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6 Punkte, die Sie beim Verfassen einer Sorgerechtsverfügung beachten sollten

6 Punkte, die Sie beim Verfassen einer Sorgerechtsverfügung beachten sollten
geschrieben von Burkhard Strack

Wer ein Kind hat, stellt sich häufig die Frage, was beim eigenen Tod oder dem Tod von beiden Elternteilen mit dem Kind passiert. Wer sorgt dann für das eigene Kind? Dies kann mit einer Sorgerechtsverfügung geregelt werden, denn damit treffen die Eltern des Kindes Vorkehrungen, falls ihnen etwas zustößt.

Der folgende Ratgeber erläutert, was Sie beim Verfassen einer Sorgerechtsverfügung beachten sollten:

  1. Wer ist berechtigt
  2. Person auswählen
  3. Personen ausschließen
  4. Zwei Vormünder
  5. Form beachten
  6. Aufbewahrungsort

1. Wer ist berechtigt, eine Verfügung aufzusetzen?

Eine Sorgerechtsverfügung kann nur von Sorgerechtsinhabern eines minderjährigen Kindes verfasst werden. Nur diese Personen dürfen einen Betreuer benennen. Sie sollten jedoch berücksichtigen, dass die letzte Entscheidung, wer das Sorgerecht erhält, stets beim Familiengericht liegt. Bei einer vorliegenden Verfügung ist diese für das Gericht allerdings der wichtigste Anhaltspunkt. Spricht nichts Grundlegendes gegen die in der Verfügung genannten Person, wird das Gericht dem Wunsch auch nachkommen.

2. Welche Person sollten Sie auswählen?

Meist entscheiden sich die Eltern für die Großeltern der Kinder, einen Onkel, eine Tante etc., dass sie das Sorgerecht übernehmen sollen. Bei der Auswahl spielen das Vertrauensverhältnis und die Vorstellungen einer richtigen Erziehung eine wichtige Rolle, aber ebenso das Alter, die Lebenssituation und der Wohnort sind entscheidende Kriterien. Es empfiehlt sich, in der Sorgerechtsverfügung nachvollziehbar darauf einzugehen, warum Sie diese Person für geeignet halten, das Sorgerecht auszuüben, denn damit kann dem Gericht die Entscheidung erleichtert werden.

3. Es können auch Personen ausgeschlossen werden

Falls irgendwer für das Sorgerecht ungewünscht ist, kann dies ebenfalls in der Sorgerechtsverfügung festgelegt und begründet werden. Natürlich sollte im Vorfeld mit dem gewünschten Vormund gesprochen werden, damit er sich darauf einstellen kann und die Frage geklärt ist, ob er einverstanden ist. Es ist ratsam, einen Ersatzvormund einzutragen, falls der gewählte Vormund ausfällt.

4. Zwei Vormünder können benannt werden

In der Sorgerechtsverfügung können auch zwei Personen benannt werden, die sich die verschiedenen Aufgaben rund um das Kind teilen. Während sich der eine Vormund beispielsweise um die Erziehung kümmert, kann der andere das Vermögen verwalten. Nicht jeder ist in allen Aufgaben gleich gut, sodass die Aufteilung sinnvoll sein kann.

5. Form beachten und Sorgerechtsverfügung richtig verfassen

Die Verfügung muss persönlich und handschriftlich ausgesetzt werden. Zudem ist es wichtig, dass sie mit dem Vor- und Nachnamen unterschrieben wird und das Datum enthält. Ein maschinell erstelltes Dokument, das nur noch unterschrieben wird, genügt nicht, denn dieses wäre unwirksam. Wenn ein Vormund gefunden wurde, der bereit ist, die Verantwortung für das Kind zu übernehmen, gibt es im Internet Leitfäden, an die Sie sich orientieren können.

Es ist auch möglich, zusammen mit einem Notar ein Testament aufzusetzen, in dem auch die Vormundschaft geregelt wird. Hierfür wird allerdings eine Gebühr fällig. Unbedingt beachten müssen Sie, dass nur verheiratete Eltern eine gemeinsame Sorgerechtsverfügung aufsetzen dürfen. Unverheiratete Paare benötigen zwei Verfügungen.

6. Geeigneter Aufbewahrungsort

Damit die Verfügung nach dem Tod vom Gericht auch Beachtung findet, sollte sie entweder beim benannten Vormund oder einem Notar hinterlegt werden.

Fazit

Wenn Kinder ihre Eltern verlieren, ist dies sehr schlimm, doch noch tragischer wird es, wenn das Sorgerecht nicht klar geregelt ist. Auch wenn die meisten Eltern diese Möglichkeit gern ausblenden möchten, eine Vorsorge ist unbedingt empfehlenswert. Wenn das gemeinsame Sorgerecht ausgeübt wird, bekommt der Überlebende das Sorgerecht, wenn ein Elternteil verstirbt. Dies betrifft auch geschiedene Eltern.

Schwieriger wird es, wenn beide Elternteile sterben. Ohne eine Sorgerechtsverfügung entscheidet in diesem Fall das Familiengericht und wählt einen geeigneten Vormund aus. Ob dies immer im Sinne der Eltern ist, sei dahingestellt. Daher ist das Verfassen einer Verfügung sehr wichtig, denn diese bietet die Möglichkeit, alle Vorkehrungen im eigenen Sinne und zum Wohl des Kindes zu treffen.

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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