein Stromnetz. Jeder Erzeuger speist seinen Strom in dieses Netz ein. Spätestens an diesem Punkt durchmischt sich Ökostrom mit konventionell erzeugtem Strom.

Welche Schlussfolgerung muss ein Verbraucher an dieser Stelle ziehen? Graustrom – also Strom aus unbekannter Quelle – wird auch in Zukunft immer ein Problem bleiben. Diese Tatsache ergibt sich allein schon aus der fehlenden Stromnetzseparierung. Auf der anderen Seite muss an diesem Punkt auch klar sein, dass ein wachsendes Engagement der Verbraucher in Richtung Ökostrom eine spürbare Verschiebung in Richtung erneuerbare Energiequellen nach sich zieht. Auf Dauer wird der Anteil des Ökostroms am Gesamtstrommix in Deutschland steigen. Wo Verbraucher besonderen Wert auf Ökostrom legen, ist anzuraten, sich nicht nur auf Label zu verlassen. Informationen beispielsweise über Herkunftsnachweise lassen sich beim Umweltbundesamt recherchieren.

Sind Ökostromtarife teurer?

Immer noch denken viele Haushalte, dass Ökostrom grundsätzlich teurer als Strom aus konventionellen Energiequellen ist. Wie sieht die Situation in der Praxis aus? Generell ist in Bezug auf pauschale Aussagen an diesem Punkt Vorsicht geboten.

Um die Frage nach dem Preis zu beantworten, muss ein Vergleich herangezogen werden. Beispiel Grundversorgung: Hier trifft man heute nicht selten auf Angebote, die deutlich teurer als grüne Stromtarife sein können. Auf der anderen Seite werden Haushalte in der Praxis auf Tarife mit herkömmlichem Strommix stoßen, welche günstiger als Ökostrom sind.

Letzten Endes gibt an diesem Punkt den Ausschlag, wie teuer der bisherige Stromtarif ist. Sofern Verbraucher für den Anbieterwechsel nach einer günstigen Alternative suchen, werden sie wahrscheinlich in beiden Bereichen – beim herkömmlichen Strommix als auch beim Ökostrom – fündig. Man wird letztgenannten Strom aber auch teuer einkaufen können. Automatisch teurer ist grüner Strom nur aufgrund seiner umweltfreundlichen Erzeugung aber nicht.

Auf was ist bei der Anbieterwahl zu achten?

Elektrische Energie braucht heute jeder Haushalt. Ohne Strom kein Licht und keine Kühlung für Lebensmittel. In den letzten Jahren haben Verbraucher miterlebt, wie schnell sich Strom verteuern kann. Eine Tatsache, die den Anbieterwechsel in den Mittelpunkt hat rücken lassen.

Bleibt die Frage, was für die Suche nach einem neuen Versorger von Bedeutung ist? Hier zählen – neben der Quelle des Stroms – verschiedene Aspekte.

  • Preisgarantie: Dieser Punkt spielt immer eine Rolle. Inzwischen werden auch beim Ökostrom Tarife angeboten, welche über einen gewissen Zeitraum stabile Preise versprechen. Je länger dieser Zeitraum ausgedehnt wird, umso besser. Allerdings muss an diesem Punkt auch klar sein, dass der Strompreis auch durch Umlagen und Steuern beeinflusst wird. Diese Aspekte bleiben bei den Preisgarantien in der Regel außen vor.
  • Vertragslaufzeit: Versorger haben natürlich Interesse an einer langfristigen Bindung ihrer Kunden. Zum Problem wird diese Vertragslaufzeit, wenn hierdurch der Stromwechsel nicht mehr ohne Weiteres möglich ist. Durch die lange Bindung an den Versorger wird es schwierig, günstige Angebote der Konkurrenz zu nutzen.
  • Vorkasse: Dieses Instrument ist besonders im Zusammenhang mit den sogenannten Pakettarifen beliebt. Versorger stellen eine festgelegte Strommenge günstig zur Verfügung. Im Gegenzug wird der Strom im Voraus bezahlt. Problematisch wird diese Methode bei einer deutlichen Überschreitung der Strommenge, da hier hohe Nachzahlungen drohen. Zudem ist das Risiko der Anbieterinsolvenz in der Vergangenheit – etwa im Zusammenhang mit TelDaFax –in den Vordergrund getreten.
  • Prämien und Rabatte: Um neue Kunden zu gewinnen, locken diverse Stromanbieter mit Bonus- und Rabattsystemen. Auf den ersten Blick verlockend, muss dennoch jeder Haushalt dabei genau hinschauen. Teils werden die Prämien mit der ersten Endabrechnung verrechnet. Es gibt die Prämie also nicht sofort als Gutschrift – sondern mitunter erst nach einem Jahr.

 

Strom aus regenerativen Energiequellen wird heute in sogenannten Ökostrom-Tarifen angeboten. Doch nicht immer bestehen diese wirklich aus Ökostrom. Ein genauerer Blick der Verbraucher ist sehr hilfreich!

Fazit: Beim Ökostrom auf das Kleingedruckte achten

Ökostrom ist in der Vergangenheit zunehmend beliebter geworden. Eine Tatsache, die auch in Zusammenhang mit dem wachsenden Umweltbewusstsein steht. In der Praxis zeigt sich aber, dass nicht überall wirklich grüner Strom drin ist, wo Ökostrom draufsteht. Aus Sicht der Verbraucher macht diese Tatsache die richtige Entscheidung für den Energieversorger nicht einfacher. Im Gegenteil: Diverse Label und Siegel führen schnell zu Verwirrung.

Vor dem Wechsel des Stromtarifs ist anzuraten, sich in Bezug auf die Qualität der Label zu informieren. Der Anbieterwechsel ist aber nur ein Schritt. Für den Alltag muss es am Ende auch darauf ankommen, mit elektrischer Energie bewusst und nachhaltig umzugehen.

Bildnachweis: 31543867 / Adobe Stock

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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