Verbraucherrecht

Organspendeausweis: Eine Entscheidung fürs Leben

Organspendeausweis: Eine Entscheidung fürs Leben
geschrieben von Michail Verskajn

Organspende kann Leben retten, wenn das eigene Leben vorbei ist. Mit einem Organspendeausweis können Sie sich dazu bereit erklären, einem anderen Menschen zu helfen. Welche Verpflichtungen eingegangen werden und was Sie beachten sollten, erläutert dieser Beitrag.

Was genau ist eine Organtransplantation?

Unter einer Organtransplantation versteht man die Verpflanzung von organischem Material für medizinische Zwecke. Dies können Gewebestrukturen wie Haut, ganze Organe wie die Nieren oder in seltenen Fällen ein ganzes Organsystem wie eine Hand sein.

Die Transplantation, für die eine Organspende benötigt wird, ist eine allogene Transplantation, also eine Transplantation unter Lebewesen der gleichen Art. Die Unterscheidung ist notwendig, da man auch gewisse Gewebe vom Schwein verpflanzen kann oder auch autogenes, also eigenes Gewebe, welches sich regenerieren kann. Dies verläuft meist als Lebendspende.

Was ist eine Lebendspende?

Unter einer Lebendspende versteht man die Transplantation eines funktionstüchtigen Organs eines lebenden, gesunden Patienten an einen lebenden, erkrankten Patienten. Dies geschieht in der Regel bei Nierentransplantaten. Die Spende ist nur möglich unter Verwandten ersten oder zweiten Grades, Ehegatten, Verlobten, Lebenspartnern oder Personen, die dem Spender in persönlicher Verbundenheit nahestehen.

Wozu verpflichtet der Organspendeausweis?

Der Organspendeausweis verpflichtet einen Menschen zu nichts, sondern regelt, wie mit dem Körper des Ausweisträgers nach dem Tode zu verfahren ist. Er kann jederzeit widerrufen werden, indem man ihn einfach zerreißt. Damit der Ausweis Wirkung zeigt, sollte er jederzeit, idealerweise im Portemonnaie, mitgeführt werden. Bevor Organe entnommen werden, muss von zwei Ärzten, unabhängig voneinander, der Hirntod festgestellt werden.

Kann ich die Organe für die Spende eingrenzen?

Man kann im Ausweis festlegen, welche Organe entnommen werden sollen und welche nicht. Jedoch ist es nicht möglich, den Zweck oder gar die Zielperson für die Entnahme nach dem Tod zu bestimmen.

Kann ich die Entscheidung über die Organentnahme einem Verwandten übertragen?

Auch dies kann ausdrücklich im Ausweis vermerkt werden. Daneben ist auch das Gespräch mit den Verwandten wichtig, denn sollte ein Ausweis nicht vorliegen, liegt es in der Entscheidungskraft der Angehörigen, sich an den Willen des Verstorbenen zu erinnern. Daher ist es nicht nur sehr wichtig, den Ausweis stets bei sich zu tragen, sondern auch den Verwandten klarzumachen, wie mit den Organen zu verfahren ist.

experto.de-Tipp: Verfassen Sie einen Brief an Ihre Angehörigen, zu öffnen im Todesfall, in dem Sie neben einem Abschiedsbrief oder einem Testament klar vermerken, wie nach Ihrem Tod mit den Organen verfahren werden soll. Unterschreiben sie den Brief und versiegeln Sie ihn gründlich.

Woher bekomme ich einen Organspendeausweis?

Sie können sich einen Ausweis unter dieser Adresse herunterladen: www.organspende-info.de. Dort finden Sie auch viele nützliche Informationen zur Organspende. Alternativ gibt es den Ausweis in Arztpraxen, bei Krankenkassen und Apotheken.

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Michail Verskajn

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