Verbraucherrecht

Wissenswertes rund um Wetten und Glücksspiel in Deutschland

Wissenswertes rund um Wetten und Glücksspiel in Deutschland
geschrieben von Burkhard Strack

Vielleicht liegt es in der Natur des Menschen, ab und zu sein Glück herausfordern zu wollen. Nicht ohne Grund sind Wetten und Glücksspiele so beliebt. Eventuell spielt für viele aber auch die Hoffnung mit hinein, irgendwann tatsächlich den entscheidenden Gewinn zu machen und das große Geld abzusahnen.

Aus welchen Gründen auch immer sich jemand dazu entscheidet, Lotto zu spielen oder andere Glücksspiele auszuprobieren: Gerade in Deutschland gibt es einige wichtige Dinge, die es dabei zu beachten gilt.

Was ist legal, was nicht?

Wetten und Glücksspiel haben immer noch einen zwiespältigen Ruf, sind sie doch nicht in jedem Fall legal. Wer gerade erst in den Bereich Wetten und Glücksspiel einsteigt, weiß deshalb nicht immer, ob er soeben ein Gesetz übertreten hat oder nicht. 

Wetten

Viele Sportfans möchten neben dem Genuss des Wettbewerbes im Idealfall sogar selbst einen Gewinn erzielen. Das ist in Form von Sportwetten auch durchaus möglich. Wer dabei zum Beispiel auf die Pferderennbahn geht und seinen Einsatz an einem offiziellen Schalter – keinesfalls aber bei dubiosen Gestalten in einer Ecke, die Quoten anbieten, die kaum zu glauben sind – abgibt, kann sich sicher sein, dass er gerade keine Straftat begeht und ihm der mögliche Gewinn auch tatsächlich zusteht. Auch bei Wetten in offiziellen Wettbüros gibt es keine Probleme. Schwieriger wird es allerdings bei Online-Wetten. 

Bis vor wenigen Jahren konnten sich Wettbegeisterte im Internet sicher sein, dass Oddset die einzige Anlaufquelle für legale Online-Wetten war. Legal ist der staatliche Anbieter Oddset immer noch, für viele Glücksspieler allerdings aufgrund der Quoten nicht mehr interessant genug.

Im Jahr 2011 hat sich die Regierung dann dazu entschlossen, das Wettmonopol von Oddset aufzuheben und auch andere – wenn auch wenige – Anbieter legal zuzulassen. Mithilfe der Verpflichtung, bestimmte Auflagen zu erfüllen (zum Beispiel Vorkehrungen treffen, um die Suchtgefahr zu bekämpfen) besitzen mittlerweile rund 20 Anbieter die Lizenz Online-Wetten anzunehmen. Zu erkennen sind diese Anbieter an der Steuerabgabe, die im späteren Text genauer erläutert wird.

Allerdings gibt es immer noch einige Anbieter, die kein Zertifikat besitzen und zudem ihren Geschäftssitz im Ausland haben. Ob die Wetten bei diesen Anbietern legal sind, ist strittig. Sogar die deutschen Behörden sind sich ob der Legalität nicht ganz im Klaren, wodurch nichtzertifizierte Wettanbieter eine gesetzliche Grauzone darstellen. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, sollte daher besser auf die offiziell zertifizierten Anbieter zurückgreifen.

Glücksspiel

Unter Glücksspiele fallen diverse Spiele, die einen Geldeinsatz erfordern. Dies kann zum Beispiel das Spiel am Automat, am Roulette-Tisch oder auch eine Runde Poker sein. Oftmals ist in der Presse oder in Fernsehsendungen von einem illegalen Glücksspiel die Rede. Dies liegt dann vor, wenn der Veranstalter eines Glücksspiels nicht über eine behördliche Erlaubnis gemäß § 33h der Gewerbeordnung verfügt.

Aber nicht nur die Ausrichtung eines solchen Glücksspiels ist dann illegal, sondern gemäß § 285 StGB auch die Teilnahme. In einem offiziellen Casino oder einer entsprechend registrierten Spielhalle braucht aber keiner Angst haben, gegen das Gesetz zu verstoßen. Um das sogenannte Hinterzimmer-Glücksspiel sollte man allerdings einen Bogen machen. 

