Finanztipps für werdende Eltern: Von Ausstattung bis Elterngeld

Werdende Eltern machen sich darüber Gedanken: Von der Wiege bis zur Ausbildung – ein Kind ist so teuer, wie ein kleines Eigenheim. Wenn Ihr Budget nicht allzu üppig ist, müssen Sie gut planen. Hier finden Sie Finanztipps zur Erstlingsausstattung, zu Elterngeld, Sparverträgen und Ausbildungsversicherung.

Laut Statistischem Bundesamt sinkt in Deutschland seit den 1970er Jahren die Zahl der Geburten kontinuierlich, insbesondere in den alten Bundesländern. Das mag daran liegen, dass "ein Kind ist so teuer wie ein kleines Eigenheim ist", wie einmal eine Schlagzeile lautete. Stimmt, könnte man zustimmen, denn von der Geburt des Nachwuchses bis zum Ende seines Studiums investieren Eltern ein Vermögen. Dennoch muss das Eine das Andere nicht ausschließen.

Nach den Glückwünschen zur Schwangerschaft folgen häufig die besorgten Fragen von Eltern und Freunden: Könnt Ihr Euch das denn leisten? Kinder, das erfahren werdende Eltern in Deutschland nur zu oft, werden von vielen nur als Kostenfaktor gesehen.

Wie viel Geld eine Familie tatsächlich für ihren Nachwuchs aufbringt, interessiert allerdings die wenigsten. Gerade für werdende Eltern kann es jedoch lohnend sein, sich ein paar Gedanken über die künftige finanzielle Situation zu machen. Denn beim Thema Geld sind Fakten hilfreich – und sie erleichtern die finanzielle Planung.

Finanztipps für werdende Eltern: Ausstattung für das erste Kind
Wer das erste Kind erwartet, überlegt sich, wie das Kinderzimmer aussehen soll, richtet es in Gedanken bereits ein und denkt über Erstausstattung und Wohnsituation nach – besonders, wenn die bisherige Wohnung zu klein ist. Doch ein Neugeborenes braucht kein großes Spielzimmer, reine Babymöbel sind in der Regel überflüssig und auch die Wohnung wird nicht binnen weniger Wochen zu klein, da das Neugeborene die ersten paar Monate sowieso meistens im Zimmer der Eltern schläft.

Es gibt also auch keinen Grund, sich deshalb Sorgen zu machen und übereilte Entscheidungen zu treffen. Gerade für die Ausstattung kleinerer Kinder gibt es in Deutschland zudem einen gut funktionierenden Gebrauchtwaren-Markt: Ob Strampler, Wiege oder Wickelkommode, in Anzeigenblättern, Second-Hand-Läden oder im Internet werden Eltern schnell fündig.

Finanztipps für werdende Eltern: Geschenke, Sparvertrag und Ausbildungsversicherung für den Nachwuchs
Möchten Freunde oder Familie die jungen Eltern beschenken, empfiehlt sich eine klar formulierte Wunschliste. Für Babys wird in Deutschland viel Nützliches aber ebenso viel Unnützes verkauft. Hat die Schwiegermutter aber erst das sündhaft teure Designerstück gekauft, in das Junior gerade mal vier Wochen lang hineinpasst, weil er so schnell wächst, lässt es sich meist nicht einfach umtauschen.

Dagegen benötigen viele Eltern ganz andere, kostspieligere Ausstattungsgegenstände. Eine Sicherheitsschale für den Transport des Kindes im Auto beispielsweise, ein Tragetuch oder ein Kinderwagen sind teuer, lassen sich jedoch mit mehreren Geldgeschenken leichter finanzieren. Ein hilfreiches Geschenk von den Großeltern ist auch ein Sparvertrag oder eine Ausbildungsversicherung für den neuen Erdenbürger – beide kann man bereits mit geringen monatlichen Beiträgen (25-50 Euro) abschließen.

Finanztipps für werdende Eltern: Das Elterngeld vom Staat
Zeit sollten sich werdende Eltern nehmen, um sich Gedanken über die Betreuung ihres Kindes zu machen: Bleibt ein Elternteil zeitweilig oder länger zu Hause, teilen sich beide die Erziehung des Kindes – und welche Auswirkungen hat die Entscheidung auf die Einkommenssituation der Familie?

Durch das Elterngeld wird Vätern und Müttern der zeitweilige Ausstieg aus dem Beruf finanziell erleichtert. Bis zu 67 Prozent (maximal 1800 Euro) des Nettoeinkommens zahlt der Staat zwölf Monate lang, wenn ein Elternteil für die Betreuung des Kindes auf seine Berufstätigkeit verzichtet. Teilen sich Eltern die Betreuung, gibt es sogar 14 Monate lang Geld. Details zu den Regelungen finden sich auf der Internetseite des Familienministeriums

Finanztipps für werdende Eltern: Budget-Management während der Elternzeit
Sind die Einnahmen der jungen Familie zeitweise etwas niedriger, gewinnt cleveres Budget-Management an Bedeutung. Wer seine Kosten erfasst, hat zwar nicht mehr Geld zur Verfügung, doch wer weiß, wohin das Geld verschwindet, kann seine Prioritäten überprüfen und neu setzen. Gerade für eine junge Familie eröffnet das finanzielle Spielräume, die sich auf Dauer auszahlen.

Neugeborene benötigen vergleichsweise wenig, ein Schulkind oder ein Jugendlicher haben Bedürfnisse, die deutlich mehr kosten. Ist sich die Familie aber einig, sich für gemeinsame Ziele zeitweise etwas einzuschränken oder zu sparen, lassen sich auch kostspieligere Wünsche finanzieren.

Und das gilt auch für werdende Eltern: Nicht alles neu kaufen, sondern lieber nach Alternativen suchen – und vom gesparten Geld lässt sich ganz ohne Probleme der erste Urlaub zu Dritt finanzieren.

Veröffentlicht am 14. August 2010