Erhard Liemen: So können Sie mehr aus Ihrem Geld machen

Wenn Sie sicherheitsorientiert anlegen, sind die Renditen aktuell mickrig. Brutto werden Sie mit Geld- und Kurzläuferfonds etwa nur 2,4 % erzielen. Rund 3,5 % vor Steuern dürften es auf mittlere Sicht bei Rentenfonds sein. Im Jahr der Erstanlage aber eher Null, wegen des hohen Aufgelds.

Steuern und Gebühren reduzieren diese Renditen nochmals erheblich. Teils auf unter 1 % am Geldmarkt, bestenfalls auf 2 % bei Rentenfonds. Lediglich bei einer extrem niedrigen Inflationsrate gelingt so der Kapitalerhalt. Es lohnt sich deshalb, nach Alternativen Ausschau zu halten.

Ich habe den Lesern des deutschen Wirtschaftsbriefs zu Darlehen an Angehörige als Anlage-Alternative geraten. Damit können Sie eine Rendite erzielen, die einige Prozentpunkte höher ist als bei Geldmarktanlagen.

Einen weiteren unkonventionellen Renditehebel können Ihnen Lebensversicherungsbeiträge liefern. Auch private Krankenversicherungen. Beiträge werden meist monatlich oder vierteljährlich im Voraus gezahlt. Bei entsprechender Liquidität verschenken Sie dadurch Geld. Denn:

Trotz des noch rückläufigen Zinsniveaus gewähren die meisten Versicherungsgesellschaften Rabatte. Nämlich dann, wenn Sie die Beiträge für die kommenden 12 Monate in einer Summe vorauszahlen. Wenn Sie das tun, können Sie bis zu 3 % auf eine Jahresprämie sparen. Damit nicht genug:

Im Unterschied zu Fonds fallen auf diesen Betrag keine Verwaltungs- oder sonstigen Nebenkosten an. Auch keine Steuern. Mancher wird sogar von der steuerlichen Abzugsfähigkeit profitieren können. Und: Statt 12-monatiger Abbuchungen brauchen Sie für die Überweisung nur einmal Gebühren zu zahlen. Das bringt Ihnen im Ergebnis derzeit mehr als jede auf ein Jahr ausgerichtete konservative Geldanlage.

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur des "Deutschen Wirtschaftsbrief".

Veröffentlicht am 28. Mai 2003