Verbraucherrecht

Wann Witwengeld gezahlt wird

Ein verbeamteter Kollege verstirbt. Nun soll seine Gattin kein Witwengeld bekommen, da die Ehe nur acht Monate gedauert hatte. Ist das denn rechtens? Die Frau ist auf das Witwengeld angewiesen. Wann entstehen bzw. verfallen Ansprüche auf Witwengeld?

Expertenrat zum Witwengeld
Grundsätzlich ist eine Ehedauer von mindestens einem Jahr erforderlich, um Witwengeld zu erhalten. Bei einer kürzeren Ehedauer wird Witwengeld dann gezahlt, wenn der Zweck der Heirat war, der Witwe eine Versorgung zu verschaffen. Dass eine so genannte Versorgerehe vorliegt, wird grundsätzlich vermutet.

Diese Vermutung kann aber widerlegt werden. Dies müsste das Amt für Besoldung tun. Ein Grund, der gegen eine Versorgerehe spricht, ist etwa eine tödliche Erkrankung des Ehepartners, die schon bei der Eheschließung bestand.

Raten Sie der Witwe, auf die besonders nahe persönliche Beziehung zu pochen und ihre finanziell angespannte Lage zu betonen – dass sie also auf das Witwengeld angewiesen ist. Außerdem bestand die Ehe ja schon acht Monate. Es fehlten also nur noch vier zu den erforderlichen zwölf Monaten, um dann auch "fristgerechte" Ansprüche auf Witwengeld zu haben. Die Frist wäre also fast erreicht worden.

Es ist doch ein Unterschied zu machen zwischen Ehen, die nur ein paar Wochen dauern, und solchen, die sogar ein paar Monate bestehen. Da es sich um eine komplexe Materie handelt, sollte die Witwe auch daran denken, einen Anwalt zu Rate zu ziehen.

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.