Güte- und Biosiegel für Wurstwaren: Das sind die wichtigsten

Gütesiegel Wurst

Etwa 90 Güte- und Ökosiegel gibt es allein in Deutschland für Lebensmittel. Wer zeichnet da eigentlich was aus? Und nach welchen Gesichtspunkten? Kein Wunder, dass Verbraucher kaum noch durchsteigen. Hier eine Auflistung der wichtigsten Siegel im Bereich Fleischwaren und wie sie vergeben werden.

Dies sind die wichtigsten Gütesiegel für Wurstwaren:

DLG-Siegel

Das private DLG-Siegel wird von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) vergeben. Das Gremium setzt sich hauptsächlich aus Experten der Landwirtschafts- und Lebensmittelindustrie zusammen. Bewertet wird in der Hauptsache die Sensorik: Geschmack, Aussehen, Konsistenz und Geruch. "DLG prämiert" kennzeichnet verarbeitete Lebensmittel mit "hohem Genusswert".

Die Hersteller schicken selbst die Produkte ein, die sie bewerten lassen möchten. Zu finden ist das Label unter anderem auf Milchprodukten, Wurst- und Backwaren. Hersteller, die über mehrere Jahre hinweg ein hohes Qualitätsniveau halten, können ab dem 5. Jahr mit dem „DLG-Preis für langjährige Produktqualität“ ausgezeichnet werden – so etwa der Wurstwarenspezialist Schwarz Cranz.

International Food Standard (IFS)

Der International Food Standard, kurz IFS, wurde 2003 vom Handelsverband des deutschen Einzelhandels (HDE) für die Eigenmarken deutscher Handelsunternehmen entwickelt. Die IFS-Zertifizierung ist in der gesamten Lebensmittelbranche anerkannt und gilt als einheitlicher, internationaler Sicherheitsstandard. Eine Zertifizierung nach diesem Standard, wie sie auch Schwarz Cranz innehat, bestätigt die Einhaltung von Produktsicherheit und -qualität. Somit ist die Sicherheit für die gesamte Lieferantenkette gewährleistet.

BRC Global Standards

In die Zertifizierung nach dem British Retail Consortium (BRC), wie sie Schwarz Cranz erhält, fließen die Anwendung der Prinzipien von "Hazard Analysis and Critical Control Point" (HACCP) und "Good Manufacturing Practice" (GMP) ein. Dabei werden Verfahren und Technologien bei der Herstellung von Produkten und/oder Verpackungen analysiert. Daneben werden auch die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben zu Ausstattung und Räumlichkeiten, Produkt und Leistung sowie Qualifikation des Personals unter die Lupe genommen.

Bio-Land

Bioland ist einer der führenden ökologischen Anbauverbände Deutschlands. Grundlage ist eine organisch-biologische Kreislaufwirtschaft, bei der auf synthetische Pestizide und chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet wird. Auch artgerechte Tierhaltung und schonende Verarbeitung der Lebensmittel ist Teil der Bioland-Lebensmittelerzeugung. Die Richtlinien der EU werden bei Bioland in den meisten Fällen weit überschritten. Staatlich anerkannte Kontrollstellen überprüfen regelmäßig die Standards für Bioland-Erzeuger und -Hersteller.

Bio-Siegel

Das bekannteste Bio-Siegel hat sechs grüne Ecken, kommt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und weist Produkte aus biologischer Landwirtschaft aus. Bei Lebensmitteln müssen mindestens 95 Prozent der Inhaltsstoffe aus dem ökologischen Landbau stammen und höchstens 0,9 Prozent dürfen gentechnisch verändert sein. Soziale Aspekte werden bei diesem Label nicht berücksichtigt.

Demeter

Seit 1928 schon gibt es den ältesten ökologischen Anbauverband, der auf den Grundsätzen der anthroposophischen Sichtweise nach Rudolf Steiner fußt: Ein landwirtschaftlicher Hof wird als ganzheitlicher Organismus gesehen, auf dem nicht nur die Substanzen und die physischen Abläufe der Natur eine Rolle spielen, sondern auch das gesamte Zusammenspiel von Mensch, Tier, Pflanze, Erde und Kosmos.

Das klingt etwas esoterisch, mündet aber in der Erzeugung ökologischer Nahrungsmittel. Dabei hat das Demeter-Label die strengsten Richtlinien – der gesamte Anbau und die gesamte Verarbeitung müssen den Anforderungen des Demeter-Bundes folgen.

EU-Bio-Siegel

Seit dem 1. Juli 2012 ist das EU-Bio-Siegel in der gesamten Europäischen Union verpflichtend. Auf dem Logo sind die von der EU-Flagge bekannten zwölf Sterne als Blatt auf grünem Hintergrund zu sehen. Daneben finden sich ein Kontrollcode sowie der Herkunftsort der verschiedenen Rohstoffe. Inhaltlich sagt es das Gleiche aus wie das deutsche Bio-Siegel (siehe oben) und wird dieses nach und nach ablösen.

Für mehr Tierschutz

Seit 2013 vergibt der Deutsche Tierschutzbund e. V. das Label "Für mehr Tierschutz" – in zwei Abstufungen: Einstiegs- und Premiumstufe. Das weiß-blaue Siegel kennzeichnet tierische Produkte von Schweinen und Hühnern, bei denen gewisse Tierschutzstandards gewahrt werden: beispielsweise größere Ställe mit mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere in der ersten Stufe. In der zweiten Stufe werden dann Freilandhaltung und der Verzicht auf gentechnisch veränderte Futtermittel honoriert.

Naturland

Die von Naturland zertifizierten Landwirte und weiterverarbeitenden Betriebe produzieren nach speziellen Richtlinien Öko-Lebensmittel, daneben aber auch Holz und Textilien. Die Naturland-Anforderungen gehen über die der EU hinaus: So ist der gesamte Hof ökologisch zu betreiben, mindestens die Hälfte des Futters muss selbst produziert und es dürfen weniger Tiere gehalten werden. Außerdem beinhaltet das Naturland-Label auch Sozialrichtlinien.

TÜV-Süd

Seit 2006 vergibt der TÜV-Süd das Lebensmittel-Prüfzeichen „Geprüfte Qualität“. Es werden Lebensmittel gekennzeichnet, die eine Reihe von Sicherheits- und Qualitätsanforderungen erfüllen. Das TÜV-Siegel steht beispielsweise für den Verzicht auf Leistungsförderer und Hormone sowie für Schadstoffbegrenzungen und die Überprüfung auf Schimmelpilzgifte.

Veröffentlicht am 15. Februar 2015
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