Gebrauchtwagen kaufen: Diese 6 hilfreichen Tipps sollten Sie beachten

Mit diesen 6 Tipps tappen Sie beim Gebrauchtwagen kaufen nicht in die Falle.

Der Gebrauchtwagen-Kauf ist beliebt, um preisgünstig an ein Fahrzeug zu kommen. Gut sieben Millionen PKW haben in Deutschland alleine im letzten Jahr den Besitzer gewechselt. Nicht immer hält ein Fahrzeug das, was vorher beim Verkauf versprochen wurde.

Hier sind sechs nützliche Tipps, wie Sie unliebsame Überraschungen vermeiden können, wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen.

  1. Händler oder von Privat
  2. Durchgeführte Reparaturen
  3. Kilomaterstand
  4. Serviceheft und Fahrzeugdokumente
  5. persönliche Inaugenscheinnahme
  6. Probefahrt

1. Grundsatzentscheidung – Kaufen beim Händler oder von Privat?

Schaut man in die Statistik, ist das Gebrauchtwagen kaufen bei privaten Anbietern eindeutig beliebter als bei Händlern. Die Auswahlmöglichkeiten sind breiter und die Preise oft günstiger. Dafür bietet der Gang zum Händler mehr Sicherheit. Er muss – im Gegensatz zu privaten Anbietern – nach dem Verkauf ein Jahr lang für Sachmängel haften. In den ersten sechs Monaten gilt sogar Beweislastumkehr: der Händler muss nachweisen, dass der Mangel beim Verkauf noch nicht vorhanden war, um sich zu entlasten.

Beim Preis können Sie meist allerdings weniger verhandeln und müssen im Schnitt mehr für den "Gebrauchten" zahlen. Für welchen Anbieter Sie sich entscheiden, ist eine Frage der Abwägung. Sie sollten sich zumindest der jeweiligen Vor- und Nachteile bewusst sein.

2. Wie Sie erkennen, ob der Wagen bereits repariert wurde

Unseriöse Verkäufer versuchen häufig, frühere Reparaturen oder Unfallschäden zu vertuschen. Vor allem bei wertigeren Gebrauchtfahrzeugen sollten Sie darauf achten. Mögliche "Signale" für Schadenbeseitigung sind:

  • unterschiedliche Lackdichten bzw. -helligkeiten an Karosserie-Teilen;
  • Lackspuren an Stellen, wo sie normalerweise nicht hingehören, zum Beispiel an Federungen und Gummidichtungen;
  • schief schließende Türen, Deckel oder Heckklappen;
  • ungewöhnlich große Abstände bei Türen oder Stoßfängern zur übrigen Karosserie;
  • ein schlechter Geradeauslauf des Fahrzeugs.

3. Der Kilometerstand – echt oder manipuliert?

Mit der Manipulation des Kilometerstands soll der Wagen weniger gebraucht erscheinen als er ist. Bei den heute üblichen digitalen Zählern ist eine solche Veränderung vergleichsweise einfach realisierbar und für Dritte schwer zu erkennen. Hier hilft in vielen Fällen ein prüfender Blick in den Innenraum weiter. Durchgesessene Sitze, Pedale mit abgeschliffenen Rillen oder ein abgenutzter Schaltknauf passen nicht zu einem niedrigen Kilometerstand. Im Zweifel sollten Sie lieber einen anderen Gebrauchtwagen kaufen.

4. Prüfen Sie das Serviceheft und die Fahrzeugdokumente

Das Serviceheft ist ein wichtiger Nachweis für die laufende Fahrzeug-Wartung. Nur wenn das Serviceheft lückenlos geführt wurde, können Sie einigermaßen sicher sein, dass das Fahrzeug sich in einwandfreiem Zustand befindet. Vorsicht ist inbesondere angebracht, wenn die letzte Inspektion länger zurückliegt oder das Fahrzeug noch kurz vor der nächsten TÜV-Hauptuntersuchung verkauft werden soll.

Aus der Zulassungsbescheinigung II (früher: Fahrzeugbrief) können Sie erkennen, wie viele Fahrzeughalter es insgesamt schon gab. Häufige Besitzwechsel sprechen nicht unbedingt dafür, dass Sie den Gebrauchtwagen kaufen sollten.

5. Unerlässlich – die persönliche Inaugenscheinnahme

Der kritisch-prüfende Blick auf und in das Fahrzeug ist essentieller Bestandteil der Kaufentscheidung. Lassen Sie sich dabei nicht von einem "glänzenden" Erscheinungsbild täuschen. Ein gut aufpoliertes Fahrzeug ist noch keine Garantie für einen einwandfreien Zustand. Neben dem obligatorischen Rundgang um den Wagen und der Prüfung des Innenraums schauen Sie auf jeden Fall auch unter das Fahrzeug, in den Motorraum und in den Kofferraum.

6. Fahren Sie Probe, ehe Sie den Gebrauchtwagen kaufen

Last but not least testen Sie den Wagen im Rahmen einer Probefahrt. Das ist der beste Weg, um das Fahr- und Bremsverhalten zu prüfen sowie anomale Geräusche von Motor, Getriebe oder Auspuff festzustellen.

Erst nach der gründlichen Prüfung sollten Sie entscheiden, ob Sie den Gebrauchtwagen kaufen. Dann können Sie recht sicher sein, dass Sie an Ihrem Erwerb auch Freude haben.

Veröffentlicht am 30. Dezember 2015
Autor
Moritz Richartz