Private Überschuldung mit diesen 7 Maßnahmen vermeiden

Dies können Sie im Falle einer privaten Überschuldung tun.

Schulden sind heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr. Solange sie ordnungsgemäß beglichen werden, ist auch nichts dagegen einzuwenden, einen Kredit aufzunehmen. Problematisch wird es jedoch, wenn dies nicht mehr möglich ist, da die Kreditraten oder sonstigen Zahlungsvereinbarungen höher sind als das Einkommen. Der Verbraucher kann in diesem Fall seine Schulden nicht mehr vollständig zurückzahlen.

Der folgende Ratgeber erläutert Ihnen 7 Maßnahmen, mit denen Sie gegen eine private Überschuldung ankämpfen können:

  1. Überblick verschaffen
  2. Einnahmen und Ausgaben ermitteln
  3. Forderungen prüfen
  4. Schuldnerberater aufsuchen
  5. Selbstauskunft
  6. Ausgaben verringern
  7. Insolvenz anmelden

1. Sich einen Überblick verschaffen

Um die private Überschuldung zu bewältigen, ist es wichtig, dass Sie sich über die derzeitige finanzielle Situation und die Schulden einen Überblick verschaffen, denn diesen haben viele Betroffene mittlerweile längst verloren. Zunächst einmal sollten Sie alle Unterlagen sortieren, Rechnungen, Darlehens- und Kaufverträge, Forderungen, Mahnbescheide etc. abheften. Fehlen Unterlagen, können Sie auch bei Ihren Gläubigern um eine Aufstellung aller Forderungen bitten.

2. Einnahmen und Ausgaben ermitteln

Danach sollten Sie die monatlichen Einnahmen und Ausgaben gegenüber stellen, denn damit können Sie sich einen guten Überblick über Ihre finanzielle Situation verschaffen und überhaupt bietet dies die Möglichkeit, eine private Überschuldung zu vermeiden. Danach sollten die Schulden nach Priorität sortiert werden, wobei die Miete und Energiekosten stets den Vorrang haben.

3. Forderungen prüfen

Die Zahlungsnachweise sollten ebenfalls übersichtlich abgeheftet werden, damit Sie überprüfen können, ob alle Mahnungen und Forderungen sowie die Forderungshöhen gerechtfertigt sind. Das ist sehr wichtig, denn kein Gericht prüft dies. Daher müssen Sie es selbst übernehmen.

4. Schuldnerberater aufsuchen

Wer eine private Überschuldung nicht selbst meistern kann, sollte eine Schuldnerberatung aufsuchen, denn hier kann gemeinsam nach Möglichkeiten gesucht werden, die schwierige Situation zu bereinigen. Wer nichts tut und die Mahnungen ignoriert, riskiert weitere Schritte, die die Gläubiger einleiten werden. Die Situation wird dadurch nur noch komplizierter und der Schuldenberg höher. Der Schuldnerberater hilft dabei, die Verpflichtungen zu sortieren und einen Überblick über die Finanzlage zu verschaffen. Anschließend nimmt er auch mit den Gläubigern Verhandlungen auf. Damit können die Schulden oftmals schrittweise abgetragen werden.

5. Selbstauskunft

Schuldnerberater empfehlen unbedingt eine Selbstauskunft bei den verschiedenen Auskunfteien. Jeder Verbraucher hat laut Gesetz das Recht, eine Selbstauskunft der Daten und Score-Werte, die zu ihm gespeichert sind, einzuholen. Einmal jährlich ist diese Auskunft kostenlos.

6. Ausgaben verringern oder Einnahmen erhöhen

Wenn die Einnahmen geringer sind als die Ausgaben, ist es langfristig stets erforderlich, sich zu überlegen, wo bei den Ausgaben vielleicht gespart werden kann. Möglichkeiten gibt es hierfür viele, beispielsweise teure Tarife wechseln, Versicherungen oder sonstige unnötigen Verträge kündigen, kostenintensive Handy-Gespräche meiden, Elektrogeräte richtig ausschalten, statt nur auf stand-by, Energiesparlampen verwenden, richtig lüften und heizen etc. Nahezu jeder Haushalt hat Einsparpotential. Ist dem nicht so, sollte überlegt werden, ob vielleicht mehr Einnahmen erzielt werden können, beispielsweise mit einem Neben-Job.

7. Insolvenz anmelden

Manchmal hilft nur noch die Verbraucherinsolvenz. Hierbei wird ein Plan erstellt, wie die Schulden bereinigt werden können. Diesem müssen auch die Gläubiger zustimmen. Die Restschuld ist nach einer sogenannten Wohlverhaltensphase von sechs Jahren gestrichen, wenn alle Auflagen erfüllt wurden, sodass der Betroffene schuldenfrei einen Neuanfang starten kann. In dieser Zeit muss alles Mögliche getan werden, um die Schulden zu reduzieren. Die Verbraucherinsolvenz ist die optimale Möglichkeit, eine dauerhafte private Überschuldung rückgängig zu machen. Ein Privatinsolvenz-Verfahren kann beim zuständigen Amtsgericht beantragt werden.

Fazit

Dies waren die besten Maßnahmen gegen eine private Überschuldung. Am besten ist es, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen oder sich zumindest schnellstmöglich Hilfe zu holen.

Veröffentlicht am 23. Juni 2016