Auch im Bereich der Glücksspiele gibt es im Internet eine große Zahl von Angeboten unter denen sich diverse dubiose Anbieter tummeln. Beispiel Poker: Pokern mit Echtgeldeinsatz ist in Deutschland nur in anerkannten Casinos erlaubt. Da die Online-Anbieter aber ihre Sitze nicht in Deutschland, sondern im Ausland haben, befindet man sich hier erneut in einer rechtlichen Grauzone.

Laut Chip.de ist bisher kein Fall bekannt, bei dem ein deutscher Spieler strafrechtlich verfolgt wurde, weil er im Internet um echtes Geld gespielt hat. Theoretisch ist daher – auch wenn die Rechtslage nicht eindeutig geklärt ist – das Spielen im Internet nicht bedenklich.

2009 ist ein Gesetz in Kraft getreten, dass das Online-Lottospielen verboten hatte. Seit 2012 ist es deutschen Spielvermittlern aber dank des Glücksspielstaatsvertrags wieder erlaubt, das Lottospielen im Internet anzubieten.

Wissenswertes rund um Wetten und Glücksspiel in Deutschland

Das regelmäßige Ankreuzen der „richtigen“ Lottozahlen ist für viele Menschen schon zur Tradition geworden; pixabay.com © Hermann (CC0 1.0)

Allerdings sollten Lottospieler Vorsicht walten lassen, da es auf diesem Gebiet ebenfalls Anbieter gibt, die als schwarze Schafe bezeichnet werden können. Staatlich lizenzierten Anbietern kann hingegen vertraut werden. Wer nicht nur das in Deutschland gängige Spiel 6 aus 49 spielen, sondern auch an den Euromillions und ähnlichen Lottospielen teilnehmen möchte, der muss besonders aufpassen. Denn dies ist nur online über private Anbieter möglich, da Deutschland sich an diesen Lotterien beteiligt.

Steuern

Steuern fallen in Deutschland fast an jeder Ecke an. Darunter befinden sich sinnvolle, manchmal aus der Sicht des Steuerzahlers auch weniger sinnvolle Abgaben.

Lotto

Der Betrag aus einem Lottogewinn ist steuerfrei, dabei ist es egal, wie hoch der Gewinn ausgefallen ist. Das liegt daran, dass beim Kauf eines Lottoscheins die Lotteriesteuer bereits entrichtet worden ist. Wird der Gewinn allerdings zinsbringend angelegt, dann sind auf diese Zinsen sehr wohl Steuern zu entrichten.

Wetten

Die Regelung zur Besteuerung von Sportwetten ist erst seit Juli 2012 gültig. Diese Regelung besagt, dass 5% der Wett-Einnahmen vom Anbieter an den Staat abgegeben werden müssen. An dieser Abgabe sind auch die zertifizierten Wettanbieter, die bereits angesprochen worden sind, zu erkennen. Das Informationsportal wettfreunde.net hält diesbezüglich noch einige detailliertere Informationen bereit.

Abholung des Gewinns am Beispiel Lotterie

Die richtigen Zahlen – ein Traum, der für manch einen tatsächlich in Erfüllung gehen kann. Doch wie kommt der Gewinner nun an seinen Gewinn? 

Auf eine Benachrichtigung seitens der Lotterie-Gesellschaft darf nicht gehofft werden. Denn der Lotto-Gewinn steht demjenigen zu, der den Lottoschein in seinem Besitz hat. In der Regel bleibt der Lottospieler bis zur Abholung seines Gewinns demnach anonym und kann gar nicht benachrichtigt werden – es liegt ganz allein an ihm, ob und wann er seinen Gewinn abholen kommt. Ohne den entsprechenden Lottoschein ist dies demnach aber gar nicht erst möglich.

 "Wann" ist außerdem ein gutes Stichwort: Der Gewinn bleibt nicht ewig für den Gewinner verfügbar. Wie lange dies genau ist, ist je nach Bundesland unterschiedlich, spätestens nach 13 Wochen aber ist der Gewinn verfallen.

Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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