Verbrauchertipps

Benzinsorte E 10

Die Benzinsorte E 10 wird ab Januar 2011 flächendeckend eingeführt. Durch den Alkohol im Ethanol-Benzin-Gemisch kann der neue Treibstoff aber vor allem älteren Autos schaden.

Die Benzinsorte E10 hat gegenüber dem bisherigen Benzin einen höheren Anteil an Ethanol. Bei der Benzinsorte E 10 steht das "E" für Ethanol und die Zahl "10" gibt an, dass das Benzin bis zu 10 Prozent Ethanol enthalten kann. Bisher betrug der Ethanolanteil im Benzin bis zu 5 Prozent.

Bei dem im Benzin E 10 enthaltenen Ethanol handelt es sich um den Biokraftstoff Bioethanol. Dieser Biokraftstoff wird aus Pflanzen gewonnen, die umweltverträglich angebaut werden. Die Beimischung von mindestens 5 Prozent Ethanol ist bereits seit Anfang 2007 vorgeschrieben. Somit tanken wir bereits seit Jahren E 5. Auch die Benzinsorte "Super Plus" enthält 5 Prozent Ethanol.

Warum gibt es die Benzinsorte E 10?
Für die Einführung der Benzinsorte E 10 werden verschiedene Gründe angeführt. Vor allem sollen Biokraftstoffe in Zukunft eine bedeutendere Rolle beim Klimaschutz spielen, da sie im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen weniger Treibhausgase verursachen.

Indem man Biokraftstoffe wie die Benzinsorte E 10 verwendet, nutzt man Rohstoffe, die nachwachsen. Hierdurch wird das weltweite Erdölvorkommen geschont.

Ethanol ist ein Alkohol, der aus nachwachsenden Rohstoffen vergoren wird. Zurzeit werden hierzu vor allem die stärkehaltigsten Teile von Nutzpflanzen eingesetzt, insbesondere Mais. Zukünftig sollen zur Verwendung in der Benzinsorte E 10 ganze Pflanzen und biologische Abfälle genutzt werden.

Es gibt aber auch kritische Stimmen, die sich gegen eine Verwendung der Benzinsorte E 10 aussprechen. So warnen vor allem die großen Umweltverbände wie Greenpeace vor einem Ökodesaster durch den hohen Flächenbedarf, der für die Produktion des E 10-Treibstoffs zusätzlich notwendig ist.

Wer kann die Benzinsorte E 10 verwenden?
Nicht jedes Fahrzeug verträgt die neuen Benzinsorte E 10. Allerdings können etwa 90 Prozent aller benzinbetriebenen Fahrzeuge das Benzin E 10 verwenden. Insbesondere Neufahrzeuge sind in der Regel E 10-tauglich.

Ob auch Ihr Fahrzeug die Benzinsorte E10 verträgt, erfahren Sie unter anderem von Ihrem Fahrzeughersteller oder Ihrer Kfz-Werkstatt. Ferner finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Automobil Treuhand GmbH eine Liste mit E10-verträglichen Fahrzeugen. Diese Liste enthält auch Servicenummern der Fahrzeughersteller.

Welche Autos vertragen die neue Benzinsorte nicht?
Neben älteren Fahrzeugen haben vor allem die ersten Benzindirekteinspritzer wie die FSI-Modelle von Audi Probleme mit der neuen Benzinsorte E 10. Bereits eine einzige Tankfüllung kann ausreichen, um eine nicht mehr aufzuhaltende Korrosion an Aluteilen auszulösen, so jedenfalls der Automobilklub ADAC.

Was sollte man bei Verwenden des neuen Treibstoffs beachten?
Vor dem ersten Betanken sollte man sich erkundigen, ob das Fahrzeug die neue Benzinsorte E 10 verträgt. Für alle Fahrzeuge, die nicht ausdrücklich die neue Treibstoffsorte verwenden können, sollte zunächst weiter auf die bekannten Benzinsorten zurückgegriffen werden, die an Tankstellen auch weiterhin angeboten werden. Fahrzeuge, die den neuen Treibstoff nicht vertragen, können bereits durch ein einmaliges Betanken mit E 10 dauerhaft geschädigt werden.

Wichtig: Wenn man doch einmal die Benzinsorte E 10 getankt hat, obwohl das Fahrzeug diesen Kraftstoff nicht verträgt, darf man den Motor erst gar nicht starten und muss den Kraftstoff sofort aus dem Tank pumpen lassen.

Der Benzinverbrauch bei E 10
Beim Verwenden der neuen Benzinsorte E 10 steigt der Verbrauch um etwa drei Prozent an, da E 10 einen geringeren Energiegehalt hat als das bisherige Benzin. Nach einer Stern-Recherche werden hierdurch allein in Deutschland etwa 800 Millionen Liter Benzin zusätzlich verbraucht.

Woran erkennt man die neue Benzinsorte E 10?
In Deutschland wird die neue Benzinsorte E 10 in der Regel ab 2011 angeboten. Allerdings wird der neue Treibstoff EU-weit eingeführt.

Die neue Benzinsorte E 10 ist leicht zu erkennen, da an der Zapfsäule der Name der Benzinsorte mit dem Namenszusatz "E 10" – also z. B. "Super E 10" – steht. Bei den bekannten Benzinsorten steht an den Zapfsäulen auch weiterhin nur der Name der Benzinsorte ohne den Zusatz "10" – also beispielsweise "Super".

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Michael Konetzny