Niedrigpreise sind teuer bezahlt

Niedrigpreise beim Discounter sind eine schöne Sache, haben aber oft einen Haken. Manchmal besteht die Gefahr, über den Tisch gezogen zu werden, und dann ist Vorsicht geboten. Zum Beispiel bei Aktionsware: Was Markenqualität sein soll, fällt bei Stiftung Warentest durch. Beispielsweise DVD-Rekorder mit schlechter Bildqualität, oder in der Mitte durchbrechende Kinderanhänger fürs Fahrrad.

Eine ebenso schlechte Bewertung bekam ein Fahrrad: Die Bremsen seien "unberechenbar", befanden die Tester. Nicht alles, wofür man beim Discounter Niedrigpreise bezahlt, spart wirklich Geld. Kaufen Sie Aktionsware nur dann, wenn Sie die Qualität beurteilen können.

Gefährlich sind Niedrigpreise, wenn die Einkaufpreise gedrückt werden, was zum Qualitätsverlust führt. Ein harmloser Fall ereignete sich im Jahr 2002, als bekannt wurde, dass der von Aldi verkaufte Prosecco nichts weiter als billiger Schaumwein war. Qualität hat nunmal ihren Preis.

Das Preisdumping wirkt sich natürlich auch auf den Einkauf aus – die billige Kleidung, die von diversen Discountern immer wieder auf den Markt gebracht wird, stammt oft aus zweifelhafter Quelle, wie die Kampagne "Saubere Kleidung" herausfand (www.saubere-kleidung.de). Beim Zulieferer von Tschibo in Bangladesch beispielsweise kam es zu Verletzungen der Menschen- und Arbeitsrechte, von extrem niedrigen Löhnen, Arbeitsschutz und sozialen Standards ganz zu schweigen.

Schlecht geht es oft auch den Produzenten der Lebensmittel, den Tieren. Absolute Niedrigpreise bei Hühnereiern lassen sich nur mittels Massentierhaltung und Kraftfutter erzielen. Risiken beim Verzehr ergeben sich durch dem Futter beigemischte Medikamente oder chemische Substanzen.

Die genannten Bespiele stammen aus dem Buch "Die Billig-Lüge" von Franz Kotteder, das im Knaur Verlag zum Preis von 8,95€ erschienen ist.

Veröffentlicht am 29. August 2007