Verbraucherrecht

Woran erkenne ich einen guten Mediator?

Der knallbunte Gartenzwerg des Nachbarn will nicht aus dem Blickfeld weichen, massiver Ärger auf dem Bau oder mit dem Chef, oder gar der Streit um das Wohl und Wehe des eigenen Kindes – Mediation als Instrument der Konfliktschlichtung hat sich in den letzten Jahren einen anerkannten, eigenständigen Platz im Repertoire der Konflikterprobten erobern können.

Time is cash, time is money. Wenn Verbraucher einen Mediator aufsuchen, wünschen sie sich in den meisten Fällen eine schnellere, günstigere und zuweilen auch nervenschonendere Beilegung ihres Konflikts. Angaben des Bundesverbandes Mediation zufolge führen ca. 75-80 Prozent der außergerichtlichen Mediationsverfahren in der Bundesrepublik zu einer erfolgreichen Einigung.

Doch ist Vorsicht geboten bei der Wahl des Mediators. Mediation ist Vertrauenssache, daher liegt es in Ihrem Interesse, eine Eskalation des Konflikts durch Auswahl eines ungeeigneten Mediators bereits im Vorfeld zu verhindern.  

Doch woran erkennen Sie einen guten Mediator? Worauf sollten Sie achten?

Zunächst sollte ein seriöser Mediator über gewisse Basistugenden verfügen.

Basistugenden des Mediators – Vermittler und diplomatischer Kommunikator

First of all : Ein guter Mediator muss in der Lage sein, auf neutraler Basis zwischen den Beteiligten vermitteln zu können.  Er sollte über kommunikatives Geschick, Diplomatie, eine solide Ausbildung  und nachweisbare Praxiserfahrung verfügen können. Dies lässt sich  schon nach kurzer Zeit, in der Regel bei der ersten Sitzung, durch Erfragen auf einfachem Wege feststellen.

Kompetenz durch standardisierte Qualifikation

Nähere Einzelheiten hierzu wird das voraussichtlich bald in Kraft tretende neue Mediationsgesetz und eine hierauf basierende Rechtsverordnung regeln.  Ein Mindestmaß von 120 Ausbildungsstunden bei einem zertifizierten Institut ist nach dem derzeitigen Wissenstand  für die Verleihung des "zertifizierten Mediators" als richtungsweisendes Qualitätskriterium vorgesehen.

Kontrolle ist gut, aber Vertrauen ist besser

Wenn Sie einen Mediator aufsuchen, sollte dieser ohne weiteres dazu befähigt sein, dass Vertrauen der Beteiligten zu gewinnen und aufgrund dieser Basis zwischen den Parteien zu intervenieren. Der Mediator muss den Parteien verdeutlichen können, dass er Mediation als rein interessenorientiertes Verfahren ansieht und er sollte dazu in der Lage sein, der Verhandlung einen strukturierten Rahmen zu geben.

Dazu muss er den Parteien zu verstehen geben: Es geht nicht ums Gewinnen oder Verlieren, denn erklärtes Ziel  einer Mediation ist die Herstellung einer Win-Win-Situation zwischen den Beteiligten. Auch darf der Mediator keinen Zweifel an seiner Unabhängigkeit aufkommen lassen, wie etwa durch ironische oder unsachliche Anspielungen.

K.O.Kriterien: Weder Gängeln noch Drängeln

Fühlen Sie sich als Betroffener gegängelt oder bedrängt, so können Sie davon ausgehen, dass Sie hier nicht an einen seriösen Mediator geraten sind, denn die Freiwilligkeit des Verfahrens ist eine weitere unverzichtbare Prämisse für eine gelungene Mediation. Daher müssen Sie als konfliktbeteiligte Person in jeder Situation des Verfahrens das Gefühl haben, die Mediation jederzeit ohne Gewissenbisse beenden zu dürfen.  

Aufklärung und Verschwiegenheit – beides ein Muss

Einen seriösen Mediator erkennen Sie als konfliktbeteiligte Person auch daran, dass er sich zu Beginn des Verfahrens darüber vergewissert, ob die Parteien auch tatsächlich den Sinn einer Mediation sowie den Zweck der Zusammenkunft verstanden haben. Auch häufigen Verständnisfragen sollte er geduldig und sachlich begegnen. Daneben sollte er Sie jederzeit umfassend über den Umfang und die Tragweite seiner Verschwiegenheitspflicht informieren.

Fazit: Nur ein von allen Beteiligten akzeptierter und nachweislich kompetenter Mediator kann die Parteien erfolgreich zu einer für beide gleichermaßen gewinnbringenden Einigung führen. Daher sollten Sie die oben genannten Kriterien bei der Auswahl Ihres persönlichen Mediators berücksichtigen.

Daher kann eine mögliche Leitfrage, um die Vertrauenswürdigkeit des Mediators zu überprüfen für mich als Verbraucher lauten: "Würde ich diesem Menschen einen Gebrauchtwagen abkaufen wollen?"

Wenn Sie dies getrost unter Zugrundelegung der oben genannten Kriterien bejahen können, hat der Mediator bereits einige Pluspunkte auf Ihrem Vertrauenskonto verbuchen können.

Weitere hilfreiche Links für die Auswahl guter Mediatoren finden Sie hier.

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

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Ann-Christin Weber