Navigationsgeräte-Test zeigt Kostenfallen auf

Ein aktueller Navigationsgeräte-Test zeigt klar auf, dass Navi-Anbieter auch nach dem Kauf weiter verdienen wollen. Allerdings bieten sie – gegen Aufpreis – auch zahlreiche Zusatzdienste wie zum Beispiel Stauwarnungen. Einzelheiten zum Test der Stiftung Warentest lesen Sie hier.

Navigationsgeräte mit großem Display und zusätzlichen Möglichkeiten waren schon immer etwas teurer. Der Navigationsgeräte-Test der Stiftung Warentest zeigt jedoch ganz deutlich, dass die Navi-Anbieter bestrebt sind, auch nach dem Verkauf ihrer Geräte zu verdienen.

Navigationsgeräte-Test: Die getesteten Navis
Aus dem Navigationsgeräte-Test der Stiftung Warentest geht klar hervor, dass die Navi-Hersteller ihre Kunden zunehmen auch nach dem Kauf der Geräte zur Kasse bitte möchten – etwa durch Zusatzdienste, die per Mobilfunk aufs Navi kommen.

Acht Navigationsgeräte wurden durch die Stiftung Warentest geprüft. Sechs der Geräte im Navigationsgeräte-Test konnte der Nutzer mit kostenpflichtigen Optionen erweitern.

Navigationsgeräte-Test: Live-Dienste
Vor allem die teuren Navis waren in der Vergangenheit häufig mit zahlreichen Multimediafunktionen ausgestattet. Bei den Navigationsgeräten im Test legten die Anbieter aber wieder mehr Wert auf Funktionalitäten, die dem Nutzer beim Navigieren unterstützen. Leider verursachen diese Funktionen z. T. auch zusätzliche Kosten.

Besonders beliebt sind zurzeit die sogenannten Live-Dienste, mit denen aktuelle Informationen über Benzinpreise, Wettervorhersagen oder etwa Stauwarnungen über das Handynetz auf das Navi kommen. Hierfür waren einige Navigationsgeräte im Test mit Mobilfunktechnik ausgestattet.

Im aktuellen Navigationsgeräte-Test waren die Geräte von Garmin, Medion und Navigon mit Handytechnik ausstatten. Diese Navis konnten nicht nur Verkehrsdaten empfangen, sondern auch entsprechende Informationen senden, um so zu automatischen Verkehrsmeldern zu werden. Sind genug von solchen Navis im Einsatz, können sie weitaus genauere Informationen liefern, als bisher verfügbar sind.

Insbesondere der Navi-Anbieter TomTom ist mit seinem Live-Dienst schon recht weit. Er nutzt für seinen Verkehrsdienst HD Traffic Bewegungsdaten von Handynutzern.

Im Navigationsgeräte-Test wurden Zusatzkosten bemängelt
Die angebotenen Dienste haben schon heute ihren Preis. Bei Medion wurden im Navigationsgeräte-Test 50 Euro, bei Garmin und Navigon rund 80 Euro im Jahr festgestellt. Allerdings waren bei Medion die Dienste für die ersten 18 Monate mit dem Kaufpreis des Geräts abgegolten, bei Garmin für ein Jahr.

Die Tester der Navis hielten diesen Zeitraum für durchaus ausreichend, um sich als Nutzer von den angebotenen Diensten ein Bild zu machen. Demgegenüber waren bei Navigon nur die ersten drei Monate Live-Dienst gratis.

Das Kartenmaterial im Navi-Test
Im Navigationsgeräte-Test waren aber nicht nur die neuen Mobilfunkdienste mit zusätzlichen Kosten verbunden. So haben zum Beispiel Becker, Falk und Navigon den Verkehrsdienst TMCpro gegen Aufpreis angeboten. Bei Falk kostete dieser Dienst ab 30 Euro, bei Becker 40 Euro und bei Navigon sogar 50 Euro.

Schließlich müssen auch alle Nutzer mit zusätzlichen Kosten rechnen, die stets mit dem neuesten Kartenmaterial ausgestattet sein wollen. Das neueste Kartenmaterial wurde beim Navigationsgeräte-Test vorwiegend als Abonnement für zwei Jahre angeboten und kostete ca. 100 Euro. Becker, Falk und Navigon haben ihren Kunden ein Abo vergünstigt angeboten, wenn es beim oder kurz nach dem Kauf gebucht wurde.

Klassische Aufgaben im Navi-Test
Die typischen Aufgaben wurden im Navigationsgeräte-Test weitgehend problemlos gemeistert. Unterschiede wurden von den Testern eher bei Details festgestellt. So blieb zum Beispiel die Routenführung von Becker einfach stehen, wenn in einem Tunnel die Verbindung zu den GPS-Satelliten abriss. Bis auf das Garmin-Navi berechneten die anderen Modelle die Position im Tunnel mehr oder minder korrekt.

Positiv wurde im Navigationsgeräte-Test festgestellt, dass bis auf dem Medion-Navi alle Geräte über einen Spurassistenten verfügten, der an komplexen Kreuzungen beim richtigen Einordnen half.

Die Displays der Navigationsgeräte von Becker, TomTom und dem kleinen Medion waren beim Test bei sehr heller Umgebung recht schwer abzulesen. Die Ansagen vom Falk waren etwas leise und klangen verzerrt.

Die Berechnungszeiten im Navigationsgeräte-Test
Im Test der Stiftung Warentest funktionierte die Routenfindung und Routenführung recht gut, dauerte mitunter aber recht lange. Am langsamsten rechnete der TomTom XXL, der im Navigationsgeräte-Test bei einer Langstrecke von knapp 1.000 Kilometern über zwei Minuten benötigte, um die schnellste Route zu berechnen.

Demgegenüber benötigten die beiden Navis von Medion im Test lediglich 13 Sekunden.

Den kompletten Bericht über Navigationsgeräte mit den Testergebnissen finden Sie in der Juni-Ausgabe 2010 der Verbraucher-Zeitschrift test. Ferner können Sie den Testbericht auf der Internetseite der Stiftung Warentest gegen eine Gebühr als pdf-Datei herunterladen.

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Veröffentlicht am 18. Februar 2011
Autor
Michael Konetzny