Verbraucherrecht

Skype auf Smartphone: Mal erlaubt, mal nicht

Skype auf Smartphone: Mal erlaubt, mal nicht
geschrieben von Michail Verskajn

Mit Skype auf dem Smartphone lassen sich teure Mobilfunk-Telefonate umgehen – ein Mobilfunk-Tarif mit Internet-Zugang vorausgesetzt. Gespräche zu anderen Skype-Kontakten sind dann sogar kostenlos möglich. Über das Smartphone kann zudem der Laptop oder das Tablet online gehen. Manche Mobilfunk-Unternehmen wollen das aber verhindern, wie eine experto.de-Umfrage ergab.

Immer mehr Menschen besitzen ein Smartphone. Diese Geräte sind weit mehr als ein Telefon, denn mit Internet-Zugang bieten sie ein weites Feld von Anwendungen. Die Kosten für die Tarife mit schnellem und unbegrenztem Internet-Zugang sind in den vergangenen Jahren rapide gefallen. Schon für unter 10 Euro monatlich kann der Smartphone-Nutzer eine sogenannte Flat bekommen.

Und damit wiederum beim Telefonieren sparen, etwa mit Programmen wie Skype. Von Skype-Kontakt zu Skype-Kontakt sind Anrufe via Datennetz komplett kostenlos, für Anrufe ins Fest- oder Mobilfunknetz fallen Gebühren von Skype an, die je nach Anbieter und Tarif aber zumindest oft günstiger sind als der reguläre Anruf über das Mobilfunknetz.

Neben Skype gibt es noch mehrere andere Anbieter von „VoIP“. Das Kürzel steht für „Voice over IP“. Das Internet wird dabei für Telefonie genutzt. Das ist meistens extrem günstig. Sipgate beispielsweise hat eine Europa-Flat im Angebot. Für 8,90 Euro monatlich können unbegrenzt Festnetztelefonate in ganz Europa geführt werden.

Per App lässt sich so etwas auch auf dem Smartphone nutzen. Besteht eine WLAN-Verbindung, gibt es keine Probleme. Soll aber der Datentarif des Mobilfunk-Unternehmens genutzt werden, kann es Ärger geben. Schließlich ist jedes Telefonat via Skype oder sonstiger VoIP-Verbindung ein Verlust an Gebühreneinnahmen.

experto.de-Umfrage zum Thema Skype auf Smartphone

experto.de wollte daher von den großen Mobilfunk-Anbietern wissen, wie sie es handhaben mit der Konkurrenz per Datennetz. Ist es erlaubt oder verboten? Welche Sanktionen sind möglich, wenn der Datentarif-Kunde trotz Verbots über sein Smartphone skypt?

Darüber hinaus hat experto.de erfragt, ob das sogenannte „Tethering“ erlaubt ist. Tethering bedeutet: Via Smartphone wird eine Online-Verbindung für den Laptop oder das Tablet hergestellt. Auch das bedeutet für Mobilfunk-Anbieter einen Verlust von Gebühreneinnahmen – sie würden viel lieber für Laptop oder Tablet separate Datentarif-Karten verkaufen.

Einige Mobilfunker äußerten sich gar nicht. Bei anderen gab es Überraschungen: Vodafone und O2 etwa erklärten, dass generell VoIP- oder Tethering-Nutzung bei allen Tarifen erlaubt sei. Die Telekom indes beschränkt die Erlaubnis auf wenige Tarife. In anderen Tarifen würde VoIP einfach nicht funktionieren. Ruppig hingegen geht es bei ja!mobil zu. Wird trotz Verbots das Smartphone für VoIP genutzt, droht eine Kartensperrung (siehe Tabelle). Auch E-Plus behält sich eine fristlose Kündigung vor.

Skype auf Smartphone: Mal erlaubt, mal nicht

Ob das allerdings durchsetzbar ist, wird von Juristen bezweifelt. In der Rechtsprechung wird der Mobilfunk immer mehr der Fest-Telefonie angenähert (unter anderem Bundesgerichtshof Aktenzeichen III ZR 35/10), für die der Gesetzgeber Schutzvorschriften geschaffen hat. Eine Sperre ist demnach nur unter engen Voraussetzungen möglich und muss mindestens zwei Wochen vorher schriftlich angedroht werden.

experto.de rät: Wenn Sie das Smartphone für VoIP oder Tethering nutzen wollen, sollten Sie einen Mobilfunker wählen, der das klipp und klar gestattet. Unternehmen, die sich nicht dazu äußern oder unklare Angaben machen, hält experto.de für nicht empfehlenswert. Selbst wenn sich z. B. Vertragsstrafen oder Sperren nur schwer durchsetzen lassen, kann es trotzdem ärgerlich werden.

Tethering drahtlos mit dem Smartphone: Wie das geht, zeigt unserer Video:

Bildnachweis: s4svisuals / Adobe Stock

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Michail Verskajn