Kontoauszug und Co: Aufbewahrungsfristen von privaten Dokumenten

Kennen Sie sich mit der Aufbewahrungsfrist Ihrer privaten Unterlagen aus?

Sicher kommt Ihnen Folgendes bekannt vor: In Ihrem Regal türmen sich Aktenordner mit unzähligen Kontoauszügen, Rechnungen und Vertragsdokumenten. Und schon öfters haben Sie sich gefragt: Wie sieht es hierbei mit der Aufbewahrungsfrist bei privaten Dokumenten aus? Wie lange müssen Kontoauszüge und Co. weiterhin in Ihrem Schrank verharren?

Die Aufbewahrungsfrist privater Dokumente ist anders geregelt, als die Aufbewahrungsfrist in beispielsweise einer Anwaltskanzlei. Hier müssen die Dokumente über Jahre aufbewahrt werden, wohingegen bei Ihren Dokumenten kein öffentliches Interesse besteht und Sie somit selbst über die private Aufbewahrungsfrist entscheiden können. Die Meinungen über die Dauer der Aufbewahrungsfrist variiert, wir geben Ihnen hier eine Richtlinie.

Es gibt jedoch zu allen Dokumenten eine Empfehlung, wie lange Sie diese aufbewahren sollten: Den meisten Platz nehmen bekanntlich die Kontoauszüge ein. Banken empfehlen, mindestens einmal im Monat die Kontoauszüge zu ziehen. Je nach Kontenbewegung kommt da beizeiten schon ein großer Stapel zusammen.

Die Aufbewahrungsfrist privater Bankunterlagen beträgt in der Regel drei Jahre. Zu den Kontoauszügen zählen auch Rechnungen. Die Aufbewahrungsfrist von drei Jahren ist sinnvoll, da Sie immer noch im Nachhinein nach einer Rechnung gefragt werden können. In vielen Fällen ist eine Aufbewahrungsfrist von vier Jahren empfohlen, dies gilt vor allem zum Nachweis regelmäßiger Zahlungen, wie beispielsweise die Miete.

Aufbewahrungsfrist privater Kontoauszüge abgelaufen: Was nun?

Wohin aber gehören die Kontoauszüge, wenn die Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist? Immerhin sind sensible Daten in Rechnungen und Bankunterlagen enthalten. Niemals sollten Sie die Dokumente ohne Weiteres ins Altpapier werfen. Vernichten Sie die Unterlagen mit einem Schredder oder durch Zerreißen.

Wann können Quittungen und Co. vernichtet werden?

Bei der Aufbewahrungsfrist von privaten Quittungen kommt es immer auf den Kauf an. Sicher können Sie die Rechnung der Lebensmittel sofort vernichten. Eine Quittung für einen Fahrradkauf sollten Sie jedoch länger aufbewahren. Achten Sie darauf, dass Sie Rechnungen so lange aufbewahren, wie der Händler auch Gewährleistung für das Produkt gibt, meistens sind das zwei Jahre.

Steuern, Rente und Arztdokumente: Welche Aufbewahrungsfrist ist hier einzuhalten?

Bei Steuerunterlagen gilt grundsätzlich: Sobald Sie Ihre Steuererklärung hinter sich haben, endet auch die Aufbewahrungsfrist dieser Unterlagen. Bei einer Selbstständigkeit sind hingegen wieder andere Fristen gültig. Wichtig ist, dass Sie Ihren Einkommenssteuerbescheid immer aufbewahren und das auch länger ohne irgendwelche Aufbewahrungsfristen zu beachten. Das Gleiche gilt für Arztdokumente.

Besonderheit bei Handwerkerrechnungen

Die Aufbewahrungsfrist privater Handwerkerrechnungen ist übrigens im Umsatzsteuergesetz vorgeschrieben, da der Staat so gegen Schwarzarbeit vorgehen will. Normalerweise sollten diese Rechnungen mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden.

Unbegrenzte Aufbewahrungsfrist für folgende private Unterlagen

Neben den Dokumenten, bei denen die Aufbewahrungsfrist nach einiger Zeit abläuft, gibt es auch noch die Unterlagen, die Sie auf keinen Fall wegwerfen dürfen und die Sie einer unbegrenzten Aufbewahrungsfrist unterlegen sollten. Dazu gehören Zeugnisse jeder Art, Steuer- und Rentenbescheide, Reisepass, Führerschein, Impfausweis, Geburtsurkunde, Taufschein, Heiratsurkunde, Sterbeurkunden, Arbeitsverträge und Urteile.

Veröffentlicht am 25. Juni 2